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Karlsruhe Umfrage: Piraten fordern kostenlosen ÖPNV - ein Zukunftsmodell für Karlsruhe?

Die Piratenpartei ist auf dem Vormarsch. Im deutschlandweiten Trend lagen die Piraten in Umfragen erstmals prozentual über den Grünen. Neben freiem Internet und mehr Rechten für www-Nutzer plädiert die junge Partei auch für einen kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Ministerpräsident Winfried Kretschmann bezeichnete die Piraten daraufhin als nicht oppositionswürdig. In unserer ka-news Umfrage wollen wir deshalb wissen: Piraten fordern kostenlosen ÖPNV - ein Zukunftsmodell für Karlsruhe?

Bus oder Bahn fahren - und dafür kein Geld bezahlen. Das ist der Plan, den die Piraten in Baden-Württemberggerne umsetzen würden. In Karlsruhe würde dann das lästige Anstehen für eine Dauerfahrkarte oder das stressige Ticketziehen am Automaten wegfallen.

Lange Forderung der Piraten: Kostenloser ÖPNV

"Mit Hilfe von drei großen Feldversuchen wollen wir feststellen, ob sich ein kostenfreier ÖPNV rechnet. Diese Untersuchungen sollen jeweils in einem Ballungszentrum, einem Mittelzentrum und einer Region des ländlichen Raums in Baden-Württemberg wissenschaftlich begleitet durchgeführt werden", kann der interessierte Leser im Wahlprogramm der Piraten in Baden-Württemberg nachlesen.

"Modellprojekte zu einem kostenlosen ÖPNV sind seit langem eine Forderung der Piratenpartei. Daher beteiligen wir uns auch am Tübinger Projekt Nulltarif im ÖPNV", so Martin Lange, Politischer Geschäftsführer im Landesverband Baden-Württemberg.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen wies den Vorschlag der Piraten zurück. Die Partei sei nicht oppositionsfähig. In unserer aktuellen ka-news-Umfrage wollen wir deshalb wissen: Piraten fordern kostenlosen ÖPNV - ein Zukunftsmodell für Karlsruhe?

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Kommentare (93)
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    24.04.2012 02:01 Uhr
    Nochmal darüber nachgedacht
    Also, ich habe heute nochmal darüber nachgedacht (beim Bahnfahren zwinkern ) - und ich sehe dieses Modell mittlerweile ziemlich skeptisch. Warum, begründe ich auch folgt (jetzt kommt einer meiner bekannten Romane):

    => Gerechtigkeit:
    Der Autofahrer will von A nach B. Er zahlt dafür Sprit, braucht ein Auto und zahlt KFZ-Steuer etc. Es ist natürlich sinnvoll, einen Teil der Einnahmen zu nutzen, um den ÖPNV zu fördern, denn davon hat ja auch indirekt der Autofahrer was, wenn die Straßen nicht so voll sind und den Schwachen der Gesellschaft muß man auch etwas unter die Arme greifen. Aber: Es wäre ungerecht, daß Bahnfahrer dann garnichts zahlen. Sie sollten, wenn sie schon kein Sprit zahlen müssen, kein Auto brauchen, keine Garage brauchen etc., wenigstens etwas Geld für die Fahrt abdrücken. Außerdem würde es nicht nur die Autofahrer 'diskriminieren', es gibt ja auch ein Stadt-Land Gefälle: Landeier können sich auf die Bahn nicht so sehr verlassen wie jemand der am Entenfang wohnt.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    24.04.2012 02:07 Uhr
    Teil II
    Es würde also schon aus zwei Gründen gegen das "Gleichheitsprinzip" verstoßen. Ob es verfassungswidrig wäre kann ich nicht beurteilen, bin kein Richter. Ungerecht wäre es aber.

    => Kostenfalle:
    Die zahlen beruhen vorwiegend auf dem status quo. Aber: Wenn jetzt tatsächlich mehr Leute dann mit der Bahn fahren, dann müssen einerseits mehr Züge etc. gekauft werden, aber auch die Taktung verdichtet werden. Dies alles sollen vorwiegend die Autofahrer finanzieren, deren Anteil aber vom Verhältnis ja abnehmen würde. Zum Schluß finanzieren 30 % Autofahrer 70 % Bahnpendler, wo wäre da die Gerechtigkeit?

