Kreis Karlsruhe/Ortenaukreis Zehntausende Fußballfans

Weitestgehend friedlich verliefen die Siegesfeiern (Foto: ka-news)
Nach dem EM Halbfinalspiel Deutschland gegen die Türkei füllte sich die Karlsruher Innenstadt zwischen Europaplatz, Stephanplatz und Marktplatz mit mehreren Zehntausend jubelnden Fußballfans. Auf dem Europaplatz drohte die Situation kurzzeitig zu eskalieren. Zirka 1.000, zumeist junge türkische Fußballfans begannen - wohl aus Frust über das verlorene Spiel - anwesende deutsche Fans verbal und durch Würfe mit Flaschen und Feuerwerkskörpern zu provozieren.

Aber auch aus den Reihen der deutschen Fans flogen Flaschen, weshalb die Polizei dazwischen ging und mit allen verfügbaren Kräften die Hitzköpfe auseinander halten musste. In dieser Tumultlage kletterten mehrere deutsche Fußballfans auf das Dach der dortigen Straßenbahnhaltestelle, die dem Gewicht nicht stand hielt. Mehrere Personen brachen durch das Dach und verletzten sich glücklicherweise nur leicht.

Bis auf kleine Ausreißer waren es friedliche Feiern

Es gelang, die türkische Fangruppe auf die Kaiserstraße Höhe Douglasstraße zu bringen, wo diese eine Sitzblockade durchführten. In dieser angespannten Situation richtete ein älterer türkischer Imbissladenbesitzer mit dem Polizeimegafon mehrere Ansprachen an seine Landsleute, worauf sich die Situation merklich entspannte. Zu der Zeit formierte sich ein Autokorso, der schnell auf zirka 1.000 bis 1.200 Fahrzeuge anschwoll. Sowohl der Auto- wie auch Straßenbahnverkehr in der Innenstadt kam zum Erliegen, normalisierte sich aber gegen 1 Uhr wieder.

Die Fans bevölkerten die Innenstadt (Foto: ka-news)

Insgesamt nahm die Polizei im Stadtgebiet 15 Personen vorläufig fest. Polizeisprecher Fritz Bachholz zeigte sich gegenüber ka-news abgesehen von der Situation auf dem Europaplatz und mehreren Rangeleien sowie Schnittverletzungen durch Glasscherben im Großen und Ganzen zufrieden über den Verlauf der Feierlichkeiten. "Ausreißer" durch Alkohol oder überschäumende Emotionen habe es in beiden Fanlagern gegeben. Die Polizei sei im Kreis Karlsruhe mit 300 Polizisten, 150 zusätzlichen Kräften, im Einsatz gewesen und habe die Auseinandersetzungen und Provokationen schnell im Griff gehabt. Für das Finalspiel am kommenden Sonntag hoffe man auf friedliche Feiern. Auch hier werde die Polizei mit einem ähnlich großen Aufgebot für einen geordneten Ablauf sorgen, "nach dem Spiel ist vor dem Spiel".

Kleiner Ausschreitungen im Ortenaukreis

Größere Autokorsos und Siegesfeiern gab es auch im Landkreis Karlsruhe. In Bruchsal, Philippsburg und Bretten, sowie weiteren Landgemeinden war ebenfalls ein großer Zulauf bei den entsprechenden Veranstaltungen zu verzeichnen. Auch bildeten sich Autokorsos in allen Größenordnungen. Im Ortenaukreis verfolgten rund 17.000 Zuschauer auf den Straßen und Plätzen der Ortenau das Halbfinalspiel. Der Offenburger Marktplatz war mit 6.000 Fußballfans an seine Kapazitätsgrenze gekommen.

In den Acherner Stadtgarten kamen sogar 7.000 Fußballfans. Hier wurde eine Frau durch einen Flaschenwurf am Kopf verletzt, sie musste im Acherner Krankenhaus behandelt werden. In Kehl besuchten rund 1.400 Zuschauer das Public-Viewing auf dem Marktplatz. In Lahr wo es keine Großleinwand gab, versammelten sich in Lokalen der Innenstadt rund 800 Menschen. Im Kinzigtal, in Haslach, Wolfach und Zell am Hamersbach waren es nochmal 1.700 Menschen. Während der Spielzeit wurden der Polizei vereinzelt Rangeleien gemeldet, insgesamt blieb es aber friedlich. Die überwiegende Mehrheit der Ortenauer Fußballfans verhielt sich vorbildlich, zog der Einsatzleiter der Polizeidirektion Offenburg, Kriminaloberrat Hans-Joachim Mayer seine positive Bilanz.

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