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Karlsruhe TH als Eliteuniversität?

Im Wettstreit um Geld und Renommee sieht man auf kommenden Freitag (Foto: jowa)
Die bereits bestehende Kluft in der deutschen Universitätslandschaft wird diese Woche noch tiefer gezogen, und zwar am Freitag, 13. Oktober. Dann stehen die zukünftigen Eliteuniversitäten der ersten Runde fest. Eine Woche bevor die folgenschwere - oder besser gesagt milliardenschwere - Entscheidung bekannt wird, wurden das Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Forschungsranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) veröffentlicht.

"Wir sind optimistisch", so die Pressesprecherin der Universität Karlsruhe (TH) auf Anfrage von ka-news zu der ausstehenden Entscheidung am Freitag und stellt klar: "Wir haben keine Hinweise zum Ausgang." Und spekulieren wolle man nicht. Also heißt es warten und vielleicht einmal in die jüngsten Rankings hinein schauen.

TH-Profs haben pro Kopf das meiste Geld eingesammelt

Auf den ersten Blick sieht das jüngste DFG-Ranking für die Jahre 2002 bis 2004 nicht so gut aus für die TH: Die förderungswürdigsten Unis oder diejenigen, die von der DFG die meisten Mittel erhielten, sind die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und die Rheinisch-Westfälische Technische Universität (RWTH) Aachen - Karlsruhe folgt auf dem sechsten Platz. Hierzu sei erwähnt, dass die DFG der größte Drittmittelgeber für Unis ist. Zirka 1,2 Milliarden Euro vergibt die Gemeinschaft für die ihrer Meinung nach förderungswürdigsten Projekte. Für diese Mittel, die unabhängig von der Grundfinanzierung durch die Länder sind, können sich Forschungsprojekte bewerben.

Auf den zweiten Blick kann man die Sache auch anders sehen: Im Vergleich zu Kollegen anderer Unis werben die Professoren der TH pro Kopf deutschlandweit am meisten Drittmittel bei der DFG ein. Zwischen 2002 und 2004 erhielt die Fridericiana 110,5 Millionen Euro oder je Hochschullehrer durchschnittlich 407.000 Euro. Damit verweist die Karlsruher Uni die Medizinische Hochschule aus Hannover auf den zweiten und die RWTH Aachen auf den dritten Platz. Noch ein Grund, optimistisch zu sein, ist: Die TH konnte sich zum Vorranking um vier Plätze verbessern.

Die zweite Runde zur Eliteuni endet 2007

Nicht nur anhand der errungenen Drittmittel bewertet das CHE-Forschungsranking die Forschungsstätten, sondern auch an der Zahl der Publikationen, Patente oder Promotionen. Dabei wurden vier von sechs unter die Lupe genommene Fachbereiche der Fridericiana als forschungsstark klassifiziert, heißt es in einer Pressemitteilung der TH. Das waren die Fächer Chemie, Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik sowie Physik.

Nun heißt es, den Ausgang der Exzellenz-Initiative abzuwarten - eine wichtige Etappe im weiteren Verlauf des Wettstreits um Forschungsgelder sowie Renommee. Dies ist jedoch die erste Runde. Über die zweite Runde wird erst in einem Jahr entschieden. Spekulieren kann man natürlich immer: Was das DFG-Ranking zeigt ist, dass die Karlsruher Professoren bislang sehr erfolgreich darin waren, im Rennen ums Geld die Nase vorn zu behalten.

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