Karlsruhe Wetterextreme nehmen zu

Wetterextreme, etwa heftige Unwetter mit Starkregen und/oder Hagel, könnten künftig immer häufiger werden
(Foto: ka-news)
Deutschland wird sich nach Ansicht von Klimaexperten im Zuge des Klimawandels deutlich schneller erwärmen als andere Regionen der Erde. Das teilt die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) in Karlsruhe in einer aktuellen "Stellungnahme zur Klimaproblematik" mit, die aufzeigt, welche Gefahren mit den klimatischen Veränderungen in den kommenden Jahrzehnten verbunden sind. Wie "Spiegel Online" berichtet, haben die DMG-Experten aufgelistet, worauf sich Deutschland einstellen muss: Immer häufiger werde es zu Hitzewellen, Sturmfluten und heftigen Gewittern kommen.

Der Klimawandel werde in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten deutlich rascher voranschreiten als im globalen Mittel, zitiert "Spiegel Online" aus der aktuellen DMG-Stellungnahme. Bis 2040 sei mit einer bodennahen Lufttemperatur zu rechnen, die im Durchschnitt um 1,7 Grad Celsius über dem Wert des Jahres 1900 liege. Dadurch steige das Risiko für "häufigere kleinräumige Wetterextreme", warnt die DMG. In ihrer Stellungnahme fordert die DMG die Bundesregierung auf, ein nationales Unwetter-Forschungsprogramm aufzulegen. Zusätzliche Messkampagnen sollen helfen, die entscheidenden Prozesse in der Atmosphäre besser zu verstehen und die Vorhersagemodelle zu verbessern.

Expertentagung: "Katastrophenvorsorge im Klimawandel"

Trotz der bereits ergriffenen Maßnahmen zur Dämpfung der Erwärmung werde sich das Klima unabhängig vom tatsächlichen Ausstoß klimaschädlicher Gase weiter erwärmen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa über die Ergebnisse der DMG-Studie. Wegen der "Trägheit" des Klimas werde es Jahrzehnte dauern, bis Schutzmaßnahmen ihre Wirkung entfalten könnten. Deutschland müsse sich auf größere Schäden durch Unwetter-Ereignisse einstellen und besser auf häufigere Wetterextreme in den kommenden Jahrzehnten vorbereiten.

Mit den Gefahren des Klimawandels und der Frage, inwieweit und wie die Anfälligkeit der Gesellschaften für klimabedingte Katastrophen reduziert werden kann, befasst sich auch das 8. Forum Katastrophenvorsorge, das am kommenden Montag und Dienstag, 15. und 16. Oktober, an der Universität Karlsruhe stattfindet. Die Expertentagung, organisiert vom Center For Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) der Uni Karlsruhe und dem Deutschen Komitee Katastrophenvorsorge (DKKV), hat das Motto: "Katastrophenvorsorge im Klimawandel". Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Themen "Wandel von Klima und Vulnerabilität", "Schutz kritischer Infrastruktur", "Frühwarnung" und "Chancen und Risiken von Megacities".

CEDIM: Klimawandel kann nicht mehr verhindert werden

Es bestehe kein Zweifel, so CEDIM, dass sich die Welt bereits im Klimawandel befinde. Selbst eine sofortige Reduzierung der Treibhausgasemissionen könne nicht mehr verhindern, dass sich die Atmosphäre in den kommenden Jahrzehnten weiter erwärmen wird. Der Meeresspiegelanstieg mit Gefährdung der Küsten werde kommen, heißt es weiter. Die Zunahme der Intensität von Wirbelstürmen, häufigere Winterstürme und Hochwasserereignisse seien nicht mehr hypothetisch. Die Auswirkungen dieser Änderungen hängen nach Ansicht der CEDIM-Wissenschaftler wesentlich davon ab, inwieweit es gelinge, die Anfälligkeit der Gesellschaften für Katastrophen zu reduzieren. Katastrophenvorsorge im Klimawandel gewinne daher an Bedeutung. Der Schutz der zukünftigen menschlichen Gesellschaft sei zum Scheitern verurteilt, wenn er nicht auf langfristigen Vorsorgekonzepten basiere.

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