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Karlsruhe Unterkunftskosten bei Hartz IV in Karlsruhe: Nur wenige Anträge werden abgelehnt

Statistiken stellen zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen Kommunen und Landkreisen in Bezug auf die Anerkennungsraten der Kosten der Unterkunft (KdU) für Hartz-IV Beziehende fest. Wie sich das in Karlsruhe verhält, soll die Anfrage der beiden Stadträte der Linkspartei, Niko Fostiropolous und Sabine Zürn, klären.

Ihrer Ansicht nach, stellen nicht anerkannte Kosten der Unterkunft für Menschen, die von Hartz IV leben, diese vor extrem harte Herausforderungen, da sie schon am Existenzminimum leben müssten, so die Begründung der beiden Stadträte. In ihrer Anfrage wollten sie deshalb von der Verwaltung wissen, ob man Kenntnisse darüber habe, wie hoch der Anteil der nicht anerkannten Kosten der Unterkunft (KdU) in Karlruhe in den vergangenen Jahren war.

Die KdU sind Teil des Arbeitslosengeldes (StGB 2), das bedürftige Menschen erhalten, die Sozialhilfe bekommen. Durch das KdU gibt es kein Wohngeld mehr, der zustehende Betrag für die Empfänger wird zusammen mit dem Wohnbedarf zum Lebensunterhalt berechnet und ausgezahlt. Die Linke interessieren sich in ihrer Anfrage neben den Karlsruher Zahlen auch für Vergleichsdaten anderer Kommunen in Baden-Württemberg. 

Jobcenter lehnt nur geringen Anteil an Anträgen ab

In Karlsruhe lag der prozentuale Anteil der nicht anerkannten Kosten der Unterkunft in den Jahren 2014 bis 2017 zwischen 1,5 Prozent im Jahr 2014 und erhöhte sich über drei Jahre (2015 und 2016 lag der Anteil bei 1,6 Prozent) im Jahr 2017 auf 1,7 Prozent. In Euro-Beträgen entspricht das laut Verwaltung 898.925 Euro. Im Laufe der drei Jahre stieg die Summe im Jahr 2017 auf knapp über eine Million Euro. 

Geld
(Symbolbild) | Bild: Julia Wessinger

Single-Haushalte öfter betroffen als Familien

Am höchsten lag die Quote der nicht anerkannten Kosten zwischen 2014 und 2017 durchgehend bei Single-Haushalten, nämlich bei knapp unter 2 Prozent. Dahinter folgen Haushalte mit Partnern ohne Kinder. Hier stieg die Quote zwischen 2014 (1,5) um 0,4 Prozent im Jahr 2017. Die geringsten Quoten in den letzten drei Jahren wiesen die Haushalte von Alleinerziehenden oder Partnern mit Kindern auf. Hier lag die Quote bei jeweils 1,4 Prozent. 

Im Vergleich zu anderen Großstädten in Baden-Württemberg ist die Quote in Karlsruhe sehr niedrig. Wie von den Stadträten Fostiropolous und Zürn in der Anfrage gefordert, hat die Verwaltung Vergleichswerte aus Freiburg, Pforzheim, Ulm und Heidelberg der letzten Jahre vorgelegt. 2017 lag die Quote in Freiburg beispielsweise bei 5,3 Prozent. In Pforzheim und Ulm liegt die Quote der abgelehnten KdU bei 4,2 Prozent, in Heidelberg waren es im vergangenen Jahr 3,8 Prozent. Aus der Statistik geht hervor, dass die Quote auch in den Vorjahren in diesen Städten höher lag als in Karlsruhe.      

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Kommentare (2)
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  •   Robert1959
    (1874 Beiträge)

    23.06.2018 20:56 Uhr
    Falsche Anfrage!
    Wen interessiert die Quote? Was wurde konkret abgelehnt?
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  •   www.abgestempelt.com
    (1 Beiträge)

    23.06.2018 18:10 Uhr
    Sehr gute Formulierung
    Das man hier das Arbeitslosengeld II als Strafgesetzbuch II gleichsetzt finde ich sehr gut! Made my Day ;D !!!

    Zitat: "Die KdU sind Teil des Arbeitslosengeldes (StGB 2), das bedürftige Menschen erhalten, die Sozialhilfe bekommen."
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