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Stuttgart/Karlsruhe VCD: Rheintalbahn Opfer von Straßenbau

Die Rheintalbahn zwischen Offenburg und Basel sei der "schlimmste Engpass" für den zentralen Güterverkehrskorridor zwischen Rotterdam und Genua. Zu dieser Einschätzung kommen die vier international tätigen Logistikunternehmen DB Schenker Rail, TX Logistik, SBB Cargo und BLS Cargo bei der Präsentation ihrer Anforderungen an europäische Schienenkorridore am Montag in Berlin. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht sich durch deren Einschätzung erneut in seiner Kritik an der falschen Investitionspolitik des Bundes bestätigt.

Die im jetzt vorgestellten Investitionsrahmenplan des Bundesverkehrsministeriums bis 2015 für den Ausbau der Rheintalbahn zur Verfügung stehenden Mittel reichen nach Einschätzung des VCD nicht aus, um den europäischen Anforderungen an einen effizienten und modernen Güterverkehr auf der Schiene gerecht zu werden.

Deutschland droht das Abstellgleis

VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb: "Der europäische Schienengüterverkehr ist ein enormer Wachstumsmarkt. Deutschland droht hier langfristig das Abstellgleis, weil sich der Bundesverkehrsminister weigert, für den dringend notwendigen Ausbau der Rheintalbahn die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen."

Während unsere Nachbarn mit der Betuwelinie in Holland oder den Lötschberg- und Gotthardbasistunnels in der Schweiz in eine leistungsfähige Infrastruktur investierten, gehe es in Deutschland mit dem viergleisigen Ausbau im Rheintal mangels Geld kaum voran. Matthias Lieb: "Der komplette Ausbau der Rheintalbahn kostet noch mindestens 4,5 Milliarden Euro. Wenn die Finanzierung im bisherigen Schneckentempo weitergeht, dann ist eine Fertigstellung dieses Jahrhundertprojekts nicht absehbar."

Die im Entwurf für den Investitionsrahmenplan von 2011 bis 2015 vorgesehenen 957 Millionen Euro für den Rastatter Tunnel und den Ausbauabschnitt zwischen Buggingen und Augen reichen nach VCD-Einschätzung "hinten und vorne nicht". Im nächsten Jahr wolle der Bund gar nur 20 Millionen Euro in die Rheintalbahn investieren.

"Hier rächt sich, dass die Investitionsschwerpunkte in den letzten Jahrzehnten nicht nach verkehrlichen Notwendigkeiten gesetzt wurden und der Bund weiterhin den Straßenbau bevorzugt", so Matthias Lieb. Die Logistikbranche weise seit langem darauf hin, wo es im deutschen Schienennetz brenne. Jetzt sei es an Minister Ramsauer, diesen Anforderungen endlich Taten folgen zu lassen.

Investitionsrahmenplan

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3577 Beiträge)

    21.12.2011 18:10 Uhr
    Spanien hat es besser
    In Spanien werden ständig neue Schnellstrecken gebaut. Langfrsitig soll das komplette Streckennetz von Breitspur auf Normalspur umgebaut werden. Dann können Güterwagen problemlos nach Spanien rollen.
    Wenigstens ein Land, in dem die vor allem aus Deutschland stammenden EU-Gelder für sinnvolle Infrastruktur ausgegeben wird.

    Der VCD ist ein Stückweit ein Opfer seiner eigenen Ideologie.

    Die Rheitalbahn ist weder Opfer von Stuttgart 21 noch des Straßenbaus, sondern eher der mangelnden Bereitschaft in Politik und Bevölkerung, die Infrastruktur ordentlich auszubauen.
    Genau deshalb ist man aus Karlruhe mit dem TGV schneller in Paris als im nur halb so weit entfernten München.
    Juchtenkäfer schaffen keine Arbeitsplätze.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    21.12.2011 19:55 Uhr
    Spanien hat Breitspur?
    Wußte ich garnicht, ich dachte immer Rußland und Polen...
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  •   Profi
    (442 Beiträge)

    21.12.2011 20:20 Uhr
    Breitspur
    Spanien und Portugal hatten sich für Breitspur entschieden, nicht wegen der technischen Vorteile, sondern um Invasionen anderer europäischer Länder auf der Schiene zu erschweren.

