Browserpush
62  

Karlsruhe Tempo 30 in Karlsruhe? Grüne wollen weniger Gas geben (lassen)

Zäh fließender Verkehr oder sogar Stau sind in einigen Teilen der Karlsruher Innenstadt an der Tagesordnung. Geht es nach der Karlsruher Grünen-Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl und den Grünen in der Fächerstadt, soll ein generelles Tempolimit von 30 Kilometern in den Städten und Kommunen für mehr Sicherheit, Entlastung und eine bessere Umwelt sorgen. Sie unterstützen deshalb eine internationale Bürgerinitiative - und sehen darin Vorteile für Karlsruhe.

"Die Herabsetzung der Regelgeschwindigkeit in der Stadt ist ein altes grünes Begehren. Es gehört zum Grünenprogramm", erklärte Sylvia Kotting-Uhl am Montag im Karlsruher Grünen-Büro. Das wünschen sich Kotting-Uhl und die Karlsruher Grünen um den verkehrspolitischen Sprecher Johannes Honné auch für die Straßen und die Verkehrssituation in der Fächerstadt.

Grüne: Tempolimit macht Karlsruhe lebenswerter

Sie sprechen sich für eine Herabsetzung der Regelgeschwindigkeit in der Stadt von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde aus - Ausnahmen nicht ausgeschlossen. Die Grünen-Politiker unterstützen damit die internationale europäische Bürgerinitiative "30 km/h - macht die Straßen lebenswert". Bei einer Million Unterstützerunterschriften aus sieben europäischen Ländern muss sich die Europäische Kommission mit diesem Thema befassen.

Entscheidet sich die Kommission für diese Herabsetzung, hätte dies auch direkte Folgen für Karlsruhe und die Kommunen im Umland. Kotting-Uhl sieht das positiv: "Ein neues Tempolimit macht nicht nur die Straßen lebenswerter, es macht die ganze Stadt lebenswerter", zeigte sie sich sicher. Habe die Bürgerinitative Erfolg, bedeute dies, dass die Stadt Karlsruhe selbst entscheiden könne, auf welchen Straßen sie eine Ausnahme genehmige. Bisher sei das wegen geltender Bundesgesetze nicht ohne Weiteres möglich.

Honné: Weniger Pkw-Verkehr durch Tempolimit in Stadt

Solche Ausnahmeregelungen soll es für bestimmte Straßen wie die Brauer- oder Kriegsstraße in Karlsruhe durchaus geben, ergänzte Johannes Honné, Stadtrat der Grünen. "Je näher man aber an die Innenstadt kommt, um so wahrscheinlicher ist eine Begrenzung auf Tempo 30." Ausnahmen müssten einzeln geprüft werden, so der verkehrspolitische Sprecher der Grünen weiter. "Eine solche Maßnahme wäre auch eine konkrete Hilfe für Karlsruhe", so Honné. "Oft kann man sowieso keine 50 km/h fahren, wo es eigentlich erlaubt ist". In einem Tempo 30-Limit sieht er indes eine Möglichkeit, den Verkehrsfluss in der Stadt zu gewährleisten.

Doch auch die Sicherheit spielt in den Überlegungen der Grünen eine Rolle: "Ein Limit hätte den Vorteil, dass die Zahl und Schwere von Verkehrsunfällen abnehmen würde", sagte Kotting-Uhl. Eine Langzeitstudie aus England mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h habe gezeigt, dass die Zahl der Unfälle um zirka 41 Prozent zurückgegangen seien. Auch eine Halbierung der Lärmbelästigung sowie geringere Luftverschmutzung und weniger CO2-Austoß stellen die Grünen in Aussicht. "Bei einem solchen Limit kämen die Leute dann hoffentlich auf den Gedanken, dass andere Verkehrsmittel sinnvoller sind", erhofft sich Honné weniger Pkw-Verkehr in Karlsruhe. Radfahren, der ÖPNV oder auch das Zu-Fuß-Gehen würden für die Bürger attraktiver.

26.000 Menschen unterstützen bisher Bürgerinitiative

Für Karlsruhe kritisierte der Grünen-Stadtrat Honné, dass die Stadt meist erst nach Unfällen etwas an der Tempobegrenzung ändern könne. In Weiherfeld-Dammerstock sei in der Nürnberger Straße erst eine 30er-Zone eingerichtet worden, nachdem es zu mehreren Unfällen gekommen war. Eine bundesweite Regelung hätte eine Änderung ohne Unfälle nicht gestattet, kritisierte er. "Die Vorschriftslage lässt eine 30er-Zone oftmals nicht zu." Eine Regelung, wie sie die internationale Bürgerinitiative nun fordert, und die die Grünen unterstützten, würde der Stadt Karlsruhe mehr Freiheiten geben.

Eine Millionen Unterstützerunterschriften aus sieben EU-Ländern benötigt die Initiative bis Ende November, um in der Europäischen Kommission behandelt zu werden. Noch haben lediglich 26.000 Menschen ihre Unterstützung per Unterschrift zugesichert: "Das ist aber kein schlechtes Zeichen. Viele Bürgerinitiativen nehmen am Ende noch einmal sehr viel Fahrt auf", zeigte sich Kotting-Uhl überzeugt. Da die Grünen von der Regelung überzeugt seien und diese parteieigene Interessen vertrete, werde man die Initiative auch an den Wahlkampfständen in Karlsruhe vorstellen und Unterschriftenlisten auslegen.

Umfrageergebnis: Geteilte Meinung zu Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit

In einer nicht repräsenativen ka-news-Umfrage wollten wir von unseren Lesern wissen, ob eine Regelgeschwindigkeit in der Stadt von 30 Kilometern auch für Karlsruhe etwas wäre. Die größte Gruppe mit 40,77 Prozent aller Stimmen wägt ab: "Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten macht durchaus Sinn, aber doch nicht überall", sagen sie.

29,78 Prozent sehen das indes anders: "Tempo 30-Zonen überall in der Stadt sorgen für mehr Sicherheit auf den Straßen", so die Meinung der teilnehmenden ka-news-Leser. Fast genau so viele vertreten die gegenteilige Meinung: "Dieser Vorschlag ist Quatsch", sagen 29,28 Prozent. Es gebe schon genügend Tempo 30-Zonen. 0,17 Prozent hatten zu diesem Thema keine Meinung.

Mehr zum Thema Tempo 30 in Karlsruhe:

Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit - auch für Karlsruhe?

Tempo 30 für ganz Karlsruhe: Treten Stadträte auf die Bremse?

Tempo 30 in Durlach: SPD begrüßt weniger Lärm für Anwohner

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (62)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    19.06.2013 05:07 Uhr
    das
    Würde ich gerne mal sehen, wie du eine Waschmaschine in einen Golf reinquetschst. Ich lasse mir die sperrigen Sachen immer anliefern.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    18.06.2013 18:20 Uhr
    Ich bin
    für durchgängig Tempo 30, konsequente Überwachung, dafür grüne Wellen. Am Besten kombiniert mit einer Citymaut. Am besten wäre, die Autos würden mit überqueren der Stadtgrenze gar keine höhere Geschwindigkeit zulassen.

    Man kommt sowieso kaum schneller voran. Hobbyschumis, die ihren Porsche ausfahren wollen, haben auf z.B. der Kaiserallee oder Kriegsstraße nix verloren.

    Meinerseits geht es nicht um das Schikanieren des grünen Klassenfeindes, nämlich des mittelständischen Autofahrers, sondern um wirkliche Steigerung der Lebensqualität für die Anlieger.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    18.06.2013 19:17 Uhr
    Konsequente Überwachung
    Erstmal wäre das garnicht machbar, zum anderen sollte man diese Kräfte besser bündeln für wiklich sinnvolle Dinge.

    Für Grüne Wellen ist denke ich jeder - geht aber nur mit Geschwindigkeitsdifferenz (30er Zone kreuzt sich mit 50er), da ja auch die Leute abbiegen wollen und auf eine neue grüne Welle stoßen wollen.

    Deshalb wäre ich für 50er und 30er Straßen, die so verknüpft sind, daß der Verkehr möglichst nicht zum Erliegen kommt. Für wichtige Hauptstraßen dürften es sogar 70 sein, wenn es sich in Abwägung zum höheren Lärm vereinbaren läßt.

    CityMaut ist quatsch, wir zahlen schon genug Steuern und Abgaben. Wird sich aber eh nicht durchsetzen, der Einzelhandel kann dann seine Pforten ganz dicht machen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    18.06.2013 19:37 Uhr
    Das
    der Einzelhandel dicht macht bei der Einführung einer Citymaut darf zumindest in Zweifel gezogen werden. Ich vermute, dass bereits 80% der Kunden gar nicht mit dem PKW anfahren, sondern mit Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Und wieso soll eine konsequente, im Sinne von zeitlich und räumlich häufigere, Überwachung nicht möglich sein? Sicher, alle Bereiche lassen sich natürlich nicht monitoren.

    Vielleicht kommt vorher noch so etwas wie ein Autopilot oder Fahrzeuge, die selbst die Geschwindigkeit reduzieren, das wäre innerstädtisch gar nicht so verkehrt.

    Ich weiß, dass ich mir bei der fossilen Autofahrerfraktion mit der Meinung nicht unbedingt Freunde mache, aber vielleicht wird es als Fazit eines verkehrsgenervten Städtler verständlicher.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    18.06.2013 20:34 Uhr
    Autopilot
    >> Vielleicht kommt vorher noch so etwas wie ein Autopilot oder Fahrzeuge, die selbst die Geschwindigkeit reduzieren, das wäre innerstädtisch gar nicht so verkehrt.

    Joa, neben "Spurhalteassistenten", "Abstandshalteassisitenten" und anderen technischem Spielzeugen kommt der "Geschwindigskeitshalteassistent". Und der "bei rot anhalten Assistent". Wird dann nur blöd, wenn sich die Fahrer darauf verlassen und ein Kind ausgerechnet dort vor die Karre rennt, wo kein Sensor ist.

