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Karlsruhe Tickets werden teurer: KVV rät zu Hamsterkäufen

Bus- und Bahnfahren im Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) wird teurer. Am 12. Dezember steigen die Fahrpreise im Schnitt um 3,4 Prozent. Der KVV macht gestiegene Energie- und Personalkosten für die Tariferhöhung verantwortlich. Wer weiterhin günstig fahren möchte, sollte sich schnell noch ein paar Fahrkarten besorgen.

"Eine Preissteigerung ist für die Kunden immer etwas Unangenehmes. Aber wir mussten auf die steigenden Energiepreise und Personalkosten mit einer moderaten Tarifanpassung reagieren", rechtfertigt der Geschäftsführer des KVV, Walter Casazza, die geplante Tariferhöhung.

Demnach stieg der Preis für Bahnstrom gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent. Auch seien die Preise für Dieselkraftstoff geklettert. Zudem würden aufgrund der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst die Personalkosten bis zum Sommer 2011um 2,3 Prozent erhöht. Diese Kostenentwicklung habe den KVV schließlich zu einer Erhöhung der Fahrpreise um durchschnittlich 3,4 Prozent veranlasst, so der KVV-Chef.

Tickets auf Vorrat kaufen

Dadurch wird der Preis für einen Einzelfahrschein in Karlsruhe um 10 Cent auf 2,20 Euro steigen. Preise für Einzelfahrscheine von drei bis sechs Waben erhöhen sich um 20 Cent , für sieben Waben und mehr um 30 Cent. Die 24-Stunden-City-Karte kostet für eine Person ab dem 12. Dezember statt 4,80 Euro dann 4,90 Euro.

Allerdings werde kein "harter Schnitt" erfolgen, betont KVV-Tarifexperte Achim Kirchenbauer. Kunden hätten durch eine Auslaufrist die Möglichkeit, bereits erworbene Tickets noch über den 12. Dezember hinaus zu nutzen. Wer also noch ein bisschen länger zu den alten Preisen durch die Fächerstadt fahren will, der sollte sich Tickets auf Vorrat kaufen.

9-Uhr-Karte wird nicht teurer

Der Preis für eine übertragbare Monatskarte steigt ab dem Stichtag von 46 Euro auf 48 Euro. Für das Gesamtnetz werden 134 Euro statt 129 Euro fällig. Bei Zeitkarteninhabern wird der erhöhte Preis ab Januar abgebucht. Nutzer eines Monatskarten Jahresabos zahlen dann 41,20 Euro statt 39,30 Euro monatlich. Der Preis für das Gesamtnetz steigt von 110,20 Euro auf 115 Euro monatlich. Die netzweit gültige KombiCard kostet im Abo statt 64 Euro monatlich 66,50 Euro. Die Karte ab 60 kostet 408 Euro statt 390 Euro im Jahr. Der Preis für die ScoolCard wird erst zu Schuljahresbeginn erhöht.

Nur bei der sogenannte 9-Uhr-Karte wird der Preis nicht verändert, da es sich noch um ein Einführungsangebot handelt. Das Angebot soll weiter Anreize schaffen, damit Kunden auch "außerhalb der Verkehrsspitzen" den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Mit rund 3.000 Kunden seit Einführung des Angebots im Januar sei man mit dem "Angebot sehr zufrieden", sagt Casazza.

Anschlusstickets für Zeitkarteninhaber in Planung

RegioX-karten, mit denen Fahrgäste auch zu Zielen außerhalb des KVV fahren können, kosten künftig 14 Euro. Ein Anschlussticket für Zeitkarteninhaber in einen anderen Verkehrsverbund - beispielsweise den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) - sieht der neue Tarifplan noch nicht vor. Allerdings ist Casazza optimistisch, dass es in einem Jahr ein solches Angebot geben könnte.

Erklärtes Ziel des KVV sei es, auch im Zeitkartensegment diesen "X-Faktor" - also die Möglichkeit für Besitzer einer Zeitkarte, ein günstiges Anschlussticket in einen anderen Verkehrsverbund schon im Gebiet des KVV zu erwerben - einzuführen. "Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden komfortabel mit einem Ticket weit reisen können", so Casazza. Die Reichweite der Tickets zu vergrößern, sei ein steter Prozess. Man führe bereits Gespräche mit den anderen Verbünden, so der KVV-Chef.

Neue Fahrpläne ab 12. Dezember

Die Preissteigerung habe auch nichts mit der Kostenentwicklung bei der Komiblösungs-Baustelle zu tun, betont Casazza. Für die Planung, den Bau und die finanzielle Abwicklung der Kombi-Lösung ist die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) zuständig, die sich zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Karlsruhe befindet.

