Karlsruhe Teresa Mohr - Designerin

Accessoires sind ein großer Modetrend: Zum schicken, sportlichen und alltagstauglichen Outfit braucht man wie frau das passende Halstuch. Solche näht Teresa Mohr in Handarbeit selbst. Farbenfrohe Stoffe mit einem großen Knopf an einer Tuchecke sind die Markenzeichen ihres Labels "TesaCouture". Dabei gleicht keines dem anderen - jedes ist ein Unikat. Das wissen nicht nur ihre Stammkunden zu schätzen.

Ein kleines Atelier in der Karlsruher Südstadt nennt Teresa Mohr ihr eigen. Dort stehen ihre Nähmaschine und mehrere Kisten mit Stoffresten. "Aus denen habe ich angefangen, eine Patchwork-Decke zu nähen. Aber das ist gar nicht so leicht", lacht die Hobby-Schneiderin. Ihre Spezialität sind sowieso Tücher und Taschen.

Jedes Tuch ist ein Unikat

SIe hat dabei den Anspruch, dass sich jedes Tuch von allen anderen unterscheiden muss - was ihr auch gelingt. "Einige Leute kennen mich wegen meiner Tücher", freut sich die Karlsruherin. "Die sagen dann: 'Ach, du bist doch die mit dem Knopf.'" Der ist nämlich ihr Markenzeichen, zusammen mit einem Baumwollband, das sie unter dem Knopf anbringt. Kein Tuch näht Mohr exakt zweimal. Zwei Freundinnen hätten einmal das gleiche Muster bestellt, dann aber unterschiedliche Bändchen und Knöpfe an ihre Tücher bekommen, erzählt sie.

Auf die Idee, Tücher mit Knöpfen zu nähen, brachte sie in gewisser Weise ihr Bruder. Der hatte aus dem Schwedenurlaub ein großes, quadratisches Baumwolltuch mitgebracht, das sich die kleine Schwester regelmäßig auslieh. Da der Bruder sein Halstuch gelegentlich selbst anlegen wollte, entschied Teresa Mohr: "Ich mache mir mein eigenes." 2008 nähte sie ihr erstes Tuch, das sie heute noch besitzt.

Kleine Tücher passend zum Sommerkleid

Seitdem haben sich ihre Kreationen deutlich entwickelt. Nicht nur der Knopf ist hinzugekommen, auch die Nähte sind besser geworden, stellt sie fest. Schließlich hat die gelernte Dekorateurin das Nähen nie professionell erlernt. Doch Übung machte auch aus der 23-Jährigen den Meister. Hauptberuflich arbeitet sie als Fachfrau für visuelles Marketing und dekoriert Kleidungsgeschäfte in der Region entsprechend der aktuellen Trends. Nach diesen richtet sich Mohr bei ihren Tüchern weniger. "Ich kaufe alle Stoffe ein, die mir gefallen - knallige und schlichte."

Mittlerweile entwirft die junge Frau aus der Südstadt zwei Kollektionen im Jahr - eine im Frühjahr/Sommer und eine im Herbst/Winter. Bunt geht es darin immer zu, denn Farbe und Muster dürfen auch im Winter nicht fehlen, findet sie. In der warmen Jahreszeit näht sie neben den Großen kleinere Tücher, die zum Sommerkleid passen. Im Winter dürfen die Stoffe einen kleinen Wollanteil haben, damit der Hals schick umhüllt ist und gleichzeitig warm bleibt.

Handarbeit weiß nicht jeder zu schätzen

Zirka vier Mal im Jahr sucht sie ihre Geheimadressen auf, wo sie sich mit neuen Stoffen eindeckt. Auf ihren berufsbedingten Reisen sucht sie auch oft Stoffläden spontan auf und nimmt die schönsten Muster und Farben gleich mit. Derzeit arbeitet die Designerin an einer farbenfrohen Kinderkollektion mit Tüchern und dazu passenden Taschen. "Danach kommen wieder die Herren der Schöpfung dran", erklärt sie. "Da arbeite ich viel mit einfarbigen, karrierten Stoffen in gedeckten Farben."

