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Karlsruhe Neue Flüchtlingswelle in Karlsruhe erwartet: Gibt es genug Winterquartiere?

Die Flüchtlingswelle ebbt nicht ab. Bis Ende 2015 soll die Jahresgesamtzahl der ankommenden Asylsuchenden in Baden-Württemberg auf 100.000 Menschen ansteigen. Hinzu kommen die Nebenwirkungen der kalten Jahreszeit, die die Erstunterbringung in Karlsruhe herausfordern wird. Sind am LEA-Standort ausreichend Winterquartiere vorhanden?

"Wir werden dieses Jahr die gleichen Einrichtungen nutzen, wie im vergangenen Winter. Zu den drei ursprünglichen Unterkünften -Durlacher Allee, Felsstraße und Mackensen-Kaserne- kam in diesem Jahr noch der Standort in der Kriegsstraße hinzu", so ein Sprecher des Karlsruher Regierungspräsidiums auf Nachfrage von ka-news.

Karlsruhe: Alle vier Flüchtlingslager sind winterfest

Vergangene Woche wurde eine weitere Notunterkunft auf dem Messegelände in Sinsheim eröffnet, erklärt man weiter. In einer Halle sollen hier bis September bis zu 1.000 Menschen Platz finden. Auch in Freiburg gebe es Planungen eine Zeltstadt für Flüchtlinge zu errichten. Am LEA-Hauptstandort selbst habe man vor wenigen Wochen auf die dm-Arena in Rheinstetten als temporäre Unterkunft zurückgegriffen.

In Karlsruhe sei man darüber hinaus grundsätzlich ständig auf der Suche nach neuen Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen. Eine der ersten Anlaufstellen hierbei ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Sie verfügt beispielsweise über alte Bundeswehrimmobilien wie Kasernen, die heute zum Teil leerstehen.

Neue Quartiere in Sinsheim und Freiburg

In seiner Rede vergangene Woche in Karlsruhe erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Ziel, zum Winter hin den Fokus auf solche ungenutzte Kasernen im Land zu legen und diese für die Erst-Unterbringung von Asylbewerbern zu nutzen. In wie weit die Immobilien den Anforderungen entsprechen und welche zur Verfügung stehen, darüber entscheidet die BImA in Bonn.

Auf Nachfrage von ka-news erklärt Sprecher Thorsten Grützner, die BImA habe den verschiedenen Landkreisen und Städten sowie dem Land als Aufgabenträger derzeit 9.500 Unterkunftsplätze in Baden-Württemberg überlassen. "Die Anzahl der tatsächlich untergebrachten Personen dürfte aber weit größer sein, da die Aufgabenträger die ihnen überlassenen Liegenschaften in der Regel stärker als vereinbart belegen", so Grützner weiter.

Noch freie Kasernen in Karlsruhe?

Die konkreten Belegungszahlen sei der Anstalt daher nicht bekannt. "Die BImA verfügt im Stadt- und Landkreis Karlsruhe über vier Kasernen bzw. ehemals von der Bundeswehr genutzte Liegenschaften", erklärt der Sprecher. Von den vier Kasernen würden noch zwei durch die Bundeswehr beziehungsweise durch die BImA selbst für dienstliche Zwecke genutzt. Eine weitere Liegenschaft befindet sich in der Kaiserallee 12 b, ein Teil der ehemaligen Dragonerkaserne - die Nutzung dieser sei für soziale Zwecke abseits der Flüchtlingsunterbringung vorgesehen.

Das letzte BImA-Gebäude in der Kriegsstraße 200 wurde vor Kurzem erst an das Land vermietet - hier haben heute rund 500 Asylbewerber Platz. Auch die Mackensen-Kaserne wurde vor drei Jahren an das Land Baden-Württemberg verkauft und dient heute der Erst-Unterbringung von Flüchtlingen in Karlsruhe. Damit sind bereits alle Möglichkeiten, in Karlsruhe Gebäude über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu generieren ausgeschöpft.

Ob man sich mit anderen Institutionen wieder auf temporäre Alternativen zur Unterbringung einigen könne, ist bislang unklar. Weitere Absprachen, beispielsweise mit der KMK zur erneuten Nutzung der Messehallen, gebe es derzeit nicht, so das RP gegenüber ka-news. Man sei noch guter Dinge, dass die vorhandenen Möglichkeiten der Nachfrage zumindest mittels Improvisation gerecht werden. Alle weiteren Maßnahmen müssten dann spontan getroffen werden. Bis Ende 2015 rechnet man mittlerweile mit bis zu 100.000 Asylsuchenden, die in diesem Jahr nach Baden-Württemberg kommen.

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (80 Beiträge)

    04.09.2015 10:08 Uhr
    Quarantäne!
    Wichtig ist eigentlich das die Leute erstmal untersucht werden! Die können sich alles mögliche Eingefangen haben. Besonders die Kinder! Ich hoffe das haben hier einige auf dem Schirm!
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  •   Mondgesicht
    (2752 Beiträge)

    04.09.2015 09:30 Uhr
    Man sei noch guter Dinge
    es hinzubekommen, sagt das Regierungspräsidium. Wäre es nicht sinnvoll, sich auf die maximal zu erwartende Zahl an Asylbewerbern einzustellen und schon jetzt ganz konkret zu planen?

