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Karlsruhe/Konstanz Umfrage: 200.000 Euro Strafe für illegale Facebook-Party - überzogen oder konsequent?

Für den Aufruf zu einer Facebook-Party in einem Konstanzer Freibad soll ein Lehrling insgesamt 227.052 Euro zahlen. In dieser Höhe habe er Gebührenbescheide erhalten, sagte der 20-Jährige der "Bild am Sonntag". Das Innenministerium Baden-Württemberg will die Kosten einfordern - auch wenn von 12.000 angekündigten Gästen lediglich 150 eintrafen und prompt wieder von der Polizei weggeschickt wurden. Wir wollen nun wissen: überzogen oder konsequent?

Das war ein teurer Klick: Weil er zu einer Facebook-Party in einem Konstanzer Freibad aufgerufen hatte, soll ein Lehrling nun insgesamt 227.052 Euro zahlen.

"Bei dem Betrag wird mir schlecht"

Neben Polizeieinsatz (191.025 Euro) und Helikopter (5.000 Euro) kommen laut Bild am Sonntag noch Schadensersatzforderungen der Stadt Konstanz (10.000 Euro), Bußgeld (5.000 Euro) und Regressforderungen eines Kioskbesitzers (16.000 Euro) hinzu. Der 20-jährige Lehrling reagierte darauf geschockt: "Wenn ich jetzt diese Beträge sehe, wird mir schlecht", soll er der Zeitung gegenüber gesagt haben.

Nachdem er zur Party aufgerufen hatte, bekam die Konstanzer Polizei Wind von dem Vorhaben. Die Stadt Konstanz verbot die Riesen-Fete, zur der sich rund 12.000 Gäste angekündigt hatten. Schließlich kamen rund 150 Feierwütige dennoch ins Strandbad. Sie wurden von einem Großaufgebot an Polizisten abgepasst, es hagelte Platzverweise und Festnahmen. Die Aktion erklärt der Lehrling mit Übermut: "Ich war mal als Gast auf anderen illegalen Facebook-Partys und dachte immer: Da geht noch mehr. Das kannst du noch besser machen", sagte er der Bild am Sonntag.

Die baden-württembergischen Behörden haben nach Recherchen der dpa Zweifel, dass sie die Einsatzkosten für illegale Facebook-Partys tatsächlich jemals erstattet bekommen. "Wir betreten damit Neuland", sagte ein Sprecher des für die Polizei im Südwesten zuständigen Innenministeriums in Stuttgart am Montag. Gegen die Forderungen der Polizei könnten die Betroffenen Einspruch bei den Verwaltungsgerichten einlegen. "Es geht aber auch um ein Signal, dass es so nicht weitergehen kann."

Facebook-Party im Rheinstrandbad Rappenwört 2011

Erst Ende Juni waren knapp 1.000 Jugendliche zu einer von den Behörden verbotenen Facebook-Party nach Backnang (Rems-Murr-Kreis) gekommen. Dort kam es zu Randalen mit Verletzten. Auch in anderen Städten schlagen sich die Behörden immer wieder mit illegalen Partys herum, die über das soziale Netzwerk organisiert wurden. In Karlsruhe und der Region gab es zum Beispiel im Juli 2011 eine große Fete im Rheinstrandbad.

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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    31.07.2012 17:54 Uhr
    Der
    hat doch nichts. Bei dem kann man nichts holen. Absurder Gedanke, dass der das wirklich zahlen muss. Eigentlich könnte man sich das Geld auch bei den anderen Deppen abkassieren, die wirklich gekommen sind. 200.000 durch macht 1333 pro Person plus etwas für den zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Überschaubar.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    31.07.2012 17:55 Uhr
    durch 150
    natürlich.
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  •   andi79
    (2997 Beiträge)

    31.07.2012 15:22 Uhr
    eh nicht einklagbar
    Daher witzlos... werden nur noch mehr kosten für den Prozess produziert, da geht der Staat nämlich IMHO eindeutig baden. Natürlich darf man zu ner privaten Party einen offenen kreis einladen... wenn sich zehntausend ankündigen... dumm gelaufen. Nur weil da wieder jemand Kriegsphantasien hatte und gleich Hubschrauber einplant (zu viel Project X gekuckt?)... man hätte zur sicherheit mal 20 hinschicken können und nochmal welche auf abruf bereit halten können. Alles andere war meilenweit übertrieben... 99% aller Facebookzusagen bei events sind keine... sollte sich inzwischen rugesprochen haben.
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  •   ralf
    (3745 Beiträge)

    31.07.2012 15:09 Uhr
    Gerade findet übrigens eine Facebook-Party in der Region statt
    Von über 2000 eingeladenen Personen haben jedoch nur etwas über 100 zugesagt. Wohl von der "Offline-Presse" verschlafen, mittels reiserischer Berichterstattung darauf aufmerksam zu machen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (21 Beiträge)

    31.07.2012 15:00 Uhr
    Flashmob??
    Nunja... was ist dann eigentlich mit der Legalität von Flashmobs?
    Müssten diese dann nicht auch verboten sein?
    oder gibt es da eine Ausnahme?
    Wäre schön wenn mich wer aufklären könnte.
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  •   Smartraver
    (7581 Beiträge)

    31.07.2012 20:49 Uhr
    Auch dabei gab es schon Kostenrechnungen...
    z.B. in Freiburg an den Veranstalter des Kopfkissenschlachtflashmobs, da die Stadtreinigung die Sauerei aufräumen musste. Der hat auch rumgeheult wegen paar hundert Euro.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    31.07.2012 17:58 Uhr
    Professionelle
    Flashmobs werden vorher bei der Polizei und angekündigt. Es wird auch kein Müll und keine zerstörten Straßenzüge hinterlassen. Außerdem sind die meist innerhalb von einigen Minuten vorbei.
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  •   Faecherstadt_Guerilla
    (4092 Beiträge)

    31.07.2012 16:22 Uhr
    Ein Wischmob ...
    ist legal, auch wenn er durch ehrliche Kinderarbeit in Bangladesh geknüpft wurde.

    Ohne Fleiß kein Reis (frei nach Tankard, Thrash Metal, Ffm)

    Was ein Flashmob ist, weiß ich net, ich habe übrigens noch keinen gesehen. zwinkern
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (8066 Beiträge)

    31.07.2012 14:10 Uhr
    Dem Lehrling 227.052 Euro aufbrummen und jugendliche Gewalttäter lässt der Staat laufen.

    Der Junge würde bei mir dort wo er lebt zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert, öffentliche Anlagen säubern, meinetwegen mit der Pinzette. Und dann ist auch gut.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    31.07.2012 15:35 Uhr
    Ausgehend
    von einem Lehrlingslohn von 5 Euro/h, acht Stunden täglich und 365 Tagen im Jahr hat er schon Ende 2027 seine Schulden abbezahlt. Sofern natürlich auf Zinsen verzichtet wird.

    Das war der Spass doch wert! grinsen
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