Karlsruhe Verkehr in Karlsruhe

Die Kriegsstraße soll zeitliche Priorität gegenüber der Kaiserstraße haben
(Grafik: KASIG)
Kombilösung, Nordtangente und zweite Rheinbrücke lauten die Schlagwörter. Die erste Kreisdelegiertenkonferenz (KDK) der SPD nach dem Sommer wird sich im Kern mit diesen Themen der Karlsruher Verkehrspolitik auseinandersetzen. Strikt abgelehnt wird seitens der SPD-Gemeinderatsfraktion und dem Kreisvorstand ein Hardtwalddurchstich. Auch das Nein zum Bau der zweiten Rheinbrücke soll erneut betont werden. Etwas komplexer ist der Antrag des Ortsvereines (OV) Rintheim bezüglich der Kombilösung.

In dem Antrag, der von vier weiteren Ortsverbänden gestützt wird, appelliert der OV Rintheim an die KDK, dass dem Umbau der Kriegsstraße zeitliche Priorität gegenüber dem Umbau der Kaiserstraße im Rahmen der Umsetzung der Kombilösung eingeräumt wird (ka-news berichtete). Die SPD-Fraktion wolle man auffordern, im Gemeinderat für eine solche Reihenfolge Stellung zu beziehen.

Kombilösung an sich wird nicht infrage gestellt

In der Begründung beruft man sich auf die Bürgervereine der Innenstadt, die davon ausgehen, dass die Umsetzung mit Beginn in der Kriegsstraße den Nutzen des Projekts für alle Bürger maximiert und unvermeidliche Beeinträchtigungen möglichst minimiert. Zur Umbaupause selbst mache auch ein vorliegendes Gutachten des Planungsbüros Transport und Verkehr (PTV) keine dezidierte Aussage. Die Einbeziehung der Umbaupause würde laut dem OV Rintheim das Betriebsergebnis deutlich zum Vorteil einer zeitlichen Bevorzugung der Kriegsstraße gewichten.

In keiner Weise wolle man jedoch die Kombilösung (ka-news berichtete) infrage stellen, lediglich eine schnellere Entlastung in verkehrlicher Hinsicht vorantreiben. Die Kapazität beim nachträglichen Umbau der Kaiserstraße wäre nicht so stark durch einen Straßenbahnnotbetrieb eingeschränkt, wie die Dauer des Kaiserstraßenumbaus schwer einzuschätzen sei und sich durch den uneindeutigen Baugrund wesentlich verlängern könnte.

Nordtangente: Kein Hardtwalddurchstich

Statt Hardtwalddurchstich Verkehrsführung über den Adenauerring? (Foto: pr)
Als Puffer und Ost-West-Entlastung könne dann der Kriegsstraßenbetrieb dienen, der auch ein etwaiges negatives Fahrgastverhalten bei zu langem Notbetrieb auffangen könnte. Flankiert würden die einzelnen Punkte durch einen baldigen städtebaulichen Gewinn, bei rechtzeitigem Beginn bereits zum Stadtgeburtstag 2015. Grundsätzlich werde bei der Umsetzung der Kombilösung dem Straßenbahnverkehr in der Kriegsstraße höchste Priorität eingeräumt, um die stadtteiltrennende Wirkung der Kriegsstraße zu mildern.

Zu zwei neuralgischen Punkten des Straßenverkehrs wollen sich in der KDK am 25. September der SPD-Kreisvorstand und die Gemeinderatsfraktion äußern. In einer gemeinsamen Erklärung wird ein Hardtwalddurchstich in jeglicher Form abgelehnt. Die SPD setze sich weiterhin für die Fortführung des neuen Autobahnanschlusses Karlsruhe Nord über den Elfmorgenbruch zur Theodor-Heuss-Allee ein (ka-news berichtete). Der Karlsruher Osten, insbesondere Hagsfeld, bräuchte diese Entlastung dringend. Wenn nicht anders möglich, solle die Stadt Karlsruhe diesen Abschnitt aus Eigenmitteln finanzieren.

ÖPNV in Karlsruhe: "Weltweites Vorbild"

Nein zur zweiten Rheinbrücke, lautet die Meinung der SPD (Foto: ka-news)
Auch ein Bau der zweiten Rheinbrücke (ka-news berichtete) ein Stück weiter im Westen erfährt von Seiten der SPD eine kategorische Ablehnung. Ein aktuelles Gutachten der PTV würde allen Annahmen widersprechen, die eine massive Zunahme des Verkehrsflusses in den letzten Jahren in Richtung West-Ost attestiert hätten. Das wesentliche Verkehrsaufkommen sei hausgemacht und kein europäischer Transitverkehr. Ebenso deutlich sei, dass eine spürbare Entlastung für die Südtangente nicht erfolgen würde. Die SPD schlägt zur Entlastung der im Karlsruher Westen wohnenden Bürger vor, eine schonende Verbindung der neuen Brücke an die B36 nach Norden ohne Weiterführung zur Linkenheimer Landstraße aufzubauen. Man müsse allerdings alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Mensch und Tier zu schonen.

Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und des Verkehrsverbunds (KVV), wird auf der KDK ein Referat zur Kombilösung halten. Die SPD bezeichnet in diesem Zusammenhang das Karlsruher Straßenbahn- und S-Bahnnetz als weltweites Vorbild. Sie wolle sich auch künftig für diesen ökologisch verträglichen Verkehrsträger einsetzen und auf Verbesserungen drängen.

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