Der 12. Dezember wurde als Datum für die Tariferhöhung gewählt, da ab diesem Tag auch die neuen Fahrpläne des KVV gültig sind. Es sei günstiger und daher sinnvoll diese beiden Veränderungen zeitgleich zu tätigen, erklärt der KVV-Geschäftsführer.

Die neuen Tarife auf einem Blick (Preis in Euro):

Ticket Preis seit Januar 2010
Preis ab 12. Dezember 2010
Einzelfahrscheine
Einzelfahrschein (1 bis 2 Waben) 2,10 2,20
Einzelfahrschein (3 Waben) 2,60 2,80
Einzelfahrschein (7 Waben und mehr) 5,20 5,50
4er-Karten (2 Waben) 7,80 8,00
City-Karte (1 Person) 4,80 4,90
Cityplus-Karte (5 Personen) 7,40 7,70
Regio-Karte (1 Person) 8,40 8,60
Monats- und Jahreskarten
Monatskarte (2 Waben) 46,00 48,00
Monatskarte (Gesamtnetz) 129,00 134,00
Jahresabo Monatskarte (2 Waben) 39,30 41,20
Jahresabo Monatskarte (Gesamtnetz) 110,20 115,00
KombiCard (Abo) 64,00 66,50
KombiCard Partner (Abo) 48,00 50,00
Karte ab 60 32,50 34,00
Fahrkarten über das KVV-Gebiet hinaus
RegioX-Karten 13,50

14,00

Weitere Informationen zu den Tarifen des KVV finden Sie hier.

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  •   bergdoerfler
    (1627 Beiträge)

    04.11.2010 18:20 Uhr
    Wahrscheinlich sind das alles Autofahrer
    die über den KVV motzen, aber ihn nie benutzen und die Bahnen mit ihren Karren noch blockieren.
    Rechnet mal aus: Anzahl der Fahrgäste in der Bahn und ca. 2 Personen im PKW (oft nur 1 Person!) und dann mal die benötigte Länge des Verkehrsmittels zusammenzählen. Gibt bestimmt eine interessante Zahl!
    Niederflurwagen GT8-70D/N = 39,5 m
    Stadtbahnwagen GT8-100D/2S-M = 37 m
    Stadtbahnwagen GT8-80C = 37 m
    PKW = ca. 4,5 m
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  •   Sput
    (1023 Beiträge)

    04.11.2010 16:38 Uhr
    Hach ja...
    ... wenn die Leute, die hier am lautesten schreien, sich mal den ÖPNV in anderen Städten anschauen würden, sowohl was Komfort als auch was Preise angeht... dann würden sie merken, wie gut wir es mit dem KVV haben. Und wo ihr immer "stinkende Bahnen" seht, weiß ich auch nicht. So sauber wie in unseres Trams ist es sonst nirgendwo...

    Und wer für 4km mit dem Auto in die Stadt fährt, ist eine Umweltsau und gehört bestraft. An sich sollte man für solche Leute eine Citymaut einführen, um den Umstieg auf den ÖPNV attraktiver zu machen. Zigtausende Autos quälen sich mitten durch die Stadt, Blechlawinen, Gestank und Lärm, worunter jeder Anwohner leiden muss. Obwohl wie hier eine umweltfreundliche und schnelle Alternative haben. So ein Egoismus, und dann noch über den KVV motzen...
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  •   melotronix
    (2818 Beiträge)

    04.11.2010 13:52 Uhr
    für Leute....
    ..die in der Stadt wohnen kann ich nur raten...neben dem Fahren mit dem Fahrrad, werdet Mitglied bei Stadtmobil...das bedeutet effektivstes Fahren...immer gewartete Autos..keine Parkplatzprobleme und das dichteste Netz an Stationen in Deutschland. Dazu eine BC25 ...das rechnet sich. .
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    04.11.2010 14:34 Uhr
    Nein, das...
    ...dichteste Netz an Stationen in Sachen "Stadtmobil" hat nicht KA sondern HAL mit seinem "teilAuto".
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  •   Smallwood
    (1499 Beiträge)

    04.11.2010 13:29 Uhr
    ärgerlich aber preis/leistung stimmt noch immer
    ein blick in die landeshauptstadt oder richtung norden zum rnv-verbund zeigt, wie gut und billig der karlsruher verkehrsverbund eigentlich ist.

    wer sich selbst ein bild davon machen will: vvs.de (man lese und staune)

    was allerdings endlich mal in angriff genommen werden sollte, sind umrüstungen an den jeweiligen fahrkartenautomaten wie z.b. derer in den bahnhöfen. hier kann man beispielsweise nur kvv-karten kaufen, jedoch keine vvs oder rnv. dies erschwert den übergang in andere verkehrsverbünde ungemein. richtung mannheim / heidelberg haben wenigstens die s-bahnen beide systeme integriert aber wer nach stuttgart möchte, ist gezwungen in vaihingen (enz) auszusteigen, wo sich kvv und vvs überscheiden und der automat auch beide systeme beherrscht.

    warum können automaten in karlsruhe nicht auch mehrere systeme?
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    04.11.2010 16:44 Uhr
    ...
    Zitat von Smallwood warum können automaten in karlsruhe nicht auch mehrere systeme?


