Karlsruhe Thermoselect-Nachfolge

Künftig soll der Müll auch ohne die EnBW entsorgt werden (Foto: ka-news)
Als Utz Claassen voriges Jahr den Vorstand der Energie Baden-Württemberg (EnBW) übernahm, gingen nahezu alle Beobachter von einer konsequenten Führung und Straffung des Unternehmens aus. Nach jetzigem Wissensstand sollten sie sich nicht geirrt haben: Nach dem Aus für Thermoselect und dem Verkauf von Salamander und DiTRA geht die Konzentration auf das Kerngeschäft weiter. Nun hat die EnBW auch ihren 20-prozentigen Anteil an der Würth Solar GmbH abgestoßen. Dies sei jedoch kein Abzug aus der regenerativen Energieerzeugung, betonte Pressesprecher Dirk Ommeln.

Ommeln sieht die EnBW sehr gut im Zeitplan liegen, jedoch noch nicht am Ziel angekommen. "Es gibt noch einige Beteiligungen, die zum Diskurs stehen", so der Pressesprecher. Gleichzeitig betonte er, dass die EnBW keinen Nachfolger für Thermoselect liefern werde. Die europaweite Ausschreibung Karlsruhes, Rastatts und Baden-Badens für ein neues Müllkonzept (ka-news berichtete) sei kein Thema für die EnBW. "Ich wüsste nicht, wie wir uns hier beteiligen sollten und könnten", meinte Ommeln abschließend.

Wird U-Plus als nächstes abgestoßen?

Dies ist auch eine deutliche Absage an das biomechanische Beseitigungsverfahren U-Plus, das von der Grünen-Fraktion immer wieder ins Gespräch gebracht wird (ka-news berichtete). Wobei hier wiederum unklar gewesen wäre, ob eine neue Anlage innerhalb von fünf beziehungsweise acht Jahren geplant und gebaut werden könnte, denn so lange gilt noch die Entsorgungsgarantie der EnBW. Stadtrat Harry Block, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Dachverbandes der kritischen EnBW-Aktionäre ist, steht der Absage skeptisch gegenüber.

"Wie sollen die Tochterunternehmen existieren, wenn die EnBW Aufträge abblockt?", fragt sich Block. Er vermutet, dass die EnBW nicht an der Ausschreibung teilnimmt, weil sie sich ebenfalls von U-Plus trennen möchte. "Die RWE hat die Abfallsparte bereits abgestoßen, womöglich hat Claassen das gleiche vor", vermutet Block. Gleichzeitig übt er scharfe Kritik an Claassens Unternehmensführung. "Was ich bislang gesehen habe, ist ein rigoroser Sparkurs, aber kein echter Strukturwandel." Die Energie- und Umweltpolitik des Unternehmens sei daher auch sehr "kurzsichtig".

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