Obwohl sie seit Ende 2009 ihr Atelier hat, geht sie mit ihren Kreationen nach wie vor auf Kunsthandwerkermärkte. Dort treffe sie immer wieder auf Menschen, die Handarbeit und Unikate nicht zu schätzen wüssten, bedauert sie. "Denen sind 25 Euro für ein großes Tuch oder 30 Euro für eine Tasche zuviel." Auf ihren Werken bleibt die Südstädterin allerdings keineswegs sitzen. Ihre Stammkunden besitzen nicht nur ein Tuch von "TesaCouture".

Teresa Mohrs Wunsch für die Zukunft wäre es, von ihrer Schneiderei leben zu können. "Da hätte ich sehr Lust drauf", schwärmt sie. Bestärkt wird sie vom positiven Feedback ihrer Kunden, die sie bisher alle glücklich gemacht hat. Der Weg dorthin wird jedenfalls steinig, weiß auch die Designerin. Trotzdem träumt sie davon, "dass ein Hauch 'TesaCouture' durch viele andere Städte weht."

Beschreiben Sie sich mit drei Worten.
groß ... lautes-Lachen ... sympathische-Ausstrahlung

Was ist Ihre größte Stärke, was Ihre größte Schwäche?
Meine größte Schwäche: Nah am Wasser gebaut zu sein.
Meine größte Stärke: Mir Sachen vornehmen, die ich wirklich will und diese durchziehen.

Lerche oder Eule? Sind Sie Frühaufsteher oder Nachtmensch?
Ich würde sagen, dass ich ein Tier dazwischen bin. Ich hasse frühes Aufstehen, bin aber nur in der Nacht aktiv, wenn ich will und muss.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Ich hatte als Kind keinen Berufswunsch. Erst mit 15 Jahre beteten die Lehrer immer vor: "Mach dein Hobby zum Beruf". Da das zu dieser Zeit Babysitten war, aber auch mehr als Taschengeldaufbesserung, habe ich ein Praktikum als Kindergärtnerin gemacht. Nach einer Woche wusste ich allerdings, dass mir das dann doch zu viele Kinder waren. Dass ich mal Gestalterin für visuelles Marketing werde, hätte ich nicht gedacht. Ich hab den Leuten, die die Schaufenster gestalten, immer gern zugeschaut, aber dass ich mal selbst da drin stehe...

Wenn Sie in Ihrem Leben etwas noch einmal machen könnten, was wäre das?
Nochmal Kind sein.

Sie schlagen morgens die Zeitung auf. Welche Schlagzeile würden Sie gerne über sich lesen? Erfolgreiche Designerin feiert mit Ihrem Label TesaCouture steigende Erfolge in der Modewelt!

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Auf die Zahnbürste - Immer frischer Atem und gesunde Zähne sind wichtig!

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Da gibt es ja schon eine Menge Leute, die das verdient hätten!

Wenn Sie Ihr eigener Mitarbeiter wären, was würde Ihnen besonders an sich auffallen?
fleißig ... zuverlässig ... belastbar ... motiviert

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts – wer wäre das?
Dieter Bohlen - dass ich ihm mal eine verpassen kann!

Was würden Sie ändern, wenn Sie König von Deutschland wären?
Ich wäre ja dann Königin. Eine Menge - da reicht der Platz zum Schreiben gar nicht aus.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Reh oder Eule.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Es ist klein, aber fein. Besonders mag ich die Südstadt und jeden grünen Fleck. Im Moment ist ja Baustellenchaos - also ab ins Grüne. Oder in ein schnuckeliges Cafe, wo man den Baulärm nicht hört.

Deutschland gilt auch als das Land der Nörgler und Perfektionisten – Warum würden Sie dennoch einwandern?
Weil man das Leitungswasser trinken kann und man gut versichert ist.

Sekt oder Selters – welches Getränk geht bei Ihnen nie aus?
Sekt hab ich nie im Haus. Wasser trink ich aus dem Hahn - das geht auf jeden Fall nie aus!

Was bewegt Sie dazu, vom Sofa aufzustehen?
Freunde ... frische Luft ... kreativ sein

Meer oder Berge – Action oder Entspannung im Urlaub?
Also erst Berge und Action, dann entspannen am Meer.

Welche Sprache würden Sie gerne noch lernen?
Serbokroatisch

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Ich bin nicht gläubig und glaube nicht an den Himmel und die Hölle. Wo wir dann hinkommen, darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Aber schön wird es wohl sein.

(sas)

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