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Karlsruhe-Durlach Wenn der Jutebeutel blinkt: Durlacher Schülerinnen machen "Interaktive Kleidung"

Künstlerisches Gestalten und elektrotechnische Schaltungen verknüpfen - das will ein Karlsruher Schulprojekt. Die Kooperation aus dem Beo-Netzwerk des Stadtjugendausschuss und dem Institut für Pädagogik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will Mädchen den Einstieg in sogenannte MINT-Berufe erleichtern. Zehn Schülerinnen an der Friedrich-Realschule Durlach haben innerhalb des Projekts interaktive Kleidung hergestellt.

Es blinkt und leuchtet in der Friedrich-Realschule Durlach, als zehn Schülerinnen der 9. und 10. Klasse ihre Werke präsentieren.

Mädchen stellen interaktive Kleidung her

Jasmin läuft mit einem blinkenden Jutebeutel unterm Arm über den Laufsteg, an Jessicas Armband leuchten bunte kleine Punkte abwechselnd auf. Andere Schülerinnen zeigen Leggins mit blinkenden Lichtern oder ein T-Shirt mit Leuchtmuster.

Im Rahmen des Forschungsprojekts MediaArt@Edu haben sich der Stadtjugendausschuss und das KIT zu einer mehrwöchigen Kooperation zusammengeschlossen. Bei dem Mädchen-MINT-Projekt soll es Schülerinnen erleichtert werden, in die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) hineinzuschnuppern und sich für eine Ausbildung in den Berufsfeldern zu entscheiden. An der Friedrich-Realschule haben die Schülerinnen daher "interaktive Kleidung" hergestellt.

"Es gibt noch immer zu wenige Mädchen in solchen klassischerweise von Männern besetzten Berufen", erklärt Kathrin Himmelmann vom Stadtjugendausschuss. Gleichzeitig habe man festgestellt, dass viele junge Frauen sich aber sehr für Technik interessierten und sich vielleicht nicht trauten, von selbst in den Beruf einzusteigen. Dies will das Projekt deshalb fördern. "Ausprobieren und Experimentieren soll dabei im Mittelpunkt stehen", unterstreicht auch Susanne Günther, die die Jugendagentur beim Stadtjugendausschuss leitet. Die Mädchen sollten sich nicht die Frage stellen "will ich dies oder das werden?", sondern "macht mir das Spaß, liegt mir das?".

Weben, Nähen, Sticken

Julia und Jasmin hatten in jedem Fall Spaß dabei, einen Jutebeutel zu verzieren. Eine Batterie liefert dabei den Strom für das Blinken, das wiederum über einen Sensor gesteuert wird. Ist es dunkel, leuchtet das Muster auf der Tasche, im Hellen passiert nichts. Die beiden 16-Jährigen haben gemeinsam mit acht Mitschülerinnen fünf Wochen lang an ihrem Werk genäht und geschaltet. Einmal wöchentlich trafen sie sich drei Stunden am Nachmittag, lernten zunächst die nötige Theorie, testeten Sensoren und entwickelten schließlich eine eigene Idee für ihr Projekt.

In der Praxisphase arbeiteten sie winzige Sensoren, Motoren, LED-Leuchten, Hupen und kleine Platinen in Textilien ein. Gelernt haben sie dabei verschiedene elektrotechnische Komponenten und die Grundlagen elektrotechnischer Schaltungen. Gleichzeitig haben sie gewebt, genäht und gestickt. "Insgesamt soll mit unseren Projekten Imagination und Kreativität in Gang gesetzt werden", erklärt Daniela Reimann vom KIT.

Mehr Informationen unter www.beo-netzwerk.de oder auf der Internetseite des KIT.

