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Berlin Umfrage: Guttenberg-Rücktritt - die richtige Entscheidung?

Er hat der politischen Front den Rücken gekehrt: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat am Dienstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Zwei Wochen, nachdem die Plagiatsaffäre um den CSU-Politiker bekannt wurde, ist der Druck für Guttenberg zu groß geworden. "Ich war immer bereit zu kämpfen. Aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht", so Guttenberg in seiner Erklärung. Hat er damit die richtige Entscheidung getroffen?

Guttenberg sagte am Dienstag, er ziehe die Konsequenz, die er auch von anderen verlangt habe. Er stehe zu seinen Schwächen und Fehlern. In der vergangenen Woche hatte Guttenberg im Bundestag Fehler eingeräumt, aber Vorwürfe absichtlicher Täuschung und Zuhilfenahme eines Ghostwriters zurückgewiesen. Der Minister hatte zugleich auf seine Mehrfachbelastung durch Beruf, wissenschaftliche Arbeit und Familie verwiesen: "Ich war sicher so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt." Dies sei ihm nicht gelungen.

Akademiker protestierten gegen Verhalten der Regierung

Die Kritik an dem 39-Jährigen war in den vergangenen Tagen auch aus den eigenen Reihen immer größer geworden. Erst am Montag hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) demonstrativ hinter Guttenberg gestellt. Im Bundeskabinett war als erste Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) mit den Worten auf Distanz gegangen, sie schäme sich für Guttenberg.

 

Eine Kehrtwendung vollzog auch Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle: Er distanzierte sich öffentlich wegen schwerer Mängel von der Arbeit seines Doktoranden. Mehr als 30.000 Menschen, darunter viele Akademiker, hatten in einem offenen Brief an Merkel gegen das Verhalten der Regierung protestiert. Am vergangenen Mittwoch hatte die Universität Bayreuth entschieden, Guttenberg wegen gravierender handwerklicher Fehler den Doktortitel abzuerkennen.

Guttenberg will sich schnell staatsanwaltlichen Ermittlungen zu den Plagiats-Vorwürfen stellen. Er habe Respekt vor all jenen, die die Vorgänge strafrechtlich überprüft sehen wollen. "Es würde daher nach meiner Überzeugung im öffentlichen wie in meinem eigenen Interesse liegen, wenn auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen etwa bezüglich urheberrechtlicher Fragen nach Aufhebung der parlamentarischen Immunität, sollte dies noch erforderlich sein, zeitnah geführt werden können."

Fassungslosigkeit in den Reihen der Anhänger - Triumph bei den Kritikern. War Guttenbergs Rücktritt unausweichlich oder unnötig? Wie nehmen Sie seine Entscheidung auf? Sagen Sie es uns!

 

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Kommentare (26)
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    02.03.2011 08:10 Uhr
    Erich fährt am längsten
    Ein guter Tag für alle, die sich stets bemühen, halbwegs ehrlich durchs Leben zu kommen. Ein schlechter für jene, die immer alle Fünfe gerade sein lassen wollen.
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  • unbekannt
    (2030 Beiträge)

    02.03.2011 07:07 Uhr
    Guttenberg
    Er hätte rausgeworfen gehört und nicht die Chance zum Rücktritt bekommen. Wenn ich mich im Betrieb so verhalten hätte, wäre ich geflogen in hohem Bogen. Lügner und Betrüger gehören ins Bankgeschäft und nicht in die Politik.
    Darüber sollte man überhaupt nicht diskutieren.
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    02.03.2011 00:48 Uhr
    Politiker mit Makel
    und wieder siegt die Dummheit über die Vernunft. Wir haben in Deutschland nur wenige Politker mit seinem Engagement und Einsatz für die Sache und vor allem mit Reform-Vermögen.
    Wer glaubt die restlichen Politiker während schuldfrei oder wie heißt es so schön, ohne Sünde, der täuscht gewaltig. Man blicke nur mal auf unseren früheren Außenminister Joschka Fischer. Es war halt wieder Zeit eine Sau durchs Dorf zu jagen, dummer Weise hat Herr zu Guttenberg einen gravierenden Fehler gemacht, der ihm jetzt zum Verhängnis wurde. Es tut mir Leid für das Licht auf die Wissenschaftler, aber auch hier bin ich mir sicher, daß nicht alles Gold ist was glänzt, aus anderen Bereichen im Management weiß ich das abgeschrieben wird auf Teufel komm raus, hier stellt sich lediglich noch die Frage, wer hat bei wem abgeschrieben, schauen Sie sich nur mal die ganzen Büscher zum Thema Führung und Motivation an.
    Schade um einen tollen Politiker, ohne Zweifel mit einem Makel
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    02.03.2011 20:10 Uhr
    Heiratsschwindel
    Die erinnert mich an die Betrogenen eines Heiratsschwindels, die die Wahrheit nicht sehen wolle. Liebe macht Blind.

    Toller Politiker? Der kann nicht mal seine Doktorarbeit selbst schreiben. Versucht Leute für dumm zu verkaufen. Abstreiten, Kritiker als töricht verleumden, verniedlichen ... Mit solchen Eigenschaften kann man nicht der Oberbefehlshaber der Streitkräfte sein.

    Unbestritten war er der erste, der das Wort Krieg(sähnliche Zustände) in den Mund genommen hat. Werde ich ihm immer hoch anrechnen.
    Aber was hat er noch erreicht? Wehrpflicht abgeschafft, bevor die Bw reformiert ist. Das ist so als würde man Tankstelle und Benzin abschaffen, bevor die Autos auf einen alternativen Antrieb umgerüstet sind.
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    02.03.2011 10:39 Uhr
    Wer ist hier eigentlich der Dumme?
    Es heißt ja, dass die Liebe blind mache, aber ein nicht unähnlicher Effekt scheint auch zu blindwütiger Heldenverehrung zu führen. Die Fakten liegen offen auf dem Tisch, und trotzdem weigern sich immer noch viele, sie zur Kenntnis zu nehmen. Karl Theodor zu Guttenberg hat nicht nur früher einmal einen "gravierenden Fehler" gemacht. Seit zwei Wochen belästigt und beleidigt er uns alle mit der unverschämtesten Lüge seit Uwe Barschels Ehrenwort. Selbstverständlich hat er mit seiner Doktorarbeit vorsätzlich und bewusst getäuscht. Es ist schlichtweg unmöglich, hunderte von Seiten bei anderen abzuschreiben, ohne das zu wollen und zu wissen. Seine gegenteiligen Beteuerungen sind ebenso scheinheilig und verlogen wie seine angebliche Reue. Er bastelt doch jetzt schon an seiner Martyrer-Legende und einem Comeback. Selbst die Kanzlerin hat sich darauf verlassen, dass das Volk belogen sein will und nicht nur die Kleingeistigen glauben möchten, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    02.03.2011 00:52 Uhr
    Schreibfehler - hier korrigiert
    und wieder siegt die Dummheit über die Vernunft. Wir haben in Deutschland nur wenige Politiker mit seinem Engagement und Einsatz für die Sache und vor allem mit Reform-Vermögen.
    Wer glaubt die restlichen Politiker wären schuldfrei oder wie heißt es so schön, ohne Sünde, der täuscht gewaltig. Man blicke nur mal auf unseren früheren Außenminister Joschka Fischer.
    Es war halt wieder Zeit, eine Sau durchs Dorf zu jagen. Dummer Weise hat Herr zu Guttenberg einen gravierenden Fehler gemacht, der ihm jetzt zum Verhängnis wurde. Es tut mir Leid für das Licht, dass auf die Wissenschaftler hierdurch fällt, aber auch hier bin ich mir sicher, daß nicht alles Gold ist, was glänzt. Aus anderen Bereichen im Management weiß ich, dass abgeschrieben wird auf Teufel komm raus, hier stellt sich lediglich noch die Frage, wer hat bei wem abgeschrieben, schauen Sie sich nur mal die ganzen Bücher zum Thema Führung und Motivation an.
    Schade um einen tollen Politiker, ohne Zweifel mit einem Makel
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