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Karlsruhe Streit um höhere Löhne geht in die Verlängerung: Deutsche Bahn und EVG vertagen Tarifverhandlungen auf Mittwoch

Nach den bundesweiten Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Montag hat sich die Verkehrslage in Karlsruhe und ganz Baden-Württemberg wieder beruhigt. Das bestätigen Sprecher der Deutschen Bahn und des Karlsruher Verkehrsverbunds am Dienstag gegenüber ka-news. Die Verhandlungen der EVG mit der Deutschen Bahn sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.

Aktualisierung Mittwoch, 8.54 Uhr

Wie aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hervorgeht, wurden die weiteren Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der EVG am späten Dienstagabend unterbrochen. Man wolle sich um 10 Uhr wieder in Berlin treffen, sagten Sprecher von Bahn und EVG der dpa. Man brauche noch mehr Zeit zur Lösung aller Tariffragen.

Parallel zu den Gesprächen in Berlin verhandelte die Bahn in Eisenach mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Bis zum Dienstagabend war dort laut dpa auch noch kein Ergebnis abzusehen.

Keine weiteren Ausfälle für Dienstag erwartet

Auch ein Tag später sind die Warnstreiks der Bahn-Mitarbeiter noch in aller Munde. Zugausfälle und Verspätungen sind am Dienstag in Karlsruhe aber kein Thema mehr. Das bestätigt Michael Greschniok, Sprecher der Deutschen Bahn Baden-Württemberg, auf Nachfrage von ka-news. Demnach laufe der der öffentliche Verkehr landesweit wieder in geregelten Bahnen. "Lediglich bei knapp einem Prozent der Fernzüge kann es noch zu leichten Verspätungen kommen", so Greschniok.

Auch im Stadtbahnverkehr sind laut Nicolas Lutterbach, Pressesprecher des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), am Dienstag keine Auswirkungen des Streiks mehr zu spüren, der Verkehr laufe planmäßig.

Streik legte öffentlichen Nahverkehr lahm

Für Bahnreisende und Pendler startete die neue Woche deutschlandweit mit einer bösen Überraschung: Für rund vier Stunden war der öffentliche Personenverkehr, insbesondere der ICE- und IC-Betrieb, am Montagmorgen komplett lahmgelegt. Grund dafür waren bundesweite Warnstreiks der EVG. 

 

Warnstreik bei der Deutschen Bahn
Leer ist die Fahrplantafel auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt/Main bis auf «Streik - kein Zugverkehr bis voraussichtlich 9 Uhr». | Bild: Boris Roessler

Auch in Karlsruhe fuhr von 5.45 Uhr bis zum offiziell angesetzten Streikende um 9 Uhr kein Zug im Fern- oder Regionalverkehr. Das hatte ebenfalls massive Einschränkungen und Verspätungen im S-Bahn-Verkehr des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) zur Folge.

Auch Stadtbahnverkehr von Streiks betroffen

Regionalbahn
Müssen Bahnfahrer bald vor den nächsten Streiks zittern? (Symbolbild) | Bild: pixabay.com@hpgruesen

"So gut wie alle Linien waren von den Fahrtausfällen betroffen", erklärt Michael Krauth, Pressesprecher des KVV auf Nachfrage von ka-news. Mehrere tausend Fahrgäste seien an diesem Morgen an Bahnhöfen gestrandet. "Wenn mehrere hundert Fahrzeuge ausfallen, dann ist das schon eine sehr große Zahl", so Krauth weiter. Sowohl der Verkehr aus der Pfalz, aus dem Süden und aus der Richtung Heilbronn sei für die Dauer der Streiks komplett stillgelegt worden.

Alle Räder stehen still
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat nach abgebrochenen Tarifgesprächen zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. | Bild: Jörg Carstensen

Auch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) hatte nach Aussagen in einer Pressemeldung mit "einer sehr großen Zahl an Fahrtausfällen" zu kämpfen. "Eigentlich wollte die AVG ihren Verkehr am Montag gerne geregelt fahren. Das war nur leider nicht möglich", meint Pressesprecher Michael Krauth. Auch wenn der Verkehr mittlerweile wieder gut angelaufen sei, rechnet er bis in den Nachmittag hinein weiter mit einzelnen Einschränkungen im Stadtbahnverkehr.

Keine Einigung im Tarifkonflikt in Sicht

Der Tarifstreit der EVG mit der Deutschen Bahn geht nun in eine neue Runde. Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen um eine Lohnerhöhung am Samstag abgebrochen und ihre Mitglieder zum Streik aufgerufen. Doch wie geht es nun weiter, sollten sich der DB-Konzern und die EVG auch weiterhin nicht einigen können? Drohen Bahnkunden etwa bald die nächsten Arbeitsniederlegungen und damit verbunden Fahrtausfälle?

