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Karlsruhe Tag der Heimat: Wahrheit, Versöhnung und Stuttgart 21

Versöhnung könne nur auf dem Boden der Wahrheit stattfinden, so Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech am Samstag beim "Tag der Heimat" im Karlsruher Kongresszentrum zu den rund 700 Gästen. Denen wurde neben der Rede des Innenministers ein buntes kulturelles Programm präsentiert - inklusive gleich zwei musikalischen Einlagen von Rech selbst. Draußen bleiben mussten dagegen einige Stuttgart 21-Gegner, die den Minister mit Transparenten an den Polizeieinsatz im Schlossgarten am 30. September erinnern wollten.

Dass der baden-württembergische Innenminister, Heribert Recht, Geige spielen kann, dürfte zumindest einen Großteil der rund 700 Gäste überrascht haben, die der Einladung des Bund der Vertriebenen (BdV) gefolgt waren. Dennoch fügte sich die kleine musikalische Einlage, die Rech wohl vor allem dem Leiter des  Festausschusses, Gregor Wick, zu verdanken hatte, gut in das Programm aus Tanz-, Sing- und Dichtdarbietungen. Und auch wenn Rech beteuerte, schon seit Jahren nicht mehr gespielt zu haben, machte er seine Sache nicht ganz gut - er gab sogar später auch noch einige Takte auf dem Flügel zum Besten.

"Unrecht muss als Unrecht benannt werden - egal, wo es geschieht"

"Durch Wahrheit zum Miteinander", so das Motto des diesjährigen "Tag der Heimat" - und das sei, so Rech, durchaus passend. "Versöhnung kann nur auf dem Boden der Wahrheit stattfinden", rief er den Anwesenden zu. Unrecht müsse als Unrecht benannt werden - egal wo es geschehe.

Wie schlimm der Verlust der Heimat sei, könnten nur die verstehen, die selbst ihre Heimat verloren haben, wiederholte Rech, was auch schon Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich in seiner Rede betont hatte. Dennoch hätten die 14 Millionen Vertriebenen Deutschen schon 1950 nach vorne geblickt und mit der Charta der deutschen Heimatvertriebenen die Grundlage für ein friedliches Miteinander in Europa gelegt. "Europa stünde nicht da, wo es heute steht, wenn nicht diese großartige Leistung der Heimatvertriebenen gewesen wäre."

Für ein "Zentrum gegen Vertreibung"

Daran zu erinnern, sei eine wichtige Aufgabe, so Rech: "Der Tag wird kommen, an dem junge Europäer nicht mehr wüssten, dass der Friede in Europa nicht selbstverständlich ist." Es sei wichtig, dass die Menschen dies nicht vergessen. "Wir brauchen eine europäische Erinnerungskultur", so Rech. Ausdrücklich sprach er sich zudem für das vom BdV geplante, umstrittene "Zentrum gegen Vertreibung" aus. Vertreibung sei Teil der deutschen Geschichte und müssten in der Erinnerungskultur deutlicher sichtbar sein. 

Dass Heribert Rech sich auf der Bühne im Karlsruher Kongresszentrum durchaus wohl fühlte, war dem Innenminister nicht nur anzumerken. Gleich mehrfach betonte er es auch: "Sie können sich vorstellen, dass ich nirgends lieber bin als bei Ihnen, deshalb bleibe ich so lange ich kann", erklärte er gleich zu Beginn seiner Rede. Seit dem eskalierten Polizeieinsatz am 30. September in Stuttgart  steht Rech in der Kritik. Ganz entkommen konnte er der auch in Karlsruhe nicht. Mit Transparenten hatten einige wenige Stuttgart 21-Gegner aus Karlsruhe, Baden-Baden und Umgebung vor dem Kongresszentrum gegen protestiert. Mindestens einer von ihnen wurde des Kongresszentrums verwiesen. 
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Kommentare (21)
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  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    17.10.2010 23:15 Uhr
    Berufsvertriebene
    man könnte mein en, dass die irgendwann austerben, aber nein, jetzt zielt man auf die Spätaussiedler ab. Wwobei für mich ein Spätaussiedler kein Vertriebener ist.... Die Chöre und Tanzgruppen brauchen wohl Nachwuchs..

    an sich ist ja nichts gegen die Veranstaltung zu sagen: alte Kumpels treffen sich, haben Spass am Unterhaltungsprogramm --> warum nicht
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  •   ALFPFIN
    (6770 Beiträge)

