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Karlsruhe Flüchtlinge in der Region: Kommen bald weitere Unterkünfte dazu?

Erneut war die Unterbringung von Asylbewerbern Thema im Kreistag. In seiner jüngsten Sitzung am 27. November berichtete Landrat Christoph Schnaudigel, was die Verwaltung unternommen hat und weiter unternehmen muss, um Gemeinschaftsunterkünfte für die steil ansteigende Zahl von Flüchtlingen einzurichten. Dies teilt der Landkreis Karlsruhe in einer Pressemeldung mit.

1.536 Plätze in 14 Unterkünften stehen derzeit im Landkreis zur Verfügung, bis Ende 2015 müssen die Kapazitäten jedoch auf 3.500 Plätze erweitert werden. Über 2.000 Plätze sind für das Jahr 2015 bereits konkret an ganz unterschiedlichen Standorten im Kreis geplant. Dies wird jedoch nach Ansicht des Landkreises nicht ausreichen.

Bearbeitung der Asylanträge dauert immer länger

Die Verwaltung sucht deshalb weiterhin mit Hochdruck nach geeigneten Grundstücken, insbesondere auch in den Städten und Gemeinden, in denen derzeit noch keine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber vorgehalten wird. Aber auch die Städte und Gemeinden in denen heute bereits eine Unterkunft steht, müssen - sofern sich dies bei einer gleichmäßigen Verteilung ergibt - mit weiteren Unterkünften rechnen, so heißt es in der Pressemitteilung weiter. Mit Infoveranstaltungen für Bürger werde die Bevölkerung über die konkreten Vorhaben informiert.

Die Situation verschärfe sich auch deshalb, weil die Lücke zwischen eingeleiteten und abgeschlossenen Asylverfahren immer größer werde und sich dadurch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Gemeinschaftsunterkünften erhöht. Da Asylbewerber jedoch nur maximal zwei Jahre in  diesen wohnen dürfen, kommen immer mehr Menschen in die Anschlussunterbringung in den Städten und Gemeinden, ohne dass ihr Asylverfahren abgeschlossen ist und somit Klarheit darüber besteht, ob sie in Deutschland bleiben dürfen oder nicht.

Nachdem sich die Zahl der Anschlussunterbringungen gegenüber dem Vorjahr bereits auf 250 verdoppelt hat sowie für 2015 sowie das Folgejahr mit weiteren erheblichen Steigerungen gerechnet werden muss und darüber hinaus noch die Aufnahme von 75 sogenannten "Kontingentflüchtlingen" aus Syrien aussteht, hat die Landkreisverwaltung konkrete Zahlen vorgelegt, damit sich die Städte und Gemeinden frühzeitig auf die Situation einstellen können. Daneben mache sich der Landkreis Gedanken um die Vereinfachung der Verwaltung.

Kreis will weiter Geld vom Land

Der Landrat kündigte ein Konzept an, das in Anlehnung an ein Pilotprojekt des Integrationsministeriums mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) Ausweisdokumente als Fahrscheine akzeptiert. Begrüßt wurde von Seiten des Kreistags ein Vorschlag des Sozialministeriums, wonach für Asylbewerber eine Gesundheitskarte eingeführt werden soll, was den Verwaltungsaufwand bei Arztbesuchen ebenfalls erheblich vereinfachen würde.

Zudem sei die Landkreisverwaltung dabei, mit der Agentur für Arbeit konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um eine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt zu erleichtern, nachdem Asylbewerber künftig schneller als bisher eine Arbeit aufnehmen dürfen. Landrat Schnaudigel informierte das Gremium auch, dass der Landkreis aktuell rund 15 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen hat, die im Rahmen der Jugendhilfe stationär betreut werden.

Es sei damit zu rechnen, dass sich diese Zahl auf 30 erhöht. Die Jugendhilfeeinrichtung Schloss Stutensee hat bereits eine Inobhutnahmegruppe von acht Plätzen eingerichtet und prüft derzeit eine Erweiterung. Nach wie vor deckten die vom Land zur Unterbringung bereitgestellten Pauschalen bei weitem nicht die tatsächlich entstehenden Kosten der Unterkunft, so der Landkreis weiter.  Der Kreistag forderte deshalb das Land Baden- Württemberg erneut auf, dem Landkreis entstehende Kosten im Wege einer sogenannten "Spitzabrechnung" zu ersetzen.

