31  

Karlsruhe Flüchtlingsheime in Karlsruhe: Landkreis plant Rückbau der Unterkünfte

Über 3.800 Wohn-und Schlafplätze bietet der Landkreis Karlsruhe asylsuchenden Menschen. Allerdings werden weniger als die Hälfte dieser Unterbringungen derzeit genutzt. Der so betiteltete "Masterplan" des Landkreis Karlsruhes sieht nun vor, diese leeren Unterkünfte zurückzubauen oder anderweitig zu nutzen.

Parallel zu den rückläufigen Asylbewerberzahlen reduziert der Landkreis Karlsruhe aktuell seine Gemeinschaftsunterkünfte. Menschen, die in einer solchen Unterkunft leben, befinden sich derzeit im zweiten Schritt des in Baden-Württemberg praktizierten dreigliedrigen Aufnahmesystems. Aber von vorne:

In Karlsruhe befindet sich, mit der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, abgekürzt LEA, die erste Anlaufstelle für asylsuchende Menschen in Baden-Württemberg. Hier besteht die Möglichkeit einen Asylantrag zu stellen, es folgt die Registrierung und die Verteilung auf die Bundesländer. Diese Verteilung ist durch sogenannte Aufnahmequoten geregelt. Die Quote für Baden-Württemberg liegt bei 12,9 Prozent. Dieser Vorgang stellt die erste Stufe des in Baden-Württemberg gängigen dreigliedrigen Aufnahmesystems dar.

Flüchtlingslager
Die Mackensen-Kaserne in Karlsruhe wurde eine Notunterkunft in der Hochzeit der Flüchtlingskrise. (Symbolbild) | Bild: lb

Von der LEA aus folgt die zweite Stufe, die sogenannte vorläufige Unterkunft durch die Aufnahmebehörden bei den Stadt- und Landkreisen. Diese Zuteilung erfolgt durch einen Bevölkerungsschlüssel. Hier werden die Betroffenen bis zum Abschluss des Asylverfahrens und maximal für zwei Jahre, untergebracht. Nach dem Ende der vorläufigen Unterbringung werden die Flüchtlinge innerhalb des Landkreises auf die kreisangehörigen Gemeinden, in die sogenannte Anschlussunterbringung (= Schritt drei), verteilt.  

Knapp 2.000 freie Plätze

Inzwischen stehen viele der über 3.800 vorläufigen Unterkünfte im Landkreis Karlsruhe leer. Nur noch wenige Personen sind dort untergebracht. In einer Kreistag-Sitzung im Mai stand die Flüchtlingssituation im Landkreis Karlsruhe zuletzt auf der Tagesordnung. Das Ergebnis dieser Sitzung zeigt, dass sich die Flüchtlingszahl in diesen Unterbringungen weiter verkleinern wird, da in naher Zukunft weitere Asylbewerber zur Anschlussunterbringung in die Städte und Gemeinden zugewiesen werden sollen.

Flüchtlingsunterkunft in Rheinstetten
Flüchtlingsunterkunft in Rheinstetten (Symbolbild). | Bild: (ks)

"Zwölf Gemeinden haben ihre Aufnahmepflicht für 2017 erfüllt, im Jahr 2018 werde sich diese Zahl weiter verringern", führte Landrat Christoph Schnaudigel bereits in einer Kreistag-Sitzung im November 2017 aus. Schaudigel wies damals darauf hin, dass in vielen Fällen keine neuen Unterkünfte geschaffen werden müssen. So wird sich der Landkreis weiterhin, sofern es möglich ist, von einigen Mietobjekten (Wohnungen, Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten) trennen. Demzufolge sollen rund 1.000 Plätze an die kreisangehörigen Städte und Gemeinden vermietet werden. Insgesamt 2.500 Plätze können es, unter Berücksichtigung der Rückbauplätze, bis 2019 sein.

Landeserstaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe
Landeserstaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe (Symbolbild). | Bild: Paul Needham

Rückbau hat bereits begonnen

Der Kreistag nahm in seiner jüngsten Sitzung vom 17. Mai zur Kenntnis, dass im vergangenen Jahr 935 Plätze an 16 Standorten abgebaut und 50 von 51 angemieteten Einzelwohnungen wieder frei gegeben wurden. Derzeit verfügt der Landkreis über 3.847 Unterbringungsplätze in 36 Unterkünften, von denen bis Ende nächsten Jahres weitere 1.510 Plätze zum Abbau anstehen.

Bettenlager Flüchtlinge
Das Schlafzelt in der Mackensen-Kaserne bietet Platz für über 1.000 Flüchtlinge. | Bild: (lb)

Landrat Christoph Schnaudigel kündigte im Hinblick auf die hohe Nachfrage für Mietwohnungen an, landkreiseigene Kapazitäten nicht völlig aufzulösen sondern für den Mietmarkt zu öffnen. Er wies darauf hin, dass der Landkreis bereits eine spürbare Entlastung des Wohnungsmarkts erreicht habe, indem frei werdende Kapazitäten auf Wunsch den Städten und Gemeinden für Zwecke der Anschlussunterbringung zur Verfügung gestellt wurden. 925 Flüchtlinge sind auf diese Art bereits in sogenannten "Kombimodellen" untergebracht.

