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Karlsuhe Wieder fallen 200 Karlsruher Bäume

Jährlich werden ab Oktober etwa 200 Bäume im Stadtgebiet gefällt, obwohl sie im Sommer noch gegrünt haben und insgesamt einen unbedenklichen Eindruck machen.

"Wir prüfen die 145.400 Bäume an Straßen, in öffentlichen Parks und Grünanlagen im Stadtgebiet regelmäßig auf ihre Standsicherheit. Dabei benutzen die vier Prüfer verschiedene Verfahren", sagt Helmut Kern vom Gartenbauamt. Sein Kollege Jürgen Unger erklärt:"Mittels eines Hammers wird geprüft ob, der Baum hohl klingt. Mit einer Eisenstange wird der Widerstand der Wurzeln getestet".

Die Baumkontrolle ist fester Bestandteil der Baumpflege, zu der das Gartenbauamt gesetzlich verpflichtet ist. "Das hat nichts mit erhöhtem Aktionismus seit dem umgestürzten Baum in Rastatt zu tun", erklärt Kern. "Aber es kann einem immer mal was durch die Lappen gehen".

Wir fällen Bäume nicht aus reiner Lust

Bei der Kontrolle werden die Bäume in zwei Gruppen eingeteilt. In die erste Kategorie kommen gesunde Bäume. Auf die sogenannte Schadbaumliste, die zweite Kategorie, kommen Bäume, die erste Anzeichen eines Pilzbefalls zeigen. Das besondere Augenmerk der Grünexperten gilt dieser zweiten Sorte. Wegen ihrer Symptome wie Pilzbefall, Faulstellen und "Morschungen" im Stamm und in den Wurzeln werden sie zweimal jährlich kontrolliert. Besonders kritische Exemplare werden mit einem Spezialbohrer angebohrt, um die Stärke der gesunden Stammwände zu ermitteln.

"Den Bäumen sieht man in aller Regel ihre Zugehörigkeit zur Schadbaumliste nicht an. Äußerlich grünen sie im Sommer ganz natürlich, doch innerlich sind sie hohl", so Kern. Das ist auch der Grund für das Unverständnis der Bürger, welches dem Gartenbauamt bei den Fällarbeiten entgegen gebracht wird. Da die hellen äußeren Ringe das tragende Holz darstellen, muss diese Schicht entsprechend dick sein. Ist das nicht mehr der Fall, "fällt das Gartenbauamt jährlich um die 200 Bäume, bevor es der Sturm tut" informiert Kern. Somit wird nicht jeder der 700 Schadbäume sofort gefällt. "Wir fällen Bäume nicht aus reiner Lust. Denn auch uns ist es lieber, sie zu erhalten, als sie zu fällen", rechtfertigt sich Kern.

Aus dem Holz werden "Hackschnitzel"

Pilzsporen sind sehr verbreitet. Doch nur alte, kranke und beschädigte Bäume werden von den Schädlingen befallen. Junge und vitale Pflanzen sind besser gewappnet und können den Krankheiten standhalten. Nur an Standorten mit besonders aggressiver Pilzbelastung wird der Untergrund ausgetauscht, um die neuen Bäume nicht von Anfang an zu belasten.

Die Fällarbeiten beginnen im Oktober, da das Naturschutzgesetz eine Fällung von März bis Oktober verbietet. Grund dafür ist, dass Vögel während der Brutzeit nicht gestört werden sollen. Um die gefällten Bäume kümmert sich das Amt für Abfallwirtschaft. Aus dem Holz werden sogenannte Hackschnitzel für die Nahwärmestation in Hohenwettersbach gemacht. Das Kleinmaterial wird auf dem Häckselplatz verwertet. Nach den Fällarbeiten fräst das Gartenbauamt im nächsten Frühling die Wurzelstöcke aus. Daraufhin wird die Pflanzgrube aufbereitet; das Gartenbauamt pflanzt dann im Herbst des Folgejahres neue Bäume. Insgesamt sind es jährlich um die 300 Stück. Unterm Strich steigt damit die Anzahl der Bäume im Karlsruher Stadtgebiet.

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Kommentare (10)
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  •   Stadionfrage
    (154 Beiträge)

    11.10.2009 19:31 Uhr
    zu hundertneuner
    Ich glaube es ja nicht. Ab auf den mond mit dir für immer und ewig. So ein selten deämmlich sch.... schon lange nicht mehr gehöhrt. Wahnsinn das es noch menschen mit solchen meinungen gibt. Da ist nur eines tröstlich 99.99 % aller Menschen hat garantiert eine völlig andere und positive Meinung zu Bäumen. Deine ist uninteressant
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  •   jeverlite
    (377 Beiträge)

    11.10.2009 14:56 Uhr
    Wie ein baumloser Platz
    aussieht, erkennt man am Hbf Vorplatz. Welch ein Idyll zwinkern.
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    unbekannt
    (72 Beiträge)

