Die Fahrradstraße ist für Fahrradfahrer gedacht, nur durch Zusatzzeichen ist es auch Kraftfahrzeugen erlaubt sie zu benutzen, erläutert Joachim Zwirner vom Polizeipräsidium Karlsruhe. So werde es auch in der Sophienstraße gehandhabt. Den Fahrradfahrern "gehöre" die Straße, ihnen ist es auch ausdrücklich gestattet nebeneinander her zu fahren. Kraftfahrzeuge seien nur zu Gast und müssten ihre Geschwindigkeit den Radfahrern anpassen.

Zwirner betont aber auch, dass bei allen Privilegien für die Radfahrer, die Fahrradstraße nicht automatisch eine Vorfahrtsstraße sei. Hier gelte weiterhin Rechts vor Links, außer die Beschilderung sage etwas anderes. Seit 1.September gibt es eine Änderung in der Straßenverkehrsordnung: Es wurde festgelegt, dass die Geschwindigkeit aller Fahrzeuge auf einer Fahrradstraße maximal 30 Kilometer pro Stunde betragen darf. Zuvor gab es die etwas schwammige Vorgabe der "mäßigen" Geschwindigkeit, die des öfteren für Verwirrung gesorgt hatte.

SPD-Gemeinderatsfraktion fordert Erweiterung

Die Sophienstraße ist das erste großflächige Fahrradstraßenprojekt in Karlsruhe. Es gibt noch zwei kleinere Fahrradstraßen in der Innenstadt. Mit der Einführung der Fahrradstraße sei auf die Beschwerden der Anwohner reagiert worden. Diese hätten sich über den hohen Radverkehr auf den Bürgersteigen beschwert, sagt Zwirner. Durch die Fahrradstraße habe sich dieser jetzt auf die Straße verlagert. In wiefern sich die doch recht hohe Unfallquote auf der Sophienstraße verringert habe, würde man erst in der Analyse am Ende des Jahres sehen können.

Die SPD-Gemeinderatsfraktion fordert jetzt sogar eine Erweiterung der Fahrradstraße über die Kreuzung Scheffelstraße hinaus. In einem Antrag im Gemeinderat fordert sie auf Grund der hohen Akzeptanz und um die Kreuzung zu entschärfen eine Verlängerung in östlicher Richtung. Ein zweiter Antrag beinhaltet die Forderung nach mehr Aufklärung seitens der Polizei, um die Verkehrsteilnehmer über die Funktion von Fahrradstraßen und ihre rechtliche Stellung zu informieren.

Problembereich zwischen Schefflerstraße und Reinhold-Frank-Straße

Auch bei den von ka-news befragten Anwohnern waren die Reaktionen durchgehend positiv. Die Befragten waren der Ansicht, dass sich die Situation auf den Bürgersteigen entspannt habe. Die Fahrradfahrer finden es positiv, dass sie nebeneinander auf der Straße fahren dürfen. Bei den meisten Autofahrern seien die Regeln der Fahrradstraße auch bekannt, es gäbe zwar Drängler aber nur wenige.

Den an die Fahrradstraße angrenzenden Abschnitt zwischen der Kreuzung Schefflerstraße und Reinhold-Frank-Straße sehen alle befragten als Problembereich. Zum Einen sei die Verengung der Fahrbahn ein Problem und zum Anderen würden besonders in diesem Bereich die Autos besonders wild parken. Auch vielen Fahrradfahrern sei nicht klar, dass die Fahrradstraße an der Kreuzung Schefflerstraße ende, sie verhielten sich weiter wie auf einer Fahrradstraße.