    Eines der ersten Länder Europas, das Breitspur eingeführt hatte, war übrigens Baden auf der ersten Strecke von Mannheim über Heidelberg Richtung Basel. Damals war dieses 1600mm-System das Beste auf dem Markt. Man war ohnehin der Meinung, daß niemals ein württembergischer Wagen auf badischen Schienen fahren werde.
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  •   heaven
    (856 Beiträge)

    21.12.2011 17:02 Uhr
    Ausbau
    der Rheintalstrecke?
    Ein Politiker braucht doch heutzutage nur das Wort Ausbau in den Mund zu nehmen -ohne konkret zu sagen was ausgebaut werden soll- und schon gehen 'zig eiligst gegründete Bürgerinitiativen auf die Barrikaden, was das Ganze gleich mal kräftig verteuert, von der Verzögerung gar nicht zu reden.

    Im Übrigen hat auch das Oberrheintal zwei Seiten: Rechts- und Linksrheinisch
    ...nur mal so als Denkanstoß
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (672 Beiträge)

    21.12.2011 10:53 Uhr
    Hackt doch nicht immer auf dem Ramsauer rum....
    der handelt schließlich! Zur Entlastung schickt er uns den Gigaliner (oder auch leicht verniedlichend Ökoliner genannt. Dann haben wir endlich durchgängigen Lkw-Stau auf der gesamten Rheintalstrecke.....
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3882 Beiträge)

    21.12.2011 15:41 Uhr
    die Gigaliner
    nehmen weniger Platz weg.

    3 LKW = ca. 2 Gigaliner = einmal von der Länger ein Fahrerhaus weniger und in Summe weniger Verbrauch.

    Ich sehe die Dinger eigentlich nur auf der Lansdtraße kritisch wegen überholen. Und es vernichtet halt wieder Arbeitsplätze.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (379 Beiträge)

    21.12.2011 16:34 Uhr
    Gigaliner
    Stimmt, zwei voll beladene Gigaliner spaen einen Lkw ein. Aber eben nur bei voller Beladung. Liefern in die Aldi-Filiale in der Stadt kann man aber vergessen. Also kann der Gigaliner nur von einem Güterverteilzentrum zum anderen fahren.

    Aber dafür gibt es doch die Bahn. Wenn der Gigaliner der Bahn wieder Güter wegschnappt, dann haben wir jedenfallls nicht weniger Lkw.
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  •   kscgrufti
    (3735 Beiträge)

    21.12.2011 16:15 Uhr
    Und ich seh
    sie eher kritisch beim Bremsen, bring mal so ein Monster zum Halten, wenn weiter vorne die Bremsleuchten am Stauende angehen. Wie oben schon gesagt, das ist nur ne Zeitfrage, bis die erste Horror-Unfallmeldung kommt.
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    21.12.2011 16:31 Uhr
    Wo soll das Problem sein...
    Die sind doch auch nicht schwerer als der heute handelsübliche 40-Tonner, weil
    a) sie das nicht sein dürfen zwinkern
    b) sie natürlich ausschließlich für leichtes, voluminöses Transportgut genutzt werden zwinkern
    c) ein großer Teil der heute handelsüblichen 40-Tonner leicht bis deutlich überladen ist...

    Wer Rechtschreibfehler oder Spuren von Ironie findet, darf sie behalten zwinkern
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  •   alpinium
    (5614 Beiträge)

    21.12.2011 11:07 Uhr
    Bei den Gigalinern warte ich auf folgende Meldung
    "Übermüdeter Fahrzeuglenker walzt Großmütterchens klein Häuschen platt."

    oder

    "Stauende platt gewalzt"

    Die schwere der Unfälle mit "normalen" Lkw reicht unserem Herrn Ramsauer noch nicht es muss erst das totale Massacker auf der Autobahn stattfinden.
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