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Karlsruhe Integration im Arbeitsmarkt: VBK und AVG vergeben Praktika und Ausbildungsplätze an Flüchtlinge

Über das gesamte Schuljahr absolvieren Flüchtlinge aus sieben unterschiedlichen Nationen ein Praktikum in den Werkstätten der Nahverkehrsbetriebe der Region. Sie sollen so einen Eindruck vom Berufsleben bekommen und ihre Sprachkenntnisse weiter ausbauen.

Insgesamt 16 junge Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 21 Jahren absolvieren noch bis zum Ende des Schuljahres verschiedene Praktika in den Fahrzeugwerkstätten der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) im Karlsruher Rheinhafen. Parallel besuchen sie die Albert-Einstein-Schule in Ettlingen, wo sie im Klassenverbund Deutschunterricht haben, Mathe lernen und in den beruflichen Werkstätten arbeiten um so mehr über die Arbeitswelt, die Kultur und das alltägliche Leben in Deutschland zu lernen.

Die Kombination aus Schule und Praktikum im Betrieb über ein gesamtes Schuljahr hinweg ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Landkreis Karlsruhe, den beiden Verkehrsunternehmen VBK und AVG und der Ettlinger Berufsschule. Nach guten Erfahrungen im vergangenen Schuljahr wird das Konzept zum zweiten Mal durchgeführt. Von einem "Erfolgsprojekt mit Vorzeigecharakter" spricht der zuständige Dezernent beim Landkreis Karlsruhe, Ragnar Watteroth. "Es bietet jungen Menschen eine tolle Chance, weil sie eine Perspektive aufgezeigt bekommen. Integration funktioniert über Sprache und einen Arbeitsplatz - beides steht hier im Fokus", betont der er in einem Pressebericht der VBK. 

Bis zu drei Praktikanten bekommen einen Ausbildungsplatz 

Für die Teilnehmer soll es ein erster Schritt in die deutsche Arbeitswelt sein.  "Die Chance, so intensiv in den Arbeitsalltag hineinblicken zu können, bekommen die wenigsten Flüchtlinge“, sagt Annabel Einert, Lehrerin an der Albert-Einstein-Schule. Drei der Teilnehmer winkt bei erfolgreicher Absolvierung des Praktikums ein Ausbildungsplatz bei den VBK und der AVG.

"Der Ausbildungsplatz ist ein ganz toller Anreiz, für den es sich lohnt, sich anzustrengen", sagt Stefan Mock, der das Projekt auf Unternehmensseite zusammen mit Sarina Wenz leitet und für die Männer als Ansprechpartner fungiert. Nach anfänglicher Skepsis mancher Werkstattkollegen, habe das Projekt inzwischen intern viel verändert. "Die Kollegen sind offen und sagen heute, sie sind begeistert, mit welchem Engagement die jungen Männer arbeiten."

Flüchtlinge sollen deutsche Berufswelt kennen lernen

Alexander Pischon, Geschäftsführer der beiden Verkehrsunternehmen, sagt: "Wir beteiligen uns gerne an diesem Projekt, es ist so wichtig, den jungen Menschen eine Perspektive zu bieten." Zudem suche man dringend gute Fachkräfte. Die Ausbildungsplätze werden zusätzlich zu den ohnehin angebotenen Stellen für alle Bewerber geschaffen.

Wer nach den Praktikumswochen nicht bei den Verkehrsunternehmen unterkommt, für den werden andere Möglichkeiten gesucht. Janine Gerber, Koordinatorin für Berufswegeplanung des Landkreises, begleitet die jungen Männer auf ihrem Weg und steht in ständigem Austausch mit Schule, Ämtern und Betrieb. "In dem Projekt lernen die Teilnehmer Grundzüge wie Pünktlichkeit, sich zu organisieren, technisches Geschick und vor allem die Sprache", erklärt Gerber.

