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Karlsruhe "Wir werden die FDP zugrunde richten" - AfD-Aussage sorgt für Zoff in Karlsruhe

"Wir werden die FDP zugrunde richten und die anderen Parteien attackieren", zitieren Medien den Bundesvorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD). Er soll das auf dem Landesparteitag in Pforzheim geäußert haben. Bei Ullrich Eidenmüller, Karlsruher Bürgermeister a.D., sorgt diese Aussage für Aufregung. Denn Eidenmüller (FDP) sieht darin eine "totalitäre Denkweise", wie er es in einem offenen Brief an die AfD nennt. Der Karlsruher AfD-Sprecher Marc Jongen holt in einem Antwortbrief zum Gegenschlag aus.

Jongen sieht, "dass sich die FDP in den vergangenen Jahren schon weitgehend selbst zugrunde gerichtet hat" und beruft sich dabei nicht nur auf die Meinung der AfD, sondern auch auf "große Teile der Bevölkerung und zahlreicher politischer Kommentatoren". Grund dafür sei der "Verrat an den liberalen Ideen", den die FDP begangen haben soll. Für Eidenmüller hat die FDP an sich nichts mit dem Aufreger rund um die Aussage des Bundesvorsitzenden zu tun.

Angriff, Gegenangriff, Ernüchterung

Denn eigentlich sollte es nicht um die Stellung der FDP selbst gehen, für Eidenmüller stellte die Aussage Luckes eine undemokratische Denkrichtung dar, die er so nicht tolerieren wollte. In einem offenen Brief wandte er sich direkt an die AfD Karlsruhe: "Und es wird Sie nicht wundern, dass ich nichts anderes als eine totale Distanzierung von diesen Worten Ihres Bundesvorsitzenden erwarten kann", heißt es in dem Schreiben an den AfD-Bundesvorsitzenden. Andernfalls sei eine "erträgliche Diskussionsbasis unter Demokraten" in Karlsruhe nicht möglich.

Den scheinbar persönlichen Aufreger Eidenmüllers deutet Jongen in seinem Antwortbrief jedoch ganz anders. "Mit Befremden" habe man den Brief Eidenmüllers zur Kenntnis genommen. "Ein Minimum an taktischem Kalkül unterstellend, müssten wir Ihren Brief daher als einen weiteren Versuch [...] werten, die Alternative für Deutschland in der Öffentlichkeit als undemokratisch zu diffamieren", kontert Jongen. Doch er schließe die Möglichkeit nicht aus, dass Eidenmüller durch die "verzerrende Medienberichterstattung" über die AfD der Partei tatsächlich "totalitäres Gedankengut" unterstelle. Dies sei jedoch nicht der Fall, denn man wolle mit keinen anderen als demokratischen Mitteln die eigenen Ziele verfolgen.

"Das ist üble Demagogie!"

Auf die sich scheinbar offenbarende "totalitäre Denkweise", wie Eidenmüller die Aussage Luckes kritisierte, hat Jongen ebenfalls eine Antwort - wenn auch Eidenmüller in einer erneuten Antwort auf Jongens Antwort keine tatsächliche Antwort sieht. "Als erfahrenem Politiker" solle Eidenmüller bekannt sein, dass in "Wahlkampf- oder Parteitagreden aller Parteien oftmals polemische Metaphern zum Einsatz kommen". Jongen nennt Beispiele wie "unter Beschuss nehmen" oder "an vorderer Front". Dass es sich dabei jedoch bloß um Metaphern handele und den Rahmen einer "fairen und demokratischen Auseinandersetzung" nicht verlasse, sei ein "selbstverständliches Übereinkommen" unter Demokraten.

"Das sind keine 'politischen Metaphern', sehr geehrter Herr Jongen, das ist üble Demagogie!", kritisiert Eidenmüller seinerseits die Antwort. Seine Hoffnung, dass man sich mit der Antwort auseinandersetze habe sich nicht erfüllt. "Wenn das Gesagte [...] nicht totalitär ist, was ist denn dann totalitär?" Entscheidend bleibe die Wortwahl, nicht die Wahl der angegriffenen Partei.

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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    06.12.2013 22:19 Uhr
    Ich kann den Herrn Eidenmüller gut verstehen
    seine Partei ist doch quasi schon scheintot. Da kommt so ein lockerer Spruch von Lucke wie gerufen, um mal wieder ein Lebenssignal auszusenden. Wenn ich daran denke, was der große Vorsitzende Westerwelle alles abgelassen hat, als er noch nicht in Diplomatie machen durfte, muss ich sagen, da hat die AfD noch viel Luft nach oben. 2003 bezeichnete er beispielsweise die Schröder-Regierung als unterbesetzten Sauhaufen. Kurz danach bezeichnet Eidenmüllers Parteifreund Westerwelle die Gewerkschaften als "die wahre Plage in Deutschland" und fordert ihre Entmachtung. Nur zwei Beispiele für totalitäres Gedankengut in der FDP, nach denen der Herr Eidenmüller aber KEINE offenen Briefe verschickt hat. Aber da war ja die FDP auch noch nicht scheintot - jetzt ist sie es eben....
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  • unbekannt
    (2134 Beiträge)

    06.12.2013 23:28 Uhr
    Die haben doch
    die Geheimwaffe Lindner,der bringt schon noch den Endsieg zwinkern
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    06.12.2013 23:10 Uhr
    Hua!
    Auferstanden aus Ruinen!

    Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen...

    Suchs dir aus! grinsen
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.12.2013 23:15 Uhr
    Iß ein Snickers...
    grinsen
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    07.12.2013 00:06 Uhr
    Klappe,
    Stinker! grinsen
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    07.12.2013 01:03 Uhr
    Ey alta!
    Willst mich derailen oder was Du Hater? Das muß ich mir nicht bieten lassen! Noch ein Derailingversuch, und I do beschimpfing you als rechter Spacken!
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.12.2013 22:19 Uhr
    AfD ole ole!
    Die Blockparteien bekommen schon Schiß, und das ist auch gut so. Haufen AfDphobe Zeitgenossen - keine Ahnung wovor die Angst haben. Wenn werden sie ja demokratisch gewählt, wie es sich in einem Rechtsstaat gehört.

    Diese ständingen Derailingversuche gegenüber der AfD wirken einfach nur noch lächerlich.
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  •   Baden01
    (618 Beiträge)

    06.12.2013 21:09 Uhr
    SO isses,
    Deutschland braucht unbedingt eine Partei die sich ihrer Wurzeln bewusst ist.

    Eidenmüller ist ein Blubberer! grinsen)
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    07.12.2013 01:13 Uhr
    Wer...
    ...seine Heimat nicht liebt, kann auch keine Achtung gegenüber anderen Völkern empfinden.
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  • unbekannt
    (507 Beiträge)

    06.12.2013 18:40 Uhr
    Endlich
    eine Partei die mit den Kommunistischen Blockparteien aufräumt !!
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