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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    08.02.2013 15:59 Uhr
    Schließe mich ganz...
    ..."minocyclins" Seite an, denn abgesehen vom Ziel etwas herzustellen, was durch Sensoren und Programmierungen gebaut wird, war es wichtig diszipliniert zu arbeiten, eigene Ideen umzusetzen und pädagogische Erfahrungen zu lehren, denn Projekte bestehen, ganz egal was für eins aus Disziplin, Ideen und auch Pädagogik.
    Und da ist es klar, dass man nicht am allerhöhesten Niveau etwas baut!
    Es ging auch um die Auseinandersetzung von Studenten, Pädagogen und Realschülerinnen, die selbst Ideen und Interessen für das Thema Elektronik finden sollen.
    Und das von damaliger Zeit kann man einfach nicht mit heute vergleichen!!
    Ich bin selbst eine Realschülerin der Friedrich Realschule, die an diesem Projekt teilgenommen hat und mir hat es sehr gut gefallen! ;-) Würde es sehr gern wiederholen!
    Und ich spreche hier hetfield mehr oder weniger an..
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  •   minocyclin
    (168 Beiträge)

    08.02.2013 08:02 Uhr
    Ganz schwach..
    ...sind eure Kommentare.

    Seit ihr wirklich gegen alles und so verbittert? Wenn die Mädels sich in dem Alter ins Koma saufen und grölend durch die Stadt ziehen, vom erstbesten schwanger werden usw. ist hier das Geschrei groß. Jetzt wird mal über ein paar berichtet die sich nicht gehen lassen sondern etwas (das für euch ja uninteressant oder unnütz sein mag) als Projekt durchziehen.
    Wenn hetfield so ein technischer Oberflieger und Elektrofachmann war ist das ja schön - ist aber nunmal nicht jeder!

    Gemotzt und abfällig kommentiert wird trotzdem... schade!
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  •   runsiter
    (11979 Beiträge)

    08.02.2013 06:39 Uhr
    Mit 16 ...
    Immerhin stand da früher Hauswirtschaft und ähnliches auf dem Programm der jungen Mädchen. Da ist das zumindest einmal ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es leicht kindlich und albern anmutet.
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    08.02.2013 10:43 Uhr
    Wenn Handarbeiten oder Hauswirtschaft anstand
    hatten die Jungs Werken. Lämplen bauen hatte man, Jungs wie Mädchen, in Physik. Ausserdem hatte man dafür grosse Brüder denen man beim Basteln zuschaute. Die bastelten damals sogar 'nen kleinen Radio in 'ner Seifenschachtel und 'ner Antenne die um ein Metallrohr gebunden wurde und schon konnte man de Spätzlesfunk empfangen grinsen
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    08.02.2013 03:04 Uhr
    Elektrische Schaltungen
    konnte man in der Grundschule! Schon allein das ganze Fischertechnik Zeug. Lange vor dem Gymnasium! Modelleisenbahn, Carrera Rennbahn, vor dem Gymnasium!

    Und die Blindgänger bauen mit 16 eine blinkende Tasche? Da hatt ich ein Moped, wusste wie es funktioniert und bin damit durch die Gegend gedonnert! Jesus Maria, was für Versager!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    08.02.2013 03:14 Uhr
    Die Mikroelektronik
    mag ja hübsch sein, wenn Daniela Julia und Jasmin erklärt wie man das einbaut. Nur für was?
    Für mich der Beweis, dass alle immer blöder werden und sich für immer weniger interessieren.

    Ganz schwach, wirklich. Aber die Materie gibt eben auch nix her. Und darum sind wir so scheisse wie unsere Eltern waren.

    Ich zieh meine 30 Jahre noch durch, die sollen sehen wie sie weiterkommen das musste ich zu jedem Zeitpunt meines Lebens auch. Viel Glück! grinsen
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    08.02.2013 02:51 Uhr
    Das waren früher Aufgaben
    für Erstklässler! Und da gabs noch nichtmal Judenbeutel, sondern bestenfalls Gugge.

    In der 9. und 10. Klasse haben wir Mopeds gebaut und frisiert und nicht Judentaschen verziert! Das kann doch wohl nicht wahr sein!

    Ist das alles? Dann braucht man sich auch nicht zu wundern.

    Die machen da ein Blinklichtle? Yeah! Hohoho...da könnt ich echt kotzen...
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