    Diese ständigen Improvisationen, z.B. von heute auf morgen die dm-arena zu füllen, das regt die Leute zu Recht auf. Liegt es nur an der Überlastung oder sind die Spontanaktionen eine bewusste Strategie des an oberster Stelle verantwortlichen Integrationsministeriums?
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  •   Waffenschmied
    (944 Beiträge)

    04.09.2015 09:43 Uhr
    Guter Ansatz.
    Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter underwarte von der Regierung eine Begrenzung. Nicht punktgenau, doch konkretisiert.
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  •   sawitzki
    (911 Beiträge)

    04.09.2015 06:12 Uhr
    IHR SEID ALLE WILLKOMMEN !!!
    Unser Staatsoberhaupt, der Bundespräsident Gauck, sollte auch ein Zeichen für die große Humanität der deutschen Bevölkerung setzen. Es beginnt nun die kalte und nasse Jahreszeit. Im Schloss Bellevue sollten auch Plätze für Flüchtlinge geschaffen werden. Über die quantitative Kapazität weiß ich keine verlässlichen Angaben zu machen. Die Qualität der Unterbringung sollte aber durchaus der Größe der Herausforderung gerecht werden können. Es wäre ein weiteres Signal hinaus in die Welt: die Deutschen heißen alle Flüchtlinge dieser Welt willkommen !
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  •   dmf
    (29 Beiträge)

    04.09.2015 01:36 Uhr
    Wisst ihr wer von den ganzen Parteien
    Das vorhergesagt hat ? Es war Anfang der 90 er einzig die NPD die soetwas vorhergesagt hat,und es auch verbildlicht hat. Nein bin kein NPD Fan, aber das ist eben die Wahrheit!
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  •   silberahorn
    (11044 Beiträge)

    04.09.2015 08:00 Uhr
    Persönlich
    kenne ich solche Vorhersagen aus noch zwanzig Jahre früher, aber nur durch Zufall. "streben die Weltmach an" Deshalb wunderte es mich auch wenig, als Presse über Internet leichter kommentiert werden konnte, welche Meinungen da als angebliche Mehrheiten hervortraten. Fast zehn Jahre später merkte es Politik auch?
    Es gab mal eine Zeit in der es hieß, dass es sich von selbst regelt, weil eine falsche Stimme fünf Gegenantworten bekommt.
    Ich hier, die lügende "Zecke", weiß was rauskommt, wenn man antwortet. Es werden immer mehr, die sich nach Abmahnungen neu unter vielen Namen anmelden.
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  •   silberahorn
    (11044 Beiträge)

    04.09.2015 02:19 Uhr
    Die konnten das damals auch
    schon deswegen, weil sie mit Brüdern im Geiste an vielen Stellen der Welt daran arbeiteten, dass andere Menschen kleingekriegt werden.
    Sich gegenseitig helfende Netzwerke von zum Teil Schwerkriminellen mit dem Ziel Regierungen alles schwer zu machen, was ihrer Ideologie nicht passt.
    Sich zuerst "hilfreich" an Menschen in Not heranzumachen, wie derzeit die Schlepper und Schleuser, um mit der Schulter zu zucken, wenn Bilder in die Öffentlichkeit kommen, von Menschen, die durch ihre "Hilfe" starben.

    Ich hoffe, dass es gelingt falsche Helfer wenigstens aus unseren Behörden zu verbannen. Manche erinnern mich nämlich an die Logik, die gestern auch von Orban vorgetragen wurde: die EU will doch ... und dann haben wir eben ...
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  •   Amethyst
    (323 Beiträge)

    04.09.2015 07:56 Uhr
    Orban macht das
    wovon unsere Politiker weit entfernt sind:

    die Interessen des eigenen Volkes wahrnehmen und die massenhafte Einreise halber Völker unterbinden.

    Was Merkel und Co. da zulaßen, ist jenseits von Sinn und Vestand.
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  •   Der_Alex
    (921 Beiträge)

    04.09.2015 08:58 Uhr
    "massenhafte Einreise halber Völker "
    So, haben Sie jetzt genug polemisiert? Wenn ja, dann können wir vielleicht zu einer sachlichen Diskussion kommen. Wenn Sie aber weiter solchen Unfug schreiben, dann dürfte klar sein, dass Ihnen daran gar nicht gelegen ist.
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  •   Amethyst
    (323 Beiträge)

    04.09.2015 09:33 Uhr
    1 465 000 in 2014 (gestern veröffentlicht vom Stat. Bundesamt)
    2015 werden mehr als eine Million kommen,
    zuzüglich all derer, die in den Jahren davor kamen

    In den Herkunfsländern spricht man schon von "Exodus" und Sie nennen
    es "polemisieren".
    Träumen Sie weiter Ihren bunten Traum.
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