ICE
Neben dem Fern- war auch der Regionalverkehr von den Streiks betroffen. (Symbolbild) | Bild: pixabay.com @ KarinKarin

Laut Walter Greiner, Geschäftsstellenleiter der EVG Karlsruhe, werden die Verhandlungen erst fortgesetzt, sobald ein "schriftliches, verhandelbares Angebot" vorliegt. "Die Deutsche Bahn hat unsere Schmerzgrenze genau gekannt", erklärt Greiner im Gespräch mit ka-news. Neue Streiks seien - zumindest für Dienstag und Mittwoch - aber erst einmal nicht geplant.

"Am Anfang war das Ausmaß der Streiks gar nicht so massiv geplant", gibt Greiner zu. "Aber wir sind durchaus bereit, noch weiter zu streiken!"

Der Artikel wurde bearbeitet und aktualisiert.

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Kommentare (21)
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1062 Beiträge)

    12.12.2018 11:36 Uhr
    Ich hoffe, dass diese
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   jojo
    (592 Beiträge)

    11.12.2018 08:15 Uhr
    Auswirkung heute morgen
    4 IC für Pendler fallen aus, dafür zwei kurze Ersatz Züge. Bravo
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  •   andip
    (9299 Beiträge)

    11.12.2018 08:46 Uhr
    Wie ich schon oben schrieb
    Das ist Normalzustand bei der DB.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10773 Beiträge)

    11.12.2018 07:33 Uhr
    @ka-news: welch reißerische Überschrift!
    das ist BiLD-Manier in Reinkultur.

    So und nun können Sie mich sperren...
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10773 Beiträge)

    11.12.2018 11:13 Uhr
    aha!
    die Überschrift wurde geändert.
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  •   Nachteule
    (560 Beiträge)

    11.12.2018 07:01 Uhr
    Was für ein Heckmeck ?!
    Ein Tag Streik bei der Bahn und alle Medien fallen in Ohnmacht.
    Machts wie ich: nehmt einen Tag Urlaub.
    Wenn ihr keinen mehr habt, macht halt einen Tag krank !
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1062 Beiträge)

    12.12.2018 11:46 Uhr
    Ja Klugi,
    wenn das aber nicht geht? Und man persönliche Aufwendungen und Schäden davon trägt?

    Hauptsache die Tröter und Pfeiffer können sichtlich fröhlich und gut gelaunt die werkstätigen Pendler, Anwohner und Hotelgäste um 0500 mit einer extrem lauten Kakophonie sabotieren.
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  •   Shmuel_K
    (342 Beiträge)

    12.12.2018 01:42 Uhr
    Macht einen Tag krank...
    Na das ist ja eine tolle Einstellung. Dein Arbeitgeber soll wegen eines Streiks auf deine Arbeitskraft verzichten? Wie kommst du denn eigentlich zum Arzt, SUV? Bevor ich den halben Tag beim Quacksalber sitze, um einen Tag krank zu machen, gehe ich lieber gleich schaffen.
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  •   Rambazamba
    (287 Beiträge)

    11.12.2018 11:53 Uhr
    Wenn es so einfach wäre
    Was ist mit den Wochenpendlern, die von Mo-Fr in eine andere Stadt müssen oder z.B. Soldaten, die am Montag wieder in den Kasernen sein müssen? Sollen die sich alle krank melden? Was ist mit denen, die ewig auf einen Urlaub gespart (und sich gefreut haben) und durch sowas ihre Flüge/Schiffe verpassen? Einfach Pech gehabt? Was ist mit denen, die unverschiebbare Termine haben? Gestern wurde jemand interviewt, die dringend nach Stadt A gemusst hätte, weil sie einen OP-Termin hat? Was soll sie tun? Wieder ein halbes Jahr oder länger auf den nächsten OP-Termin warten? Vielleicht sollten Sie kurz überlegen, dass nicht jeder nur Pippilulli-Termine hat, die man ausfallen lassen kann, sondern wirklich ABHÄNGIG von zuverlässigem Transport ist. Die vielen Staumeldungen gestern zeigten, dass aufs Auto umsteigen derart kurzfristig auch keinen weiterbringt.
    Ich finde diese Art zu streiken einfach nur unfair, denn es trifft alle, nur nicht die, die es treffen sollte.
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  •   jojo
    (592 Beiträge)

    11.12.2018 14:24 Uhr
    Gestern Auto statt Bahn
    Ich kann es nur bestätigen.nachdem morgens nichts mehr ging ab ins Auto. Für 80 km hab ich 2,5 Stunden gebraucht vom Park Ticket mal ganz zu schweigen. Zusätzliche Kosten und ökologisch verheerend. Danke an die Gewerkschaften.
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