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Asylsituation in Karlsruhe: Schulprojekte, Jobangebote, Integration, Unterkunft - Informationen rund um die Asylsituation in Karlsruhe gibt es immer aktuell auf ka-news.de
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Kommentare (23)
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  •   Marius_Schulz
    (1 Beiträge)

    24.04.2018 08:16 Uhr
    Integration
    In den Massenmedien wird Integration von Migranten häufig mit einem falschen Konzept begegnet. Kaum einer versteht, dass wir im Grunde genommen alle "Migranten" sind. Hier finden Sie eine Darlegung eines anderen Modells der Integration. Viel Spaß bei lesen! https://marius-a-schulz.de/2017/05/25/integration/
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    23.04.2018 20:15 Uhr
    Hm,
    wir lesen ja immer von der berühmt-berüchtigten Grippewelle bei den Fahrern. Da könnten kerngesunde und willige Arbeitskräfte durchaus Abhilfe schaffen.

    Aber ob die Anvisierten sich auf Dauer mit mieser Bezahlung, monotoner und belastender Arbeit bei Null Aufstiegschancen wirklich wohl fühlen werden?

    Sieht so aus, als ob man die Einwanderungspolitik für die Rekrutierung von billigen und abhängigen Arbeitssklaven nutzen will.
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  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    22.04.2018 16:50 Uhr
    Stehe der jetzigen Flüchtlingpolitik zwar kritisch
    gegenüber, aber finde dies trotzdem eine gute Sache. Nicht alle Flüchtlinge wollen sich in die soziale Hängematte begeben, sondern was sinnvolles anfangen mit ihren Leben. Und das sollte man fördern.
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  •   likeka
    (659 Beiträge)

    22.04.2018 12:55 Uhr
    Negative Kommentare
    warum finden sich eigentlich unter so einem Text (fast) nur negative Kommentare?
    Was ist denn daran jetzt schlecht, dass Menschen sich integrieren wollen und eine Chance dazu erhalten?

    Die Geflüchteten sind hier. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Ihnen Chancen bieten, sich zu integrieren und zu arbeiten, also selbst Geld zu verdienen, oder aber sie einfach zu ignorieren, auf Merkel, "die Flüchtlinge", "Gutmenschen", etc. schimpfen und garantiert die Situation nicht zu verbessern.
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  •   yokohama
    (3495 Beiträge)

    22.04.2018 20:32 Uhr
    Wen interessieren
    die geistigen Ergüsse zu Flüchtlingsthemen in der Kommentarspalten-Filterblase? Ein Pups auf dem Klo hat eine vergleichbare Relevanz.
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    23.04.2018 23:04 Uhr
    Wen interessieren deine geistigen Ergüsse?
    ?
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    23.04.2018 23:07 Uhr
    Ein Pups auf dem Klo hat eine vergleichbare Relevanz.
    .
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  •   stoersender
    (1395 Beiträge)

    22.04.2018 14:23 Uhr
    Chancen
    müssen nicht nur geboten werden, man muss sie auch nutzen. Nicht jeder engagiert sich wie er könnte und müsste, weil es sich im deutschen Sozialsystem auch so gut leben lässt. Auch das gehört zur Wahrheit.
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  •   likeka
    (659 Beiträge)

    22.04.2018 15:02 Uhr
    Richtig
    Ich habe auch nicht geschrieben, das alles super ist.
    Ich frage mich nur, warum zu einer offensichtlich positven Sache so viel negativ kommentiert wird.
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  •   andip
    (11340 Beiträge)

    23.04.2018 12:05 Uhr
    Relativ einfach
    Es gibt nun einmal gewisse Kreise, die glauben, das alle Flüchtlinge/Asylbewerber nur faul und arbeitsscheu seien und das keiner von denen arbeiten wolle und auch dazu völlig unqualifiziert seien.
    In Wirklichkeit schliessen die nur von sich selbst auf andere.
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