    11.10.2009 13:27 Uhr
    OT sagrotanisierten Graubetonwüste
    Sagrotanisierten könnte man auch den ehemaligen Kioskstellplatz am Südausgang des Hauptbahnhof.
    Der Container ist weg und nun stinkt es wie auf dem Bergziegenbahnhof.
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    unbekannt
    (386 Beiträge)

    11.10.2009 12:57 Uhr
    Alle wollen Bäume
    aber keiner will die Folgen wie verstopfte Gullies, riesige Pfützen, überflutete Strassen, zugewachsene Hauskanalisationen und Berge von Laub auf den Wegen.
    Es geht dabei nicht nur um ein Blatt im Cafe sondern um vollgelaufene Keller, Tiefgaragen und Unfallgefahr durch Seenlandschaften auf den Strassen.
    Wer nach einem Unwetter die Augen aufmacht kann das selbst sehen.
    Das bedeutet nicht das jeder Baum im Stadtgebiet zu fällen ist. Aber die permanente Vermehrung der Bäume hat eben auch negative Folgen. Mit denen muss man mehr oder weniger leben da das Personal für die Reinigung auch immer weniger wird.
    Wenn jetzt Geld für die U-Strab ausgegeben wird heißt das noch lange nicht das die Stadtreinigung ebenfalls davon profitiert. Das Gegenteil ist der Fall.
    Letztendlich müssen von dem Geld Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder, Dienstwagen der Bürgermeister und alles andere bezahlt werden.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    10.10.2009 23:28 Uhr
    Leutleut
    die Bäume sind wichtig für das Stadtbild. Dass sich da Leute zum Schutz vor dem Hitzschlag unterstellen ist ja wohl ein Witz, oder? Die die in den Cafes hocken hocken unter Schirmen und falls nicht machen sie einen Riesenaufstand weil ihnen von den Bäumchen runter vielleicht ein Blättchen, Sämchen oder womöglich noch Getier in den/die Latte macchiato fällt. Also Ball flachhalten. Bäume sind schön, nachgewiesen nützlich aber wenn man mal ein paar fällt geht auch nicht gleich die Welt unter. Wenns um die Scheiss Christbäume geht rennt ihr wieder wie die Hasen am 24.12. - weil ihr nicht an den Baum gedacht habt. zwinkern
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (56 Beiträge)

    10.10.2009 23:17 Uhr
    und wenn jetzt wieder...
    jemand kommt und meint dort gibt es doch 2020 wieder Grünzeug, dann kann ich nur sagen: JA, aber in Kübeln und die können die großen Bäume nicht ersetzen!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (56 Beiträge)

    10.10.2009 23:15 Uhr
    @hundertneuner
    Welch vorzügliche Aussagen. Dann wirst du dich ja in der neuen baumlosen Kaiserstraße pudelwohl fühlen. Dort werden ja keine Bäume mehr gepflanzt. Fehlende Schatten im Sommer inklusive.
    Mir soll mal jemand klarmachen, dass "Kosten für die Stadtreinigung durch Unmengen an heruntergefallenem Laub" ein Problem darstellen, wenn man noch für teure Prestigeprojekte Geld hat. Zumindest tut man ja so die Tage.
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  •   flo-mi
    (452 Beiträge)

    10.10.2009 20:43 Uhr
    Ich finde es gut...
    ... dass wir viele Bäume in Karlsruhe haben.
    Sonst hätten wir nämlich eine sengende Hitze auf den Straßen und jede Menge Leute, die mit nem Sonnenstich umkippen würden - bei den Sommern und Sonnscheindauern, die wir so in Karlsruhe haben.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    10.10.2009 16:02 Uhr
    Ist das jetzt ironisch gemeint
    hundertneuner? Oder möchtest Du wirklich in einer sagrotanisierten, streng rechtwinkligen Graubetonwüste leben?

    Dass man keine Städte mehr will, wie sie einst die früheren Ostblockstädte waren, diesen Lernprozess nehme ich sogar der Linken ohne weiteres ab.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (386 Beiträge)

    10.10.2009 15:47 Uhr
    Je mehr Bäume
    desto höher die Unterhaltskosten.
    Außer den unmittelbaren Kosten für die Bäume selbst entstehen Kosten für die Stadtreinigung durch Unmengen an heruntergefallenem Laub. Zusätzlich verstopft das Laub die Gullies und sorgt für Überschwemmungen. Hauseigentümer können über mit Baumwurzeln zugewachsene Kanäle ihr Leid klagen. Andere Leitungen sind ebenfalls gefährdet.
    Anscheinend möchte das Gartenbauamt die Stadt in einen Wald verwandeln. Leider ist das mit der urbanen Infrastruktur nicht zu vereinbaren.
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