Karlsruhe Streit um Stadionmiete

Vor rund einem Monat schien die Einigung im Streit um die Stadionmiete erreicht
(Foto: ka-news)
"Die Verhandlungsspielräume sind ausgeschöpft. Die Chancen auf ein neues Wildparkstadion schwinden." Mit diesen Worten beginnt eine Pressemitteilung, in der Oberbürgermeister Heinz Fenrich den aktuellen Sachstand in der Auseinandersetzung um die künftige Stadionmiete des KSC erläutert. Im Vorfeld der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagnachmittag informierte Fenrich die Kleine Kommission Wildparkstadion über neuerliche Forderungen des KSC, die ihm das KSC-Präsidium mit Hubert H. Raase an der Spitze in der vergangenen Woche schriftlich mitgeteilt hat.

Laut der Pressemitteilung machen die KSC-Verantwortlichen in dem Schreiben deutlich, dass sie einer höheren Miete in der Zweiten Bundesliga über den derzeit angebotenen Betrag in Höhe von 2,25 Millionen Euro pro Jahr hinaus "niemals zustimmen können" und auf eine Deckelung dieser Höchstmiete für den Fall der Zweiten Bundesliga "bestehen" - noch im Mai seien diese 2,25 Millionen Euro vom KSC als Festmiete angeboten worden.

Fenrich sieht keine Aussicht auf Einigung

In seinem Antwortschreiben an das KSC-Präsidium nimmt Oberbürgermeister heute auf Erfolgs-Trainer Ede Becker Bezug: "Im Erfolg werden oft die größten Fehler gemacht", zitiert das Stadtoberhaupt den Teamchef und fährt fort: "Ein Fehler wäre es, wenn der KSC sich nach wie vor nicht bewegen würde."

Nachdem der KSC-Präsident allerdings medienöffentlich erklärt habe, dass das Schreiben die "abschließende Haltung" des Vereins darstelle, sieht das Stadtoberhaupt keine Aussicht auf Einigung und hat am Dienstag in seinem ausführlichen Schreiben dem KSC-Präsidium die vielfältigen und umfänglichen Kompromissbemühungen der Stadt noch einmal in Erinnerung gerufen. "In Verantwortung gegenüber der Gesamtstadt und allen Bürgerinnen und Bürgern" sieht OB Fenrich keine Möglichkeit mehr, dem KSC noch weiter entgegen zu kommen.

Die Kuh ist zurück auf dem Eis

Weiterhin habe Fenrich die Mitglieder der Wildpark-Kommission über die finanziellen Auswirkungen der KSC-Forderungen für die Stadt ausführlich informiert. Daraus sei deutlich geworden, dass "die Stadt mit ihrem mehrfach nachgebesserten Angebot bis an die Grenze des Machbaren gegangen ist", wie es in der Pressemitteilung heißt. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der KSC nicht bereit ist, dies anzuerkennen und statt dessen ausschließlich in die 'Software', sprich: Spielbetrieb, investieren will. Die 'Hardware', also eine neue, attraktive Spielstätte, in der sich auch die vielen Fans zu Hause fühlen, scheint bei ihm nicht im Mittelpunkt zu stehen", meint OB Fenrich.

Das Stadtoberhaupt hat in der Kommissions-Sitzung auch noch einmal an die gemeinsame Pressekonferenz nach dem KSC-Sieg über den VfB Stuttgart erinnert (ka-news berichtete). Damals hatte KSC-Präsident Hubert Raase sich den Journalisten gegenüber erleichtert gezeigt, dass man sich auf den Konsens mit der prozentualen Beteiligung aus den Ticketeinnahmen habe einigen können und dass man dieses Modell durchgerechnet habe: "Ich bin glücklich, dass wir nun die Kuh vom Eis haben", wird Raase in der Pressemitteilung der Stadt zitiert. "Ich finde es bedauerlich, dass der KSC-Präsident diesen einvernehmlich abgesprochenen Pressetermin jetzt nicht nur bedauert, sondern auch zum Ausdruck bringt, er habe nur 'daneben' gesessen", so Fenrich, und: "Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass man KSC-interne Führungsfragen auf dem Rücken der Stadt auszutragen versucht."

Fenrich hat die Fraktionen jetzt gebeten, die Forderungen des KSC zu diskutieren und die jeweiligen Positionen dem Stadtoberhaupt mitzuteilen. In der Gemeinderatssitzung am 13. November soll nach dem Willen des Stadtoberhaupts eine endgültige Entscheidung fallen - "so oder so".

Der KSC war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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