22 Jahre ist es schon her, dass die Ärzte als Reaktion auf fremdenfeindliche Attacken wie beispielsweise in Hoyerswerda mit ihrem Song "Schrei nach Liebe" ein musikalisches Statement gegen Neonazis bezogen haben. Angesichts brennender Flüchtlingsheime deutschlandweit gewinnt "Schrei nach Liebe" wieder an Aktualität. Die private Initiative "Aktion Arschloch" hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Lied der Berliner Band wieder in die Charts und ins Radioprogramm bringen.

Mit Erfolg: Bei iTunes, Google und Amazon gelang das innerhalb kurzer Zeit.  Wie der Chartersteller GfK Entertainment am vergangenen Freitag mitteilte, schoss die 22 Jahre alte Single in den Singlecharts auf den zwölften Rang.  Die Ärzte selbst finden die Aktion "gut und wichtig", wie sie auf ihrer Homepage erklären. "Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern", heißt es hier. Alle Einnahmen von "Schrei nach Liebe" werden die drei Musiker nach eigener Aussage an "Pro Asyl" spenden. Einer Gruppe Karlsruher reicht das aber noch nicht aus.

"Zeigen wir, was Musik bewirken kann!"

Sie wollen das Lied auf die Straßen der Karlsruher City bringen. Wie eine ka-news-Reporterin berichtet, ist für Samstag, den 12. September um 17 Uhr ein Flashmob im Schlossgarten geplant. "Einfach in Dauerschleife 'Schrei nach Liebe' von den Ärzten singen", heißt es unter der Veranstaltung bei Facebook, "zeigen wir, was Musik bewirken kann." Am Donnerstag hatten sich bereits rund 230 Personen bei Facebook für die Veranstaltung angemeldet.

Auf Nachfrage von ka-news bestätigt das Karlsruher Ordnungsamt, dass am Dienstagmorgen für Samstag 17 Uhr Zeitraum eine fünfminütige Veranstaltung angemeldet wurde. Aktuell befinde man sich noch in den Kooperationsgesprächen. "Momentan sieht es danach aus, dass die Veranstaltung wohl stattfinden wird", so eine Pressesprecherin.

Karlsruhe steht mit dieser Flashmob-Idee nicht allein da: Auch in anderen Städten wie  Berlin, München oder Kiel sind ähnliche Aktion geplant . Wie auch in Karlsruhe stecken allerdings nicht die Initiatoren der "Aktion Arschloch" hinter den Veranstaltungen, wie diese auf Facebook erklären: "Wir finden die Idee super! Aber leider haben wir nicht die Ressourcen, um als zentraler Koordinator aufzutreten."

Auch der Karlsruher Flashmob wurde offenbar von einer Privatperson aus Eggenstein-Leopoldshafen ins Leben gerufen. Das Karlsruher Ordnungsamt bestätigt ebenfalls, dass die angemeldete Aktion im Schlossgarten von einer Privatperson angemeldet wurde.


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