Mehr zum Thema
Asylsituation in Karlsruhe: Schulprojekte, Jobangebote, Integration, Unterkunft - Informationen rund um die Asylsituation in Karlsruhe gibt es immer aktuell auf ka-news.de
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  • unbekannt
    (213 Beiträge)

    01.12.2014 02:25 Uhr
    @Stimmt
    Haargenau
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  •   Sandhas
    (1286 Beiträge)

    30.11.2014 14:44 Uhr
    Ich suche fuer hier (Kanada)
    noch 2 bis 3 Elektrotechniker!!
    Englische Grundkenntnisse sind Bedingung, Erfahrungen mit Photovoltaik waeren erwuenscht!
    Was nicht geht sind Vorstrafen jeder Art.
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  •   Jens
    (86 Beiträge)

    30.11.2014 23:42 Uhr
    Wo in Kanada?
    BC wäre nett.
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    01.12.2014 00:27 Uhr
    Werd erst mal erwachsen, lieber Jens.
    zwinkern
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  •   Sandhas
    (1286 Beiträge)

    01.12.2014 00:07 Uhr
    Ontario,
    zwischen Windsor und Toronto.
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  • unbekannt
    (940 Beiträge)

    30.11.2014 21:35 Uhr
    Kanada
    Kann ich in Kanada auch als Birkenzüchter durchstarten, oder müßte ich dafür auf Ahorne umschulen?
    Ich bin der englischen Sprache einigermaßen mächtig, für den Rest gibt es den google translator. Da ich nicht beabsichtige dort Sozialhilfe zu beantragen, bräuchte ich ja auch keine sooo guten Sprachkenntnisse.

    "Would you like buy a tree", das kriege ich noch hin.
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  •   Sandhas
    (1286 Beiträge)

    01.12.2014 00:11 Uhr
    Ja, aber nur wenn du
    ein Diplom deiner Baumschule vorlegen kannst?
    Ich hoffe doch du hast einen entsprechenden Abschluss?
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  •   gabin
    (1026 Beiträge)

    30.11.2014 11:33 Uhr
    Oppermann: Wir müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen
    "Wir werden mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen, und wir sollten das auch tun", sagte Oppermann am Sonntag im Deutschlandfunk. Viele der syrischen Flüchtlinge seien zudem "ziemlich gut ausgebildet", so der SPD-Politiker. Es sei darüber hinaus wichtig, die Kinder rasch wieder in die Schule zu schicken.
    "Das ist eine große Chance für uns, dass diese Menschen langfristig eine Heimat in Deutschland finden und uns dann auch helfen", sagte Oppermann. Wenn die gravierenden Folgen des demografischen Wandels einsetzten, brauche Deutschland Arbeitskräfte. "Im Vordergrund muss aber im Augenblick die humanitäre Verantwortung stehen. Und in Deutschland ist die Bereitschaft, die Flüchtlinge zu unterstützen, ungeheuer groß", betonte der Bundestagsabgeordnete.
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  •   Am_Rhein
    (716 Beiträge)

    30.11.2014 18:31 Uhr
    Die Bevölkerung wird
    da ein bisschen dumm gehalten. Wenn man unsere Politiker hört (und zwar durchweg, ob von Grünen, CDU oder SPD), dann könnte man meinen, es kämen nur Menschen aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

    Die Wahrheit sieht doch so aus, dass diese Flüchtlinge nur einen begrenzten Teil der Asylbewerber ausmachen – die anderen kommen vorwiegend aus schwarzafrikanischen Ländern, und zwar aus rein wirtschaftlichen Gründen.

    Bei den Syrern mag es noch zutreffen, dass da einige gut ausgebildete Leute dabei sind. Schlichtweg deshalb, weil diese Menschen wirklich vor Krieg und Verfolgung flüchten – und wer von der IS bedroht wird, dem nützt auch seine Bildung oder seine vorherige Position im Beruf nichts mehr. Und der ist dankbar, hier eine Chance zu bekommen.

    Ganz anders sieht es bei den vielen afrikanischen Wirtschaftsflüchtlingen aus, die keinerlei Qualifikation mitbringen. Und das weiß auch Herr Oppermann von der SPD.
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  •   Am_Rhein
    (716 Beiträge)

    30.11.2014 18:31 Uhr
    Ergänzung dazu:
    Es wurde hier in der Diskussion ja auch schon vorgeschlagen, man könne die Leute ja entsprechend qualifizieren. Das stimmt natürlich, aber bitte mal ehrlich: Der Prozentsatz derer, die aus unterschiedlichsten Gründen sich nicht qualifizieren lassen, ist viel zu hoch. Und all diese werden immer nur staatliche Leistungen beziehen.

    Wenn Sie das nicht glauben, dann schauen Sie sich doch die Probleme an, die viele hier lebende Menschen vor allem mit türkischem/ arabischen Migrationshintergrund haben. Ein guter Prozentsatz hat es geschafft, ist hier einwandfrei integriert und gut oder sehr gut ausgebildet. Aber ein leider immer noch viel zu großer Teil ist inzwischen in dritter Generation in Deutschland, aber in deutscher Sprache reicht es nicht weiter als bis zu „Ey, Alder, f*** disch…“. - Bildung? Nein danke.

    Aufgrund dieser Erfahrungen bleibe ich realistisch und prophezeie, dass es auch bei den afrikanischen Wirtschaftsflüchtlingen nicht besser wird.
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