Integration steht über Unterbringung

"War bislang die Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten dringlichste Aufgabe, so steht nun die Integration der Menschen im Fokus", führte der Schnaudigel weiter aus. Kernstück der Integrationsförderung durch das Land sind ausgebildete Integrationsmanager, die die Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung individuell unterstützen. 28 Gemeinden im Landkreis Karlsruhe nehmen das Angebot des Landkreises auf Integrationsmanagement bisher wahr.

Mehr zum Thema
Asylsituation in Karlsruhe: Schulprojekte, Jobangebote, Integration, Unterkunft - Informationen rund um die Asylsituation in Karlsruhe gibt es immer aktuell auf ka-news.de
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (31)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   malerdoerfler
    (5837 Beiträge)

    11.06.2018 17:11 Uhr
    Neue Wege des Lernens
    Dänemark, Italien - alle probieren sie neue Wege und Möglichkeiten.

    Wollen wir da außen vor stehen und etwa nicht mitmachen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    11.06.2018 18:55 Uhr
    Mutti läßt uns nicht mitmachen.
    Wir sollen den Teller leeressen den sie uns eingebrockt hat. Tja in anderen Ländern lassen sich die Leute nicht so auf der Nase herumtanzen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mondgesicht
    (2150 Beiträge)

    11.06.2018 17:42 Uhr
    Frau Merkel
    möchte das nicht. Sie streichelt vermutlich jeden Abend ihr Friedenslämpchen, das sie vor einigen Wochen bekommen hat, und sagt sich: alle anderen sind Geisterfahrer.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (5837 Beiträge)

    11.06.2018 17:10 Uhr
    Alle schließen
    Dänemark macht es vor
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    11.06.2018 09:55 Uhr
    Uns fliegt das eh alles um die Ohren.
    Noch, ja noch haben wir das Geld, um die 20 Milliarden €, die uns laut Focus die Flüchtlinge im Jahr Kosten. Wer aber die Geschehnisse in den USA und Italien verfolgt, wird feststellen, dass kann sehr schnell anders werden. Steigende Arbeitslosigkeit mit all den Nachwirkungen, sei es Gesundheitssystem, Rente usw . Dann ist nichts mehr da zum Verteilen. Es ist abgrundtief naiv zu glauben, es bleibt mit der Wirtschaft alles wie es ist. Gerade Italien wird u.U. zum Sprengsatzfür den Euro. Dann ist auch das Geld der Sparer futsch, wo es eh keine Zinsen mehr gibt.
    Was dies alles für den sozialen Frieden in D bedeutet, kann sich jeder vorstellen. Anstatt wie die Linke naive Forderungen wie offene Grenzen zu stellen, sollte man lieber über dieses Szenario nachdenken.
    Leider wird es so sein wie mit dem BamF, erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist wird wenn überhaupt reagiert.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   maehdrescher
    (1233 Beiträge)

    11.06.2018 11:22 Uhr
    Wenn nichts mehr da ist zum Verteilen...
    Dann verändert sich das Land. Und ich freue mich darauf.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Der_Sprayer
    (291 Beiträge)

    11.06.2018 11:28 Uhr
    Ach, sie freuen sich
    auf einen Bürgerkrieg, denn der wird dann sicher kommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (5837 Beiträge)

    11.06.2018 16:38 Uhr
    Zu freuen ist da nix
    OB es gleich einen Bürgerkrieg gibt ist fraglich, aber ich habe keine Lust zu erleben wie es zu Verteilungskämpfen kommt.

    Das kann schon so aussehen, dass Leute vermehrt in die Häuser und Wohnungen eindringen während die Besitzer arbeiten gehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Der_dunkle_Turm
    (649 Beiträge)

    10.06.2018 17:25 Uhr
    Laut Katrin Göring Eckardt
    kommen demnächst 160 Millionen Klimaflüchtende auf uns zu.

    Sollte man angesichts der Verpflichtung nicht lieber die Kapazitäten ausbauen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Propagandahilfskraft
    (1290 Beiträge)

    11.06.2018 15:07 Uhr
    Aber, aber!
    Da müssen wir einfach nur mehr CO2-ABlassbriefe kaufen! Kauft mehr CO2-Ablassbriefe damit wir, unsere Kinder und Kindeskinder nicht in der Klimahölle schmoren. Denkt den keiner an die Kinder? Kauft mehr CO2-Ablassbriefe! Amen!

    Wer sich von dem grünen Geschwätz verarschen lässt, dem ist nicht mehr zu helfen. Nestle und Co kaufen in vielen Ländern das Grundwasser auf, verschmutzen die Umwelt durch die Produktionsabfälle, reißen das fruchtbare Land an sich, vertreiben die Anwohner, entziehen den dort schon länger Lebenden die Lebensgrundlage und zeigen dann auf eine ominösen Klimakatastrophe. Das Problem heißt Kapitalismus, aber das werden die Bonzen und Bonzetten des extremkapitalistischen Kriegsbündnis 99/Die OlivgrünInnen niemal zugaben.

    Was im Mittelalter die Kirchen in den Köpfen der Menschen angerichtet haben machen heute die Ökotheologen und Extremkapitalisten. Der Klimawandel ist propagandistisch so was wie das Fegefeuer.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.