    17.10.2010 18:17 Uhr
    Tag der Heimat
    Wenn wir alle unsere deutschen "Wurzeln" mal prüfen und dann in die "Urländer" zurückgehen würden, wäre hier nur noch ein Drittel der Bevölkerung. Ich kenne Vertriebene, die Ihre Urenkel noch als Vertriebene bezeichnen, obwohl die Enkel und z.T. die Kinder schon im Westen geboren wurden. Sehr viele, auch die Schlesier, Ostpreußen etc. haben damals die Hand zum "Heil" gehoben. Die damalige Generation unserer Väter und Großväter hat diesen unmenschlichen Krieg angefangen und eine Unzahl von Menschen getötet und vertrieben und unserem eigenen Volk genug Leid zugefügt. Die Vetriebenen, sowohl diejenigen, die diese Zeit noch erlebt haben als auch ihre Nachfahren sollten daran einmal denken.
    Und auch Westdeutschland wurde in großen Teilen zerstört und innerhalb von Westdeutschland mußten auch viele, z.B. vom Norden nach Süden usw. ziehen und haben ihre Geburtsheimat verloren, weil kein Stein mehr auf dem anderen stand. Auch da war ein Neuanfang in einer ganz anderen Ecke nicht leicht.
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    17.10.2010 11:24 Uhr
    !
    Da scheinen viele mehr in die erste Strophe reinzuinterpretieren, als wirklich drin steht, was leider auch schon viele Jahrzehnte Tradition hat *seufz*
    Zitat von Deutschland, Deutschland über alles,
    Über alles in der Welt,
    Wenn es stets zu Schutz und Trutze
    Brüderlich zusammenhält,
    Von der Maas bis an die Memel,
    Von der Etsch bis an den Belt

    Das Lied entstand 1841 in England, als es noch keinen deutschen Staat gab, sondern viele Kleinstaaten. Da sollte EIN Deutschland ÜBER ALLE diese Kleinstaaten stehen, die brüderlich ZUSAMMENHALTEN statt sich zu gegenseitig bekriegen, wie das damals noch der Fall war (PreußenÖ-U) und dieses einige Deutschland sollte, oh Wunder, alle Deutschen umfassen, nicht weniger ABER AUCH NICHT MEHR, Österreich-Ungarn oder auch Österreich alleine (Triest) gingen bspw. weit über die 4 Gewässer hinaus. Die die östlichsten, westlichsten, ... Punkte der Verbreitung des deutschen Sprachgebiets symbolisch markierten
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    17.10.2010 11:27 Uhr
    !
    [img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5b/Maas_memel_etsch_belt.svg/650px-Maas_memel_etsch_belt.svg.png[/img] ... zur weiteren Lektüre, passte oben nicht mehr in die 1000 Zeichen. Diese historischen Hintergründe sollte die erste Strophe bewahren, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer heute Gebietsforderungen an diese Strophe hängt, hat sie nicht verstanden.
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    17.10.2010 11:28 Uhr
    ?
    [img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5b/Maas_memel_etsch_belt.svg/650px-Maas_memel_etsch_belt.svg.png[/img] Test-1-2-3?!
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    17.10.2010 11:29 Uhr
    ?
    Test 4-5-6?
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    17.10.2010 11:31 Uhr
    ?
    Hmmm... Das System mag die Karte nicht, egal, ist auch in der Wikipedia verlinkt ...
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    17.10.2010 11:19 Uhr
    Recht auf Heimat
    Wäre es über zwanzig Jahre nach Überwindung der Teilung Europas nicht langsam Zeit, die ganzen Ostpreußen, Schlesier, Siebenbürger Sachsen etc. in ihre polnische, tschechische, russische,... Heimat abzuschieben?
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    17.10.2010 11:37 Uhr
    !
    Wenn Du erst mal die ganzen Polen, Russen, Tschechen, ... zurückschiebst, die da jetzt wohnen ...
    Die Polen, die dort heute leben, waren ja ihrerseits auch Vertriebene aus den polnischen Ostgebieten, die die Sowjets dort rausexpedierten ...

    Und nicht vergessen: Alle heute Urdeutschen, deren Name im Ruhrpott etc. auf "...ski" endet, sind Gastarbeiter der allerersten Generation. Auch zurück?

    Oder gleich alle Germanen dahin, woher sie kamen? Freiheit für die keltischen Ureinwohner hier! Es wird langsam Zeit, dass ein kleines gallisches Dorf aufsteht ...

    Ich glaube aber, Völkerwanderung ist ein klein wenig out ...
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  • unbekannt
    (1496 Beiträge)

    17.10.2010 11:02 Uhr
    Ja wer
    will Ihm den zuhören?Es geht ja nur bei den ewig Gestrigen.Wenn Er Rückgrat hätte wäre Er zurückgetreten.
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