26  

Berlin Umfrage: Guttenberg-Rücktritt - die richtige Entscheidung?

Er hat der politischen Front den Rücken gekehrt: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat am Dienstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Zwei Wochen, nachdem die Plagiatsaffäre um den CSU-Politiker bekannt wurde, ist der Druck für Guttenberg zu groß geworden. "Ich war immer bereit zu kämpfen. Aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht", so Guttenberg in seiner Erklärung. Hat er damit die richtige Entscheidung getroffen?

Guttenberg sagte am Dienstag, er ziehe die Konsequenz, die er auch von anderen verlangt habe. Er stehe zu seinen Schwächen und Fehlern. In der vergangenen Woche hatte Guttenberg im Bundestag Fehler eingeräumt, aber Vorwürfe absichtlicher Täuschung und Zuhilfenahme eines Ghostwriters zurückgewiesen. Der Minister hatte zugleich auf seine Mehrfachbelastung durch Beruf, wissenschaftliche Arbeit und Familie verwiesen: "Ich war sicher so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt." Dies sei ihm nicht gelungen.

Akademiker protestierten gegen Verhalten der Regierung

Die Kritik an dem 39-Jährigen war in den vergangenen Tagen auch aus den eigenen Reihen immer größer geworden. Erst am Montag hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) demonstrativ hinter Guttenberg gestellt. Im Bundeskabinett war als erste Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) mit den Worten auf Distanz gegangen, sie schäme sich für Guttenberg.

 

Eine Kehrtwendung vollzog auch Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle: Er distanzierte sich öffentlich wegen schwerer Mängel von der Arbeit seines Doktoranden. Mehr als 30.000 Menschen, darunter viele Akademiker, hatten in einem offenen Brief an Merkel gegen das Verhalten der Regierung protestiert. Am vergangenen Mittwoch hatte die Universität Bayreuth entschieden, Guttenberg wegen gravierender handwerklicher Fehler den Doktortitel abzuerkennen.

Guttenberg will sich schnell staatsanwaltlichen Ermittlungen zu den Plagiats-Vorwürfen stellen. Er habe Respekt vor all jenen, die die Vorgänge strafrechtlich überprüft sehen wollen. "Es würde daher nach meiner Überzeugung im öffentlichen wie in meinem eigenen Interesse liegen, wenn auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen etwa bezüglich urheberrechtlicher Fragen nach Aufhebung der parlamentarischen Immunität, sollte dies noch erforderlich sein, zeitnah geführt werden können."

Fassungslosigkeit in den Reihen der Anhänger - Triumph bei den Kritikern. War Guttenbergs Rücktritt unausweichlich oder unnötig? Wie nehmen Sie seine Entscheidung auf? Sagen Sie es uns!

 

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (26)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   rindfleisch
    (38 Beiträge)

    02.03.2011 11:12 Uhr
    ..
    - Projekt Abschaffung der Wehrpflicht; Wäre das eine SPD,Grüner Politiker angegangen hätte die BILD Wochenlang den Abgesang des Abendlandes in 50cm Schrift gebracht. Um einen späteren Kanzler ein gefallen zu tun, hat die BILD darauf verzichtet. "Geleistet" hat er aber auch hier noch, und ich betone - noch - nichts. Hier fehlt noch die Reform. Wäre interessant gewesen zu sehen, wie weit er nach 7 Jahre mühevoller Kleinarbeit gekommen wäre.

    Von seinen "Leistungen" als Wirtschaftsminister wollen wir erst gar nicht anfangen.

    Was er hat, sind alle "Qualitäten" eines Heiratsschwindlers und da sind auch die Opfer meist für Nachsicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1197 Beiträge)

    02.03.2011 12:41 Uhr
    nur zur Erinnerung
    (Achtung: Ich kopiere mich selbst)
    "Gut eingearbeitet
    oder :
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/guttenberg-gesetz-outsourcing-der-naechste-fall-1.171088
    einarebiten lassen??? "

    Mit dem Gesetzoutsourcing hat er bereits 2009 die kompetente Leistung vollbracht einen Gesetzestextentwurf gegen Geld einem Unternehmen zu unterlassen. Von allen Umständen mal abgesehen, aber spricht es für einen studierten Rechtsgelehrten, zwei Jahre nach seiner Dissertation, der im Wirtschaftsministerium sicher nicht Wirte eingestellt haben mag?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1197 Beiträge)

    02.03.2011 12:50 Uhr
    Sein größter Verdienst
    lag eindeutig darin ein gesellschaftliches Tabu mit Hilfe der Medien zu brechen: Die Wehrpflicht. Abschaffung dieser war bis vor ca. 20 Jahren im Volksmund so etwas wie die Wiedererweckung A. Hitlers, also absolut böse und tabu.
    Das er einer Tragödie den wahren Namen gibt (ich nannte bereits die ersten militärischen Einsätze der USA 2001: KRIEG), kann ich nicht als seinen Verdienst ansehen.
    Wie er mit "Affären" umging, ist aber auch schon bewundernswert.
    An alle Anhänger:
    Er wird nicht sooo lang von der Bildfläche verschwinden, keine Bange.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    02.03.2011 10:34 Uhr
    Plagiat-Lord
    Bei Herrn zu G U T T E N B E R G sind in seiner Doktorarbeit

    49 % seiner Dissertation PLAGIATE !!!