    => Innovation:
    Die Verkehrsbetriebe etc. müßten nicht mehr um Kunden werben, da sie ja eh nicht viel davon hätte. Also würde auch keiner mehr neue Bahnen kaufen, versuchen das Netz zu verbessern etc., weil es ja zwangläufig dazu führen würde, daß noch mehr bezahlt werden müßte. Ebenso würden Straßen darunter leiden, da kaum noch jemand Auto fährt.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    24.04.2012 02:11 Uhr
    Teil III
    Unter'm Strich wäre das also meiner Ansicht nach sowas wie Neosozialismus, und das kann nicht gutgehen, das hat uns die Geschichte gelehrt. Die DDR war auf dem Papier auch supertoll, es klappt nicht, denn der Mensch ist nicht "reif genug" dazu. Und es ist auch vollkommen nachvollziehbar, daß Autofahrer ein Problem damit haben, andere für umme fahren zu lassen.

    Es steht außer Frage, daß ein Konsens gefunden werden muß, wie man es hinbekommt, daß einerseit die Fahrpreise niedriger sind als eine Autofahrt (da wäre v.a. bei den Einzelfahrkarten eine Änderung notwendig) und auf der anderen Seite aber auch jeder seinen Teil dazu beiträgt (finanziell), wenn er eine Dienstleistung in Anspruch nimmt. Innerhalb des ÖPNV gibt es Zeitkarten, die hat fast jeder der mit der Bahn unterwegs ist, die sind auch nicht so wahnsinnig teuer. Studenten zahlen fast garnichts, genauso wie Schüler, als Normalbürger sind's um die 70 Euro für den ganzen Umkreis - ist in Ordnung.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    24.04.2012 02:16 Uhr
    Teil IV
    Der Preis für Zeitkarten liegt also unter der Gebühr, die für den Unterhalt eines Autos fällig wird. Das ist auch i.O., da ja nicht derselbe Komfort gegeben ist, als wenn jemand ein eigenes Auto hat.

    Ein viel dringenderes "Problem" wäre es m.M., daß man den Fernverkehr zu akzeptablen Preisen anbietet und v.a. unbürokratisch, sowas wie Kilometerpreise macht, dann könnte man z.B. bei Fernstrecken mehr Leute auf die Schiene bringen. Es sollte so sein, daß jemand von vornherein weiß "Ok, ich will nach HH, das sind 600 km, wären 60 Euro für die Bahn oder ich tanke für 100 Euro oder nimm den Flieger für 150 Euro, muß aber noch Ein- und Auschecken etc.

    Somit würde man ein wichtiges Ziel schonmal erreichen: Für Einzelpersonen oder Paare ist Bahnfahren günstiger als Auto, für Familien wiederum das Auto, die Autos wären also ausgelasteter und es gurken nicht nur 1,2 Personen pro Fahrzeug rum und verstopfen die Straßen.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    24.04.2012 02:22 Uhr
    Teil V
    Demnach sollte die Politik lieber die DB wieder aufkaufen, die Preisgestaltung für selbige übernehmen und Geld investieren, um den ÖPNV im ländlichen Bereich auszubauen.

    Es mag sein, daß ein kostenloser ÖPNV teilweise Verwaltungskosten wegfallen läßt, aber es wäre ungerecht und würde zu einem Selbstläufer werden, der unter dem Strich mehr negative als positive Aspekte beinhaltet. Ich denke auch nicht, daß so viele Leute ein Problem mit dem Fahrpreis haben sondern eher mit den Tarifen und daß insbesondere DB Fahrten auch tatsächlich viel zu überteuert sind, wenn jemand nicht die Zeit und Muse hat schon Monate vorher zu schauen (Ticket's im Ebay bestellen und so'n Quark habe ich schon gelesen)...

    Ich denke, da drückt der Schuh und nicht, weil man 70 Euro im Monat für ne Zeitkarte abgebucht kriegt, die weitaus günstiger ist als ein Auto zum pendeln. Bevor man das Geld nimmt um jedem "freie Strabafahrt für freie Bürger" zu ermöglichen, lieber dort einsetzen wo es sinnvoll ist.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    24.04.2012 02:28 Uhr
    Teil VI
    Auch ärmere Bevölkerungsschichten sind da nicht so sehr benachteiligt, für Schüler mit armen Eltern gibt es Schüler-BaFög, für Studenten BaFög und ansonsten Hartz 4. Es läßt sich darüber streiten, in wie weit man diesen Bevölkerungsguppen mehr Hilfe zukommenlassen sollte. Aber auch da gilt, daß der Spagat gehalten werden muß zwischen "Hilfe für die Armen" und "Arbeit muß sich lohnen"...

    Wenn man den Standpunkt vertritt, daß Benachteiligte mehr Hilfe bekommen sollen, dann muß man aber auch sagen DASS man das Geld, das kostenlose ÖPNV-Fahrten kosten würde, daß man dies lieber denen zukommen läßt, die Unterstützung brauchen.

    Also in Deutschland könnte man noch vieles verbessern und auch sinvoller machen, aber sich an der Tatsache aufzuregen, daß eine Bahnfahrt etwas Geld kostet... naja... Gibt denke ich wichtigere Baustellen... Im Bezug zum ÖPNV und Bahnverkehr: s.o.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9710 Beiträge)

    23.04.2012 23:09 Uhr
    Hallo Feldsvendark,
    als Beschäftigter der KVV sollte man wissen, dass der ÖPNV eigentlich jeden fahren muß (steckt z.B. auch in dem Wort "Omnibus"), heißt wohl "Kontraktionszwang" oder so ähnlich.

    Wenn Leute ohne/mit geringem Einkommen dann (bei Nulltarif) eben vermehrt mitfahren, dann ist es eben so und es gäbe keinen Grund, den Wunsch eines Fahrgastes/Kunden auf Mitnahme im ÖPNV abzhulehnen, wenn er nicht gerade aggressiv ist/randaliert, oder sturzbetrunken ist und evtl. deshalb haspiriert.

    Das Parfüm mancher Leute kann sich im Sommer auch geruchsbelästigend auf andere "MItreisende" auswirken, wenn alle Fenster zugekniffen sind und die Klimaanlage ihrem Namen keine Ehre macht!

    Bitte nicht auf das "niedrige Fußvolk" herabschauen (tut man/frau nicht in einer demokratischen Gesellschaft)!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9710 Beiträge)

    23.04.2012 23:10 Uhr
    und warum hat es nun diesen Beitrag trotz "Anklicken"
    nicht dorthin gehängt, wo er hin sollte???
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  • unbekannt
    (450 Beiträge)

    23.04.2012 23:47 Uhr
    Es wird ja auch jeder von A nach B gebracht...
    ich sage nur das, was MICH als Fahrgast (ja auch ich kann ein Fahrgast sein, ich fahre die gelben Bähnchen nicht nur... zwinkern ) am meisten an anderen Fahrgästen stört: Übler Geruch in unmittelbarer Nähe, dem man nur schwer entkommen oder erträglicher machen kann. Wenn ich selber fahre, merke ich von dem Geruch nicht viel dank der "relativ geschlossenen" Fahrerkabine. Was mich sonst als Fahrgast(!) noch massiv stört, sind aufdringliche und tratschende Mütter mit ihren Kinderwägen, denen man unbedingt helfen MUSS - und die daran lautstark und nervig erinnern. Ich hab' nix dagegen, wenn ich zum Reinheben ausgewählt werde, aber man kann freundlich fragen und nicht unverschämt fordern. Meistens mache ich es von mir aus, wenn mir die Kinderwagen-Inhaberin einen sympathischen Eindruck macht. grinsen

    Um beim Thema Geruch zu bleiben: Natürlich würde ich niemanden nicht mitnehmen, nur weil sich meine Nase sträubt. Wenn sich aber andere Fahrgäste massiv über den Geruch beschweren, dann muss ich handeln.
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    23.04.2012 23:37 Uhr
    Weil in der Titelzeile des zu beantwortenden Beitrags
    Apostrophe vorkommen!

    Haste das immer noch nicht kapiert? grinsen
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