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Karlsruhe VBK ohne Strom: Bahnen stehen im Berufsverkehr still

Am Donnerstagmorgen kam es bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) zu einem Stromausfall. Betroffen war die Stromversorgung der Bahnen im Karlsruher Stadtgebiet. Seit einer halben Stunde rollen die Bahnen wieder, bestätigt eine Sprecherin der VBK. Fahrgäste müssen noch auf allen Linien mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

Die Ursache für den Stromausfall war eine defekte Gleichrichterstation. Hier wird der Wechselstrom in den für den Bahnbetrieb notwendigen Gleichstrom umgewandelt. In Folge des Defekts standen die Bahnen von 8 bis 8.30 Uhr - die betroffene Station versorgt laut VBK den Abschnitt Südost-Bahn, Rüpurrer Straße und Tivoli mit Fahrstrom.

Betroffen war ausschließlich der Fahrstrom für die Karlsruher Bahnen - keine Privathaushalte, das bestätigten die Stadtwerke auf Nachfrage von ka-news.

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  •   Chronist
    (423 Beiträge)

    26.06.2014 11:15 Uhr
    Das war sicherlich einer von den neuen Zügen
    ...dessen Fahrer die Klimaanlage zu hoch eingestellt hat.

    Ach nö, kann wohl nicht sein. Die fahren mit ausgeschalteten Klimaanlage um Kosten zu sparen.
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  •   Exil-Hohenzoller
    (561 Beiträge)

    26.06.2014 12:16 Uhr
    Wie neulich zu lesen war
    fahren die nicht mit ausgeschalteter Klimaanlage, sondern die Klimaanlage schaltet sich an den Haltestellen bzw. im Stand selbst aus damit die Stromleitungen nicht beschädigt werden.
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  •   Chronist
    (423 Beiträge)

    26.06.2014 12:41 Uhr
    Die war die offizielle Aussage der KVV...
    So eine Klimaanlage hat nicht so ein dickes Amperverbrauch um die Leitung zu beschädigen. Und wenn.....dann wurde die KVV abgezockt.
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  •   neo
    (135 Beiträge)

    26.06.2014 22:21 Uhr
    Dann werde ich es Dir mal kurz vorrechnen
    Bekanntlich ist P=U*I
    Die Leistung eines Antriebs beim GT8-100D / 2S-M Drehstromfahrzeug liegt bei so rund 125kW
    Wir reden also von einer Antriebsleistung von rund 500kW
    Also haben wir bei maximaler Leistung und der in KA üblichen Fahrdrahtspannung von 750V einen maximalen Betriebsstrom von 666A nur für den Antrieb.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    27.06.2014 09:13 Uhr
    Auch er lebe hoch
    Find ich gut, dass sich ein paar Leute die Mühe machen und ein paar Berechnungen anstellen. Der Rest bruddelt nämlich nur, glaubt die Strom-Geschichte nicht und ist auch sonst nur am Mosern... schön, dass ein paar Leute, dich eingschlossen, auch etwas produktives zur Diskussion beitragen.

    Viele Grüße!
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    26.06.2014 12:52 Uhr
    Naja,
    so pauschal kann man das nicht sagen.

    Fakt ist, dass die Oberleitung aus Kupfer einen bestimmten Querschnitt hat, und dass ein stromdurchflossener Draht sich erwärmt (ist ja wie bei der Glühbirne, in der der Draht eben extrem dünn ist).

    Je größer der Querschnitt des Leiters, umso weniger erwärmt er sich. Aber je höher der Strom, der durch ihn fließt, desto stärker erwärmt er sich.

    Wenn also viele Verbraucher angeschaltet sind, hat man einen hohen Stromverbrauch. Kommt dann z.B. noch ein hoher Anfahrstrom dazu, kann das schon dazu führen, dass die Oberleitung sich punktuell erwärmt, bis die Bahn von der Stelle kommt und der Stromabnehmer sich von der erwärmten Stelle fortbewegt.

