Karlsruhe/Bretten "Zunächst mal frustriert"

Kritik aus Bretten an der neuen Spielstätte (Foto: ka-news)
Der KSC kann seinen sportlichen Wiederaufstieg in Zukunft in einer neuen Arena weiter verfolgen. Die Mehrheit der Gemeinderatsvertreter stimmte am Dienstag einer entsprechenden Beschlussvorlage zu (ka-news berichtete). Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger kritisierte derweil den vereinbarten Umbau des Wildparkstadions. Gegenüber ka-news nannte er die Gründe, warum er gegen den Stadionumbau ist.

"Der KSC verbindet eine Region von der Südpfalz bis ins Kraichgau. Ein Stadion, das 35.000 Zuschauer fasst, ist kein Modell, dass einer Metropolregion gerecht wird", klagte Paul Metzger, der seit 20 Jahren Mitglied des KSC ist. Jetzt, wo man gegenüber Stuttgart "einen Punkt hätte setzen können", habe man zurückgezogen. Man müsse "sich überlegen, ob man mit Hoffenheim konkurrieren will oder mit Stuttgart".

"Ich weiß, dass es einen Großsponsor gegeben hat"

Auch wegen potenzieller Länderspiele in der Fächerstadt schwebe ihm für eine neue Arena ein Fassungsvermögen von "40.000 + X" vor. Selbst ein "Dorfverein" wie der 1. FC Kaiserslautern habe ein Stadion, in dem 47.000 Zuschauer Platz fänden. Mit Blick auf "das Investoreninteresse, das es gab und gibt", bemängelte er, dass Größe, Standortfrage und Realisierungsmöglichkeiten der neuen Arena im Vorfeld der Entscheidung besser hätten ausgelotet werden können.

Die neue Spielstätte sollte seiner Meinung nach in der Nähe eines Autobahnanschlusses gebaut werden, an einem Ort, "wo Straßenbahn und Autobahn sich treffen". Für den Standort Ettlingen-Seehof hätte es einen Interessenten gegeben. "Ich weiß aus definitiver Quelle, dass es einen Großsponsor gegeben hat, auf den man nicht eingegangen ist", so Metzger, der allerdings keinen Namen nannte. "Eine bessere Werbung können wir gar nicht bekommen."

"Ich habe das Thema immer wieder vorgebracht"

Was den Umbau des alten Wildparkstadions betrifft, kritisierte er die Ausgabe von "30 Millionen Euro für eine Haupttribühne, die mit manchen Mängeln behaftet ist". Auch auf die Parkplatzproblematik am bisherigen Standort im Hardtwald verwies er. Metzger sieht die Naturschützer wegen des durch Autos zugestellten Waldes sich schon in Position bringen.

Aber warum meldete sich Paul Metzger erst jetzt zu Wort, nachdem letzte Details über die Bereitstellung finanzieller Mittel des Bauprojekts endlich geklärt worden waren und damit die zähen Verhandlungen zwischen der Stadt und dem KSC mit dem Gemeinderatsbeschluss ein Ende fanden? Metzger: "Ich habe seit Monaten in allen Treffs versucht, dieses Thema in eine andere Richtung zu bringen. Ich habe mit Vertretern der SPD-Fraktion gesprochen, mit Fenrich, Raase... Ich habe das Thema seit dem Bürgerempfang Anfang des Jahres immer wieder vorgebracht."

Austritt Brettens aus der Technologieregion Karlsruhe?

Laut SWR-Angaben soll der Oberbürgermeister der Melanchthonstadt gar mit dem Austritt Brettens aus der Technologieregion Karlsruhe gedroht haben. Wie steht es damit? Metzger: "Ich habe nur die Effizienzfrage gestellt: Wenn dies die Position der Technologieregion Karlsruhe ist, dass Spitzensport provinziell nach unten geht, dann muss man darüber nachdenken, ob es noch Sinn macht, Teil der Technologieregion zu sein." An der vom Gemeinderat getroffenen Entscheidung werde sich nun nichts mehr ändern, "aber ich bleibe durchaus bei meiner Position und bin zunächst mal frustriert".

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