Karlsruhe "Zug der Erinnerung"

Einfahrt des Zuges in Frankfurt: erste Station der 3.000 Kilometer langen Fahrt durch Deutschland (Foto: pr)
Am vergangenen Donnerstag startete der "Zug der Erinnerung" in Frankfurt am Main zur Fahrt durch die Bundesrepublik. Der Zug besteht aus einer Dampflok und einem Ausstellungswagen und verkehrt auf der Strecke der früheren Deportationen der Reichsbahn. Dort steuert er Heimatstädte der über 12.000 Kinder an, die zwischen 1940 und 1944 in die Vernichtungslager verschleppt wurden. Nach Frankfurt fährt der Zug über Mannheim am Sonntag, 18. November, im Hauptbahnhof Karlsruhe ein.

An den früheren Deportationsorten bemühen sich Bürger um Spurensuche nach den deportierten Kindern und Jugendlichen. Die Opfer stammen aus jüdischen Familien, aus Familien der Sinti und Roma oder sind Kinder von Nazi-Gegnern. Ihre Lebenszeugnisse, Fotos, Archivbelege und mündlichen Berichte wird der Zug am Ende der mehrmonatigen Reise zur Gedenkstätte Auschwitz (Oswiecim) bringen. Mit dem "Zug der Erinnerung" soll insbesondere der Leiden der jugendlichen Opfer gedacht werden.

1.008 Karlsruher Juden ermordet

In Karlsruhe hat das Institut für Stadtgeschichte 88 deportierte und ermordete Kinder und Jugendliche recherchiert und das Gedenkbuch für die Karlsruher Juden aufgelegt. 1933 lebten 3.358 Juden in Karlsruhe. 1.008 wurden zwischen 1933 und 1945 ermordet. An sie erinnert das Gedenkbuch. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe, Junge und Alte, Schülerinnen und Schüler, Rentner und Berufstätige recherchieren nach dem Leben der ermordeten Menschen und verfassen eine Biographie, etwa zwei bis vier Seiten. Jede fertig gestellte Biographie wird mit dem Namen der Verfasserin und des Verfassers dem Gedenkbuch eingefügt, das als Datenbank und auch als materielles Einlege-Buch vorliegt.

Patenschaften übernehmen

Das Gedenkbuch für die Karlsruher Juden ist während der Haltezeit des "Zuges der Erinnerung" im Zug installiert. Beteiligen kann man sich über die Haltezeit in Karlsruhe hinaus über das Institut für Stadtgeschichte und somit Rechercheergebnisse nachliefern.Interessierte Bürgerinnen und Bürger können eine "Patenschaft" für einen oder mehrere der ermordeten Juden aus Karlsruhe übernehmen. In Gruppen oder einzeln suchen sie nach Spuren eines der Opfer und verfassen daraus eine Biographie, die dem Gedenkbuch eingefügt wird.

Die feierliche Begrüßung des "Zuges der Erinnerung" im Karlsruher Hauptbahnhof (und die Eröffnung der Ausstellung) findet am Sonntag, 18. November, gegen 13.45 Uhr statt. Am Montag, 19. November, kann die Ausstellung im Zug zwischen 8 und 19 Uhr besucht werden, am Dienstag, 20. November, zwischen 8 und 17 Uhr. Anschließend fährt die rollende Ausstellung weiter nach Ettlingen, wo der Zug am Mittwoch, 21. November, gegen 9.30 Uhr im Stadtbahnhof feierlich begrüßt wird. Dort ist die Ausstellung an diesem Tag bis 18 Uhr zu sehen.

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