Karlsruhe Streitfall Kulturoase

Künstler oder nicht Künstler - das ist hier die Frage (Foto: ka-news)
Für die einen ist es Freidenkeroase und Zentrum künstlerischen Schaffens, für andere schlicht ein Schandfleck hinterm Hauptbahnhof. Gemeint ist das Areal der Schwarzwaldstraße 79, besser bekannt als Ex-Steffi oder auch Kulturoase. Die Initiative genau dieser Kulturoase übt nun heftige Kritik am Verhalten von Bürgermeister Ullrich Eidenmüller. Dieser hätte dem Projektteam Kulturhauptstadt 2010 der Stadt einen Maulkorb verpasst. Gespräche mit den Initiatoren seien nicht erwünscht, beklagt sich die Kulturoase.

Hintergrund der Anschuldigungen bildete die kurzfristige Absage des Projektteams für eine Ortsbegehung auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Areals hinter dem Hauptbahnhof. Eben jener Maulkorb wäre Grund für die Absage. Dabei bildete doch gerade der "einmalige Freiraum" auf dem Areal einen wertvollen Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010, argumentiert die Initiative. "Vor dem Hintergrund des Aufrufs an Karlsruher Bürgerinnen und Bürger, sich am Projekt der Kulturhauptstadt 2010 tatkräftig und mit eigenen Ideen zu beteiligen, ist dieses Einschreiten seitens des Kulturbürgermeisters ein Skandal", so die Künstler.

Kein Kontakt mehr zur Ex-Steffi

Eidenmüller bezieht zu diesen Vorwürfen eine klare Position. Die Initiative Kulturoase sei verwoben mit der Ex-Steffi, so der Bürgermeister. Ein Unterschied kann aus Sicht des Bürgermeister nicht gemacht werden. Im Klartext bedeutet dies: Die Initiative Kulturoase und die umstrittene Ex-Steffi seien ein- und dasselbe. Und eine Regelung bezüglich der Ex-Steffi habe man intern schon vor etlichen Wochen beschlossen, teilt der Bürgermeister gegenüber ka-news mit. Gespräche mit der Ex-Steffi führe die Stadt als Grundstückseigentümer und Kläger in der Räumungsangelegenheit des Areals hinter dem Hauptbahnhof nicht über die Projektgruppe der Kulturhauptstadt 2010.

"Bei der Stadt kann es nicht zwei Ansprechpartner für die Ex-Steffi geben", so Eidenmüller. Der Bürgermeister räumt also die "Maulkorb"-Verordnung gegenüber den Mitarbeitern seiner Projektgruppe nicht ein, gibt jedoch klar zu verstehen, dass er als Beauftragter für die Kulturhauptstadt 2010 und sein Team in Zukunft den Kontakt mit den Bewohnern der Ex-Steffi ablehnen werden. "Wir reden mit allen Künstler und Kunstschaffenden in der Stadt." Die Bewohner des Projekts für freies Wohnen hinter dem Hauptbahnhof sind jedoch nach Ansicht der Stadt nicht zu den Kunstschaffenden zu zählen.

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