    Seinem Doktorvater kann man keinen Vorwurf machen, denn dieser hat sich auf die Ehrlichkeit des K.-T. zu Guttenberg verlassen.K.-T. hat eine eidesstattliche Erklärung abgegeben. Nun wissen wir, dass dieser Politstar lt. § 106 das Urheberrecht wesentlich verletzt hat und es gibt mehrere staatsanwaltliche Ermittlungen gegen K.-T.
    Seit wann vertritt Merkel § CO. den Diebstahl geistigen Eigentums und wie ist das vereinbar mit den CHRISTLICHEN Geboten und Werten??? Du sollst nicht stehlen, habe ich in der Christenlehre gelehrt bekommen - alles nicht mehr richtig? Die CDU und CSU incl. Guttenberg und Merkel haben christliche, konservative Werte mit Füßen getreten und verraten.Ehrlichkeit,Glaubwürdigkeit etc. alles ADE? Alles für den Machterhalt geopfert?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (9878 Beiträge)

    02.03.2011 10:28 Uhr
    .
    Es ist einmal ein Bundesminister der Verteidigung zurückgetreten , nachdem sich herausstellte, dass er jemanden wegen Erpressbarkeit vorzeitig verabschiedet hatte und der Vorwurf später entkräftet wurde. Drei Jahre später wurde er zum Nato-Generalsekretär ernannt. http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Wörner

    Also wird es auch für Herrn von Guttenberg noch Möglichkeiten geben sein Wissen und seine Fähigkeiten beruflich in dem Sinne umzusetzen, der seinem Ehrgeiz entspricht.

    Ich bin gespannt wer jetzt erst einmal sein Nachfolger wird. Bundesverteidigungsminister bei den anstehenden Aufgaben ist nun wirklich keine Aufgabe, bei der jemand in missgünstiger Haltung auf dem Wartebänkchen sitzen wird. Vom Nachfolger wird aber auch abhängen, wie der Rücktritt sich auswirkt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   KuWally
    (162 Beiträge)

    02.03.2011 10:18 Uhr
    Schuld
    Die eigentlichen Schuldigen in dieser Sache sind doch diese Proffesoren die sich jetzt so aufregen. Wer hat den den Titel verliehen? Es wurden anscheinend keine Inhalte und Ausführungen seiner Doktorarbeit überprüft. Wie viele andere Doktortitel würden einer solchen nachträglichen Prüfung widerstehen? Ich glaube da würde sich ein Abgrund auftun.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (44 Beiträge)

    02.03.2011 09:01 Uhr
    Gute Leute werden immer rausgeekelt
    Denn da kommt man ja als kleiner Politker selbst nicht dran und wenn man jemandem nicht das Wasser reichen kann, schaut man das man was über ihn ausgräbt...
    Was hat denn seine Glaubwürdigkeit damit zu tun, ob er vor JAHREN mal was abgeschrieben und nicht ordentlich dokumentiert hat. Der Mann hat nen wahnsinns job gemacht und wird nun getreten, weil einige mit ihren Minderwertigkeitskomplexen nicht klar kommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   rindfleisch
    (38 Beiträge)

    02.03.2011 11:05 Uhr
    "der Mann hat nen wahnsinns job gemacht" ??
    - Der Fall mit dem Tanklastwagen. Erst spricht er "Klartext", 2 Wochen später, als bekannt wurde, dass es gar nicht stimmt, schiebt er es auf seine Untergebenen. Die behaupten das Gegenteil. Sogar der General hat sich gewehrt, was absolut unüblich ist.
    Was ist, wenn er (Guttenberg) jetzt am Wochenende nochmals die Unterlagen durchgeht und feststellt ...

    - Der Fall mit dem durch einen "Unfall" erschossenen Soldaten, nach Wochen noch keine Aufklärung. Unser Minister sagt er arbeitet dran. So wie er 7 Jahre an seiner Dr. Arbeit gearbeitet hat.

    - Das peinliche "Wir machen eine Talkshow in einem Kriegsgebiet".

    - Die Gorch Fock, erst im Bundestag "Klartext": keine Vorverurteilung. Dann "Aufklärung" durch die BILD und Beurlaubung
    ohne Anhörung. Wieder gibt es Kritik von den Soldaten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    02.03.2011 09:36 Uhr
    Ja, Kev_S
    Sie haben es erkannt
    //..... und wenn man jemandem nicht das Wasser reichen kann, schaut man das man was über ihn ausgräbt... //
    Zu einem anderen Artikel, zum gleichen Thema, startete ein Kommentator einen Aufruf mit den Worten Packen wir's an
    Auf seiner To-do-Liste stand unter anderem:
    //Was hat sie für persönliche Schwächen? //
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    02.03.2011 09:25 Uhr
    Was heißt vor JAHREN?
    Die Dissertation wurde 2006 von der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth angenommen, die Promotion 2007 mit summa cum laude abgeschlossen. Das heißt, zu einer Zeit, als er bereits in politischen Ämtern war. Und er hat ja auch den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages in Anspruch genommen, um dessen Ergebnisse in seiner privaten Dissertation zu verwenden.
    Der tatsächliche Skandal ist, dass die Promotion wohl ohne eingehende Prüfung durchgewunken wurde.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.