    Im Normalbetrieb stellt das wohl weniger ein Problem dar. Aber die Kaiserstraßen-Pendelbahnen halten ja immer an der gleichen Stelle, und noch dazu halten sie länger als gewöhnliche Bahnen, nämlich mehrere Minuten statt nur 30 Sekunden.

    Fortsetzung folgt...
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  •   Wuehlmaus
    (3488 Beiträge)

    26.06.2014 18:13 Uhr
    Man hört physikalische Grundkenntnisse heraus.
    Hoch soll er leben grinsen
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    26.06.2014 12:56 Uhr
    Fortsetzung
    Insofern kommen hier viele Faktoren zusammen, die alle einzeln bestimmt keinen Schaden an der Oberleitung hervorrufen, aber in Kombination gefährlich werden könnten:

    - Die Stromabnehmer bleiben immer an der gleichen Stelle der Oberleitung stehen und ziehen dort Strom
    - Die Bahnen halten länger als gewöhnlich, ziehen also an der immer gleichen Stelle der Oberleitung über lange Zeit Strom
    - Die Kombination aus Klimaanlage und hohem Anfahrstrom (beim Anfahren ist der Energieverbrauch am höchsten) verstärken den Effekt noch; zudem ist draußen Sommer und die Oberleitung ist an sich schon erwärmt.

    Ich kann mir also vorstellen, dass bei den Pendelbahnen eine reine Vorsichtsmaßnahme angewandt wurde. Die Oberleitungen stehen ja unter starkem Zug - wenn die bei sommerlichen Temperaturen noch zusätzlich erwärmt wird, wird die weich - und was heißes, weiches Kupfer unter Zugspannung macht, können wir uns alle denken.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    26.06.2014 13:00 Uhr
    Und haku
    hat das mal wieder viel kürzer zusammengefasst als ich.

    "Bei Stillstand ist das immer die gleiche Stelle und je nach Übergangswiderstand kann da schon was an Verlustleistung zusammenkommen."

    Eben - da wird es heiß und der Draht brutzelt.

    Und um vom Thema abzuweichen: Im Sommer kommen verhältnismäßig viele Oberleitungsschäden zusammen. Die Drähte erwärmen sich, dehnen sich aus und hängen dadurch tiefer. Besonders bei Kurvenfahrt kann dann der Stromabnehmer mit seinen an den Enden umgebogenen Bügeln in den verlängerten ("baumelnden") Fahrdraht einhaken und beim Übergang in die Gerade oder bei der nächsten Aufhängung abreißen.

    Dann liegen zuckende Drähte auf der Straße und 750 V fließen ins Erdreich. Und da die Sicherungen in den Gleichrichterstationen zig Ampere aushalten müssen, fliegen die auch nicht raus. Bis ein VBK-Mensch kommt und manuell abschaltet, erdet und dann die Leitung wieder flickt. Ganz schön gefährlich...
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  •   wurzelsau
    (523 Beiträge)

    26.06.2014 13:32 Uhr
    Die Fahrdrähte der StraBa
    sind im "Zickzak" verlegt, sie werden während der Fahrt also immer vom einer Seite des Stromabnehmers zur anderen und zurück geführt. Damit ist (während der Fahrt) immer gewährleistet, dass der Übergangspunkt der Fahrspannung sowohl am Abnehmer als auch am Fahrdraht dauernd verändert wird. Nun ist der Fahrdraht in Fahrt immer an einer anderen Stelle belastet, die Abnahmefläche des Abnehmers natürlich mehr, das dieser Abnehmer nur eine begrenzte Breite hat. Da der Abnehmer als Kontaktmaterial Elektrokohle verwendet brennt diese Kohle und auch der Fahrdraht ab, wenn zu lange an den gleichen Stellen von Fahrdraht und Abnehmer ein Strom fließt.

    Deshalb wird die Stromabnahme im Stand einfach minimiert, u. A. eben auch durch die temporäre Abschaltung der Klimaanlage.
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