    Außerdem könnte man das ganze viel praktischer haben: Einfach mehr Busse und Buslinien, läuft aufs selbe hinaus. Die müßten dann aber auch so verflochten sein, daß die Leute nicht fünfmal länger brauchen aus mit dem eigenen Auto...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    18.06.2013 20:45 Uhr
    In einen Bus...
    ...passen bequem um die 30 Menschen. Wenn man nun noch eine Fläche reserviert für sperrige aber tragbare Gegenstände (z.B. kleine Möbel oder große Einkaufstüten), könnten auch Einkäufe ohne Auto gemacht werden. Dann müßten die Bushaltestellen nah genug aneinanderliegen, daß keiner mehr als 5-10 Minuten zum Bus braucht. An den Haltestellen müßten zwei Autos stehen, die die Leute nutzen können um große Einkaufstüten, Kasten Bier etc. nach Hause zu kriegen (und es danach wieder zurückbringen). Die Leute ohne oder mit wenig Einkäufen laufen normal und müssen auch nicht die Karre zurückbringen.

    Denkbar wäre auch sowas wie "Rollwägen", die in den Bussen mitgeführt werden können und eine Führungsschiene am Bürgersteig.

    Das wäre ein radikaler Umbau des Verkehrssystems, dann müßten private PKW tatsächlich nur noch selten eingesetzt werden. Dann wäre die Stadt quasi ein großer Gebäudekomplex. Etwas futuristisch, etwas sozialistisch, vielleicht macht mal jemand so ein Experiment grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    18.06.2013 20:30 Uhr
    Kunden
    >> Ich vermute, dass bereits 80% der Kunden gar nicht mit dem PKW anfahren, sondern mit Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Mag für Kleinigkeiten stimmen, aber eben nicht für das, was Geld bringt. Keiner kauft Elektrogeräte mit dem Fahrrad oder transportiert die Waschmaschine mit der Bahn.

    Aber selbst für "normale" Sachen gilt: Eine ganze Zielgruppe fällt weg! Die Leute wollen (relativ) bequem mit dem Auto ihre Klamotten kaufen etc., es ist schon jetzt das Internet eine große Konkurrenz - macht man jetzt noch eine Citymaut, kaufen auch weniger Leute von außerhalb das z.T. überteuerte Zeugs. Und es gibt noch ein paar Städte um Karlsruhe wo die Leute ausweichen würden (Außer man macht dann Tempo 50 auf Autobahnen, wäre auch eine Idee)...

    Eine Stadt LEBT vom Verkehr. Beides bedingt einander. Eine Stadt ohne Verkehr ist eine tote Stadt. Daß dies nervig ist, das dürfte jedem so gehen. Aber Autos aus der Stadt zu scheuchen ist sicher der falsche Weg...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Herbert-119
    (1164 Beiträge)

    18.06.2013 17:44 Uhr
    Und schon wieder die Klimalüge
    " weniger CO2-Austoß stellen die Grünen in Aussicht"

    Niemand und nichts braucht das.
    CO² Sparen kostet nur Geld und briegt absolut nichts.
    Man schaue auf die Die Kyoto-Uhr
    Seit Inkrafttreten am 16. Februar 2005, kostete das Kyoto-Protokoll etwa 1,251,245,500 US §
    Also weit über 1. Milliarde für nichts
    womit eine potenzielle Verminderung des Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2050 von 0.012975859 °C
    erreicht werden soll. Man beachte: die Temperatur ändert sich im Milliardstel-Bereich, was offensichtlich in einem weltweiten Massstab nicht messbar ist. Mehr Informationen gibt es bei Junk Science.

    Niemand und nichts braucht flächendekende 30er Zonen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   101xy000
    (29 Beiträge)

    18.06.2013 16:53 Uhr
    30 km/h sichert Menschenleben
    Die alte Daumenregel sagt: der Anhalte-
    weg bei 50km/h beträgt 25m (5x5m), bei
    30km/h 9m (3x3m). Es kann sich jeder vor-
    stellen, dass die Aufprallgeschwinidigkeit
    auf ein Hindernis bei niedrigeren Fahrge-
    schwindigkeiten dramatisch absinkt und
    zu weniger Unfällen mit Körperverletzungen
    und Todesfällen führt. Aber hier zählt nur
    die Statistik nach der prozentual weniger
    Unfälle mit dem Argument abgetan werden:
    scheiß drauf!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Robert1959
    (2174 Beiträge)

    18.06.2013 17:59 Uhr
    Eigentlich muß man auch noch die Reaktionszeit hinzufügen!
    Mein Ansatz zur Verringerung von Verkehrsunfälle ist anders!
    Zuerst überall das Parken in zweiter Reihe verbieten, die 5 m Abstand vor Kurven einhalten und schon fließt der Verkehr wieder!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 (7 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen