Karlsruhe Wildparkposse geht weiter

Vor über 50 Jahren war der Wildpark eine der modernsten Stadien Deutschlands. Lang ist es her. (Foto: ka-news)
"Ein Baubeginn im Sommer 2009 ist völlig unrealistisch", äußerte sich gestern Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich. "Von unterschriftsreifen Verträgen sind wir noch weit entfernt." Bis zu 17 Millionen Euro teurer als die geplanten 58 Millionen soll nach Angaben der Stadt der Umbau des Wildparks werden.

Diese zusätzlichen Kosten kämen, so heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt, aufgrund ungeklärter steuerlicher Fragen, vom KSC begehrter Garantien und zusätzlicher räumlicher Wünsche, veränderter Auflagen des DFB und der DFL sowie gestiegener Baupreise zustande. Zusätzlich würde sich der jährliche "Zuschuss" im städtischen Haushalt von zuletzt bereits aufgebesserten 1,6 Millionen Euro um weitere zwei bis drei Millionen Euro vergrößern - und das über die Laufzeit des Vertrages von 25 Jahren. "Vor diesem Hintergrund brauche ich ein neues Verhandlungsmandat des Gemeinderats", erklärte das Stadtoberhaupt.

Man müsse von 73 Millionen Euro Baukosten ausgehen

Eine Vertragsunterzeichnung von KSC- Präsident Hubert H. Raase (li.) und OB Heinz Fenrich scheint wieder (einmal) in weiter Ferne (Archivfoto: ka-news)
"Als einer der größten Kostenblöcke", lautet die Pressemitteilung, "schlägt die Forderung des KSC nach speziellen Parkierungsanlagen für die VIP-Gäste zu Buche. Je nach geforderter Variante - von einer Garage in der neuen Tribüne bis hin zu einem befestigten Parkierungsbereich auf dem Birkenparkplatz mit Brückenanbindung, damit man trockenen Fußes zu den Logen oder den Businessseats gelangt - verursachen diese zusätzlichen Überlegungen des KSC Mehrkosten zwischen vier und über acht Millionen Euro. Zusätzliche Büro- und Lagerräume sowie eine lichtdurchlässige Gestaltung von Teilen des Daches, die der KSC seit kurzem für notwendig hält, schlagen mit rund 700.000 Euro zu Buche."

Die Auswirkungen der Baukostenentwicklung in der über zwei Jahre langen Verhandlungsphase beziffern Fachleute auf mittlerweile über vier Millionen Euro zusätzlich. Dazu kämen im vergangenen Herbst geänderte Medienrichtlinien der DFL, die Umbauten an der bestehenden Haupttribüne erfordern - mit Kosten von über zwei Millionen Euro. Obwohl "diese Kosten derzeit nur unverbindliche, grobe Schätzungen sind", wie OB Fenrich betonte, müsse man nach derzeitigem Verhandlungsstand von rund 73 Millionen Euro Baukosten ausgehen. Abschreibung, Verzinsung und Instandhaltung würden den Haushalt der Stadt mit dann bis zu 4,6 Millionen Euro jährlich belasten.

Brettens OB Metzger stellt seinen Stadionplan vor

Es wird wohl noch lange dauern, bis die Bagger anrücken (Foto: ka-news)
"Die Verhandlungen haben gezeigt, dass der Willensbildungsprozess des KSC ganz offensichtlich noch immer nicht abgeschlossen ist". Deshalb sieht Oberbürgermeister Fenrich eine Entscheidung des Gemeinderats über ausverhandelte und unterschriftsreife Verträge im Mai für "nicht haltbar" an. Die Verhandlungen über den Umbau des veralteten Wildparkstadions halten bereits Jahre an. Mehrfach wurde schon ein Durchbruch bei den Verhandlungen sowie ein Baubeginn verkündet. Zuletzt war im November (ka-news berichtete) nach einer Grundsatzentscheidung des Gemeinderats von einem Durchbruch die Rede. Das neue Wildparkstadion scheint (mal wieder) vor dem Aus zu stehen. Vom KSC war bislang zu den Äußerungen des OB keine Stellungnahme zu bekommen.

Gedanken zu einem neuen Stadion machen sich auch die Supporters. Der offizielle Fandachverband des KSC lädt alle Interessierten zu einer offenen Podiumsdiskussion über die Stadionfrage ein. Unter dem Motto "Ein Stadion für Karlsruhe, Visionen - Ziele - Chancen: Für Karlsruhe, für den KSC und für die Region" geht es um "Probleme und Lösungsvorschläge: Umbau des Wildparkstadions oder den Neubau anderer Stelle". Gäste sind unter anderem der Brettener Oberbürgermeister Paul Metzger, der seine Anregungen zur Standortdebatte vorstellen wird (ka-news berichtete). Moderiert wird die Veranstaltung, die am Freitag, 11. April, 19 Uhr, im KSC-Clubhaus stattfindet, von Sportjournalist Jürgen Essig.

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