    Vermutlich deshalb, weil oft nicht gewünscht ist, daß Fahrkarten außerhalb ihres Geltungsbereichs verkauft werden - insbesondere dann, wenn eine Entwertung von Fahrkarten nicht in allen Fahrzeugen möglich ist und - wie z. B. bei Einzelfahrkarten des VRN - Fahrscheine bereits vom Fahrkartenautomat entwertet werden. Was die Möglichkeit des Kaufs / der Entwertung der Fahrkarten im Zug betrifft, wäre der jeweilige Verkehrsverbund der Ansprechpartner, also für das Gebiet östlich Vaihingen/Enz der VVS in St***g***.
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  •   bergdoerfler
    (1627 Beiträge)

    04.11.2010 13:02 Uhr
    Tarife der VBZ zum Vergleich, Umrechnen
    in € nicht vergessen. Übigens wird in Zürich auch über einen Tunnel in der Bahnhofstraße nachgedacht! Der Tunnel unter dem Hbf ist bereits in Bau --> Stuttgart 21.

    VBZ Tarife
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  •   mueck
    (10515 Beiträge)

    04.11.2010 21:15 Uhr
    !
    Falsch!
    Die sinnlose "autofreundliche" U-Bahn Zürich wurde 3x in einem Bürgerentscheid abgelehnt.

    Bei, 3. Mal wurde eien "Kombilösung" U- und S-Bahn geschnürt, hat der U-Bahn auch nix geholfen, aber die sinnvolle S-Bahn wurde aus dem Paket rausgelöst und schaffte den Entscheid mit Bravour.
    Dazu gehört auch ein erster Tunnel samt Tunnelbf ZUSÄTZLICH zum weiter bestehenden Kopfbahnhof plus einer alten U-Bahn-Vorleistung, die dann für eine weitere S-bahn als unterirdischer KOPFbahnhof genutzt wurde. Nun ist der zweite Tunnel samt Tunnelbf ZUSÄTZLICH zum Kopfbf im Bau, auch hauptsächlich für S-Bahn und nebensächlich für Fernverkehr.
    Der Vergleich mit Zürich geht sowohl für U-Strab, als auch für S21 in die Hose, weil es dort eben ganz anders abläuft.

    Es gibt sinnlose Buddeleien, die die Kapazität kastrieren (U-Strab und S21) und sinnvolle, die die Kapazität steigern (Zürich), ein kleiner, aber wesentlicher Unterschied
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    04.11.2010 13:01 Uhr
    Kurzstreckenkarte dringend notwendig
    Kurzstreckenkarten gibt es in der Schweiz seit Jahrzehnten.
    Schon mal von Basel gehört, ihr Stadträte und Stadträtinnnen?

    Das derzeitige Kurzstrecken-Modell mit einer Zone in der City ist Murks.

    Es wäre ganz einfach:
    Gültigkeit über 4 Stationen und gut ist.
    Das hat sich in der Schweiz bewährt.

    Als Ausgleich würde ich für den Transport eines Fahrrades grundsätzlich eine normale Fahrkarte zusätzlich berechnen, da die Dinger recht viel Platz benötigen.
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  •   blaumann
    (819 Beiträge)

    04.11.2010 14:13 Uhr
    XXX
    Zitat von danco Als Ausgleich würde ich für den Transport eines Fahrrades grundsätzlich eine normale Fahrkarte zusätzlich berechnen, da die Dinger recht viel Platz benötigen


    Das ist so leider nicht möglich. Denn der KVV bekommt vom Land gewisse Zuschüsse für die Fahrradmitnahme. Werden jetzt für die Drahtesel Fahrkarten berechnet, werden diese Zuschüsse gestrichen. Gab es doch bis vor ein paar Jahren , dass man für Fahrräder einen Erwachsenenfahrschein benötigte. Bis dann eben das Land mehr oder weniger aufdiktiert hat kein Geld mehr für Räder zu verlangen da andernfalls Zuschüsse gestrichen werden.
    Ich persönlich wäre auch dafür , für die Drahtesel Geld zu nehmen. In manchen Spitzenzeiten hab ich schon erlebt wie 8 Fahrräder und mehr in einer einzigen Bahn waren. ( Und dann kommen noch Kinderwägen dazu ) Das kann ja dann wirklich net sein. Da müssten sich aber die Fahrgäste beschweren. Denn dem Fahrer selbst ist das denke ich mal Schnuppe wie man da hinten klarkommt.
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