Karlsruhe Strittiger Breuninger-Neubau

Entwurf des umgebauten Schneider/Breuniger-Gebäudes aus Sicht der Akademiestraße (Foto: pr)
In Sachen Umbau des alten Schneider/Breuninger Gebäudes am Europaplatz (ka-news berichtete) scheint das Stadtbauamt Karlsruhe nicht ganz einig mit dem Planungsentwurf des Karlsruher Architekturbüros FKS Generalplaner. Man stört sich unter anderem an der Traufe, welche die nebenstehenden Gebäude überragen würde. Mit der Bauerlaubnis für die Traufe würde man nämlich weiteren, ungerne gesehenen Bauvorhaben Tür und Tor öffnen, erklärte das Stadtbauamt gegenüber den Karlsruher Architekten.

Würde man dem Entwurf nämlich in seiner jetzigen Form zustimmen, wäre damit den Anwohnern von unter anderem Universum-City die Erlaubnis gegeben, Wintergärten auf dem Dach ihrer Häuser zu bauen. Das Planungsbüro ist hier nach eigenen Angaben auf Widerstand beim Stadtplanungsamt gestoßen. Auch die "Dachbox", die später einmal eine Art Loft-Bar beherbergen soll, trifft nicht ganz die Zustimmung des Stadtbauamts. Störend für das Amt ist dabei der "Überhang" der Box.

Umbau auf hohem Niveau

Rainer Freitag, Geschäftsführer des Karlsruher Architekturbüros erklärt, man habe mit diesem Entwurf die Möglichkeit, einen Hauch von Metropolenflair in die Stadt zu bringen. Er würde es begrüßen, wenn die Stadt Karlsruhe geschlossen hinter dem Entwurf stünde. Denn "aufgrund der sehr aufwändigen Fassade und den dafür benötigten Materialien, sollte die Stadt alles daran setzen, dass der Investor einem Umbau auf solch hohen Niveau zustimmt", so Freitag.

Uneinigkeit seitens der Stadt könnte den US-Investor Oaktree davor zurückschrecken lassen, den Umbau auf dem jetzigen, hohen Niveau zu veranlassen. Bereits zugesagte Gelder könnten zurückgezogen werden. Das Gebäude jedoch komplett ohne die vorgesehene Traufe zu bauen, würde laut Rainer Freitag dessen Proportionen und damit auch das Gesamtkunstwerk an sich "zerstören". Der Investor wünsch sich, dass man etwas aus dem alten Schneider-Gebäude macht.

Das geplante Schneider/Breuninger Gebäude in seiner vollen Pracht (Foto: pr)

Wirtschaftsbürgermeisterin von Entwurf angetan

Die Karlsruher Wirtschaftsbürgermeisterin Margret Mergen sagte gegenüber ka-news, die Stadt habe größtes Interesse an einer qualitativen Aufwertung und Belebung der Kaiserstraße, sowie der Stadt an sich. Schließlich sei gerade die Gegend um den Europaplatz im höchsten Maße representativ für die Stadt Karlsruhe. Den dunklen Bau des Schneider/Breuninger-Gebäudes mit dem geplanten Entwurf zu "öffnen" und ihn sehr hell und freundlich zu gestalten, hält sie deshalb für "ausgesprochen wohltuend".

Des Weiteren sei für sie sehr positiv, dass der Inhaber eine aktive Übernahme des Gebäudes und damit auch eine enorme Investition in den Um- beziehungsweise Neubau des Gebäudes plane. Die Tatsache, dass man als ausländischer Investor hier ein Architekturbüro aus der eigenen Stadt mit der Neukonzipierung beauftragt hat sieht sie außerdem mit großer Begeisterung. Schließlich wüsste dieses über die städtebaulichen Gegebenheiten in Karlsruhe bestens Bescheid und auch der Entwurf sei ihrer Meinung nach überaus gut gelungen.

Signal für den Wirtschaftsstandort Karlsruhe

Der Bau eines ähnlichen Gebäudes in Stuttgart, dem Kronprinzbau, bestätige sie dabei in ihren Ansichten. Sie sagte auch, man solle sich darüber freuen, dass ein ausländischer Investor mit diesem Umbau-Vorhaben ein tolles Signal an alle möglichen Interessenten der Stadt Karlsruhe sendet. Dieses Signale stärke den Glauben an die Stadt Karlsruhe als wirtschaftlichen Standort. Zu letzt lobte sie den Entwurf mit Blick auf die Kombilösung. Der Umbau sieht nämlich einen direkten Anschluss des Gebäudes an die U-Strab vor.

Man habe mit dem jetzigen Entwurf tolle Möglichkeiten, heißt es von Seiten der Karlsruher Architekten. Der weitere Kritikpunkt "Überhang", der auf dem Dach geplanten Loft-Bar zum Beispiel könne quasi als Erkennungsmerkmal des Gebäudes fungieren und außerdem biete er auch einen möglichen Anhalts- und Orientierungspunkt. Man will damit bewusst aus der Reihe tanzen und einfach mal was anderes machen. "Einen Hauch New York nach Karlsruhe bringen", so sagt es Rainer Freitag und seine Augen leuchten dabei.

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