20  

Karlsruhe Umfrage: Schärfere Gesetze gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz - sinnvoll oder Zensur-Gefahr?

Die US-Behörden machen Ernst im Kampf gegen Urheberrechtsverstöße im Netz: Die Datentausch-Plattform Megaupload wurde dichtgemacht, mehrere Betreiber wurden festgenommen, unter ihnen auch der Deutsche Kim Schmitz. Netzaktivisten reagierten bereits am Freitag mit Attacken auf Webseiten.

Die US-Behörden haben eine zentrale Online-Plattform für den Austausch von illegal kopierten Daten stillgelegt und die Festnahme von mehreren Betreibern veranlasst.

Schaden: Mehr als eine halbe Milliarde

Netzaktivisten aus dem Umkreis der Anonymous-Bewegung reagierten prompt mit Attacken auf Webseiten der US-Bundeskriminalpolizei FBI, des US-Justizministeriums und der Musikindustrie.

Bei Megaupload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher. Den Vorwürfen zufolge geschah dies mit Wissen der Betreiber. Megaupload habe mehr als 175 Millionen Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über einer halben Milliarde Dollar zugefügt, erklärte das Justizministerium.

Kritiker warnen vor Zensur-Infrastruktur im Internet

Das Urheberrecht im Netz ist gerade ein heiß diskutiertes Thema in den USA. Erst am Mittwoch gab es eine große Internet-Protestaktion gegen neue Gesetzespläne, die unter anderem die Sperrung von Webseiten erlauben sollen. Kritiker dieser Pläne warnen, dass damit eine Zensur-Infrastruktur geschaffen werde, die auch in anderen Fällen zum Einsatz kommen könnte. Mit der geplanten Infrastruktur zur Blockade von Websites über eine DNS-Manipulation könne das Netz auch ohne Bezug auf Urheberrechtsverletzungen zensiert werden, fürchten Kritiker. Aus Protest war unter anderem das englischsprachige Online-Lexikon Wikipedia einen Tag lang nicht erreichbar.

An den Zensur-Warnungen waren im vergangenen Jahr auch Netzsperren-Pläne in Deutschland gescheitert. Hierzulande standen allerdings nicht Urheberrechtsverletzungen im Fokus, sondern der Kampf gegen die Kinderpornografie. Die illegalen Inhalte sollen jetzt direkt gelöscht werden, damit Netzsperren nicht mehr notwendig sind. Die Musik- und Filmindustrie setzt sich allerdings auch in Europa weiterhin für Sperren gegen Raubkopien im Netz ein.

Was meinen Sie: Sind schärfere Gesetze gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet sinnvoll oder droht dann ein Missbrauch zur Zensur missliebiger Inhalte? Stimmen Sie ab!

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (20)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   phiha1612
    (587 Beiträge)

    21.01.2012 14:21 Uhr
    wen interessiert unrheberrecht
    lieber mal um mörder und kunderschänder richtig kümmern und hier härtere strafen einführen und nicht bei solch sinnlos belangen ...

    aber da entsteht ein wirtschaftlicher schaden wo der staat ja mitverdient... diese verdammte vertterleswirtschaft - unglaublich
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   screeny30
    (428 Beiträge)

    21.01.2012 08:59 Uhr
    es entsteht "Schaden" ?!
    ja ne is klar...
    die armen Plattenfirmen, die da mit ihrem paar Milliarden so vor sich hindümpeln... ist verständlich, dass die da geschädigt werden
    also ich finds auch Kacke, wenn Sony Music im Jahr 200 Mio $ weniger verdient wegen "Musikpiraterie"

    P.S. wer die Ironie findet, darf sie gerne behalten =)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   rockinsteven
    (1210 Beiträge)

    21.01.2012 07:45 Uhr
    Megaupload
    Gegen Megaupload vorzugehen ist einfach, letzten Endes ist/war das ja nur eine riesige Pornoplattform, die Entrüstung wird sich in Grenzen halten, aber wird konsequenterweise jetzt auch youtube geschlossen? Ist immerhin DIE Seite von der am meisten Musik gesaugt wird...?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bobber
    (2119 Beiträge)

    21.01.2012 07:50 Uhr
    Eine Plattform wird geschlossen,
    zehn neue machen auf.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    21.01.2012 04:13 Uhr
    Klickintensive
    Berichterstattung nennt man sowas. ka-news, da klingelt es in der Kasse?

    Das kapiert doch jeder nicht kommunistisch verblendeter Idiot: Es gibt geistiges Eigentum und das darf man nicht stehlen. (Begründet sich der Name der Piraten aus eben dieser Tatsache?)

    Es gibt sogar persönliche Daten, deren Veröffentlichung man nicht zugestimmt hat. Netzpiraten eben.

    Für mich sind diese Anonymous nichts weiter als staatszersetzende Anarchisten, die dubiose Ziele verfolgen.

    Mit Zensur hat das aber gar nichts zu tun. Das ist nur durch die Anonymität des Internetzes geschütztes Rumrandalieren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   timo
    (3093 Beiträge)

    21.01.2012 12:00 Uhr
    du
    scheinst das Problem nicht verstanden zu haben. Es geht nicht darum, dass das Entfernen von urh. gesch. Material per se Zensur ist, sondern dass diese neuen Gestzesvorschläge leicht zum löschen jeglicher missliebiger Inhalte genutzt werden können.

    "Es gibt geistiges Eigentum und das darf man nicht stehlen" Müsste man erst mal der Meinung sein, dass man "geistiges" überhaupt STEHLEN kann. Ist KOPIEREN zwangsläufig STEHLEN?
    Entsteht ein Schaden wenn ich etwas duppliziere? Außer einem theoretischen wie in die Unterhaltungsbranche sich errechnet?

    Wenn ich ein Foto von dir mache, habe ich dich dann gekidnappt?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    21.01.2012 23:59 Uhr
    Ist KOPIEREN zwangsläufig STEHLEN?
    Im Sinne von Urheberrechten eindeutig JA.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (85 Beiträge)

    23.01.2012 18:51 Uhr
    Re: Ist KOPIEREN zwangsläufig STEHLEN
    Eine Urheberrechtsverletzung ist eben NICHT stehlen !
    Beim Stehlen wird der Besitz einer Sache physisch weggenommen. Bei einer Urheberrechtsverletzung aber eben nicht. Deshalb wird dazwischen auch unterschieden. Als Folge muss beim Stehlen der Besitz zurückgegeben / ersetzt werden, während bei einer Urheberrechtsverletzung NUR der entgangene "Gewinn" geltent gemacht werden kann. Wenn dem nicht so ist, dann ist das Gesetz falsch.
    Alle, die Urheberrechtsverletzung als Diebstahl bezeichnen und beides gleichsetzen, wissen nicht von was sie sprechen und wollen die Betroffenen nur übermäßig kriminalisieren.

    Dass die dt. Netzsperren ein Griff ins Klo waren, ist hoffentlich inzwischen jedem klar. Wenn nur ein Warnhinweis angezeigt wird, aber die pornographischen Inhalte auch weiterhin einfach zugreifbar sind, dann ist das Gesetz völliger Unsinn.
    Der Knackpunkt an dem dt. Gesetz war, dass es allgemein formuliert war und damit auch auf alles angewendet werden hätte können.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   alpinium
    (5597 Beiträge)

    21.01.2012 13:41 Uhr
    Entsteht ein Schaden wenn ich etwas duppliziere?
    Ja, auch hier entsteht Schaden. Wenn ein Gut an dem du keine Rechte inne hast von dir kopiert wird, egal wie, entsteht dem Rechteinhaber ein Schaden. Nimm eine MP3-Datei, die einmal gekauft wurde und dann an sagen wir 30 Leute weitergegeben werden in Form von Kopie, die diese Kopie dann auch noch weitergeben. In der "guten alten Zeit" als man noch nicht digital kopieren konnte, sondern noch alles analog ging hat nach mehreren Kopiervorgängen die Qualität abgenommen, sodass man von Kopien einer Kopie eher mal Abstand genommen wurde.
    Der Schaden durch Kopieren ist definitiv kein theoretischer.
    Die Musik- & Filmindustrie muss neue Wege in der Vermarktung und Weitergabe finden. Darin liegt des Pudels Kern.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   timo
    (3093 Beiträge)

    21.01.2012 15:43 Uhr
    Und
    noch ein abstraktes Beispiel:

    Jemand erfindet ein Gerät, mit dem man alles duplizieren kann. Person X geht zum Bäcker, kauft ein Brot und nutzt seine Maschine um das Brot zu vervielfältigen und weiterzugeben. Ist X jetzt kriminell?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.