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Germersheim/Karlsruhe/Kaiserslautern Stadtbahn Germersheim-Wörth nimmt den Betrieb auf

"Mit den umsteigefreien Verbindungen direkt in die Karlsruher Innenstadt beginnt im Kreis Germersheim ein neues Mobilitätszeitalter." Mit diesen Worten begrüßte der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel die Teilnehmer der Eröffnungsfahrt von Wörth nach Germersheim am gestrigen Samstag. Die neuen Stadtbahnlinien S51 und S52, die die Südpflaz direkt mit der Fächerstadt verbinden, stehen seit heute zur öffentlichen Nutzung bereit.

Mit an Bord des Einweihungszuges waren viele Ehrengäste, darunter als Vertreterin des Bundes Staatssekretärin Julia Klöckner, Ministerpräsident Kurt Beck, die Germersheimer Bundes- und Landtagsabgeordneten, der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich sowie die Verbands- und Ortsbürgermeister aus dem Kreis Germersheim.

Seit heute rollen die Stadtbahnen planmäßig von Germersheim über Wörth bis in die Karlsruher Innenstadt. In seinem Grußwort im Deutschen Straßenmuseum in Germersheim lobte der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich die schnelle Umsetzung des Projekts: "In der Oberleitung ist jetzt Strom, die Haltestellen sind fertig, die Signale stehen auf 'grün': Das nenne ich eine Punktlandung exakt nach Fahrplan."

Die Stadtbahn S51 fährt von Germersheim zum Karlsruher Westbahnhof, dann zum Vorplatz vor dem Hauptbahnhof und von dort als S52 weiter zum Karlsruher Markplatz und zurück nach Germersheim. Die Linie S52 fährt von Germersheim nach Wörth und dann über Knielingen zum Karlsruher Marktplatz. Von dort fährt sie als S51 weiter zum Karlsruher Hauptbahnhof und zurück nach Germersheim. Zwischