Karlsruhe/Hamburg Tief "Friederike": Sechs Tote in Deutschland - Kaum Schäden in Karlsruhe

Sturmtief "Friederike" sorgt am Donnerstag für starke Windböen und Regen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den ganzen Tag eine Sturmwarnung für den Land- und Stadtkreis Karlsruhe ausgegeben. Gewarnt wird vor schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h.

+++ 10.30 Uhr +++

Der Ticker wird an dieser Stelle beendet.

+++ 19. Januar, 9.45 Uhr +++

Nach dem Orkan "Friederike" läuft der Fernverkehr im Südwesten wieder an. Die ersten Fernzüge der Deutschen Bahn sind bereits seit Freitagmorgen unterwegs. Allerdings gebe es noch viele Ausfälle, sagte ein Bahnsprecher in Stuttgart.

Es werde noch den ganzen Tag dauern, bis die Züge wieder dort sind, wo sie gebraucht werden. Die Bahn hatte wegen des Sturms am Donnerstag den deutschlandweiten Fernverkehr eingestellt. Auf die Starts und Landungen am Stuttgarter Flughafen hatte "Friederike" am Freitagmorgen keine Auswirkungen mehr. Alles laufe einwandfrei, sagte eine Sprecherin.

Karlsruher Hauptbahnhof - Störungen nach Sturmtief
Nach einem Sturmtief kommt es in Karlsruhe weiter zu Behinderungen im Fernverkehr | Bild: ka-Reporter

+++ 8 Uhr +++

Der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren in Deutschland hatte mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Das berichtet die Deutsche Presseagentur.

+++ 19.25 Uhr +++

Vielerorts wurde zeitweise Windstärke 12 und mehr gemessen. In dem Sturm "Friederike" kamen bundesweit mindestens vier Menschen ums Leben. In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge. Das Tief "Friederike" ist laut dem Deutschen Wetterdienst der schwerste Sturm seit 2007.

+++ 17.18 Uhr +++

Durch eine Sturmböe ist in Lippstadt im Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen ein Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Der Fahrer hatte im Orkan "Friederike" die Kontrolle über seinen Transporter verloren und war in den Gegenverkehr geraten. Nach Polizeiangaben stieß der 68-Jährige in seinem Wagen mit einem Lkw zusammen und war sofort tot. Der 73-jährige Fahrer des 40-Tonners kam verletzt ins Krankenhaus.

Das Sturmtief hat auch in Thüringen ein Todesopfer gefordert. In Bad Salzungen wurde ein Feuerwehrmann von einem Baum erschlagen und ein weiterer schwer verletzt, wie ein Polizeisprecher in Suhl mitteilte.

+++ 17.04 Uhr +++

Langsam zieht sich das Sturmtief aus der Region zurück. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe fasst insgesamt ein gutes Fazit. Die Lage sei insgesamt ruhig geblieben. Insgesamt wurden fünf umgestürzte Bäume und lose Teile gemeldet. Um 17 Uhr wurde der Einsatz von der Feuerwehr offiziell beendet.

+++ 15.42 Uhr +++

Die Deutsche Bahn stellt den Fernverkehr ab sofort bundesweit ein! Nach Angaben der Deutschen Presseagentur, die sich auf einen Bahnsprecher berufen, sollen Züge, die noch unterwegs sind, soweit möglich bis zum Ziel fahren. Der Nahverkehr der DB ist in NRW, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordhessen sowie Sachsen aktuell eingestellt.

+++ 15.20 Uhr +++

Orkantief "Friederike" fegt über Deutschland und hat in weiten Teilen des Bundesgebietes den Bahnverkehr lahmgelegt. Mindestens ein Mensch starb. Laut dem Deutschen Wetterdienst erreichten Böen Geschwindigkeiten von bis 130 Kilometer pro Stunde.

Auf dem Brocken fegten Orkanböen sogar mit 190 km/h. Das Unwetter habe Orkanstärke erreicht, sagte ein DWD-Sprecher. In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge. Auf einem Campingplatz am Rhein bei Emmerich wurde ein 59-Jähriger von einem Baum erschlagen.

+++ 13.35 Uhr +++

Der Sturm hat Karlsruhe bislang weitestgehend verschont, wie ein Polizeisprecher gegenüber ka-news angibt. So seien bislang mehrere Einsätze angefallen, weil Äste und Bäume auf Straßen gestürzt sind. Die Polizei sicherte die Einsatzstellen ab, während die Feuerwehr die Straßen räumte. Ein Schwerpunkt sei dabei im Innenstadt-Bereich von Karlsruhe und im nördlichen Landkreis gewesen.

Bislang seien allerdings nur kleinere Sachschäden bekannt, verletzt wurde nach der derzeitigen Kenntnis niemand. Ein größerer sturmbedingter Einsatz ereignete sich auf der A8 bei Hohenwetterbach, wo ein Ast auf die linke Spur geweht wurde. Bislang habe sich "Friedericke" als harmloser bewiesen, als "Burglinde", die Anfang Januar in der Region tobte.

Auch bei der Pressekonferenz des Karlsruher SC vor dem Spiel am Samstag war der heutige Sturm ein Thema. Eine Auswirkung auf die Begegnung befürchten die verantwortlichen aber nicht.

+++11.07 Uhr +++

Wegen des Sturmtiefs "Friederike" ist der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen bis auf weiteres eingestellt worden. Das teilte die Deutsche Bahn am Donnerstagmorgen mit. Betroffen seien sämtliche Verbindungen für den Regional- und auch für den Fernverkehr.

Im Hochschwarzwald ist wegen des Sturmtiefs der Zugverkehr zwischen Titisee und Seebrugg eingestellt worden. Die Strecke der Drei-Seen-Bahn sei den ganzen Donnerstag über gesperrt, teilte die Bahn am Mittwochabend mit. Anfang Januar waren durch das Sturmtief "Burglind" unter anderem Bäume auf Schienen und Oberleitungen der Drei-Seen-Bahn gestürzt. Danach war die Strecke für eineinhalb Wochen gesperrt. Die Deutsche Bahn rät Reisenden, sich auf ihrer Webseite auf dem Laufenden zu halten.

+++ 9.31 Uhr +++

Wie eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage von ka-news angibt, hat das Tief "Friederike" bislang keine bekannten Folgen für die Karlsruher. Das heißt, der Blumenmarkt auf dem Marktplatz und die Wochenmärkte in Durlach, auf dem Gutenbergplatz und auf dem Kronenplatz finden wie gewohnt statt.

Der Zoologische Stadtgarten, der beim vergangenen Sturmtief geschlossen blieb, ist ebenfalls für die Besucher geöffnet.

+++ Ursprungsmeldung +++

Die Windböen werden sich verstärken und bis zum Donenrstagnachmittag zunehmen. In exponierten Lagen können die Böen bis zu 100 km/h erreichen. Der DWD warnt vor möglichen Gefahren: Vereinzelt können zum Beispiel Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände.

Kahle Bäume bieten nicht viel Angriffsfläche

Sturmtief "Friederike" dürfte nach Einschätzung eines Experten des Deutschen Wetterdienstes nicht so große Schäden anrichten wie Sturmtief "Xavier" im Oktober. Damals hätten die Bäume wesentlich mehr Laub getragen und damit dem Wind mehr Angriffsfläche geboten als jetzt im Januar, sagte DWD-Meteorologe Markus Eifried am frühen Donnerstagmorgen.

Regen in Karlsruhe
Regen in Karlsruhe | Bild: Florian Kaute

Er gehe nicht davon aus, dass "Friederike" ein ähnliches Schadensniveau erreichen könne. Beim Sturm "Xavier" waren im Herbst sieben Menschen durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste getötet worden, der Bahnverkehr im Norden und Osten wurde lahmgelegt.

Sturmböen: Im Harz bis zu 160 km/h

Von einer Entwarnung kann trotzdem keine Rede sein: Bei den Windgeschwindigkeiten könnte "Friederike" durchaus das Niveau von "Xavier" erreichen, sagte der Meteorologe. Der DWD warnt in vielen Teilen des Landes vor Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 115 Stundenkilometern, die in Hochlagen auch heftiger werden können - im Harz bis 160 Stundenkilometer.

Frederike
Screenshot: www.wetterdienst.de | Bild: Screenshot: www.wetterdienst.de

Das Sturmtief habe auch Schnee im Gepäck, sagte Eifried. In Kombination mit kräftigem Wind könne es in Hochlagen ab Nachmittag zu Schneeverwehungen kommen. Seiner Vorhersage zufolge trifft der Sturm am Morgen auf den Südwesten Niedersachsens und den Westen von Nordrhein-Westfalen. Er ziehe danach "in einem breiten Streifen von West nach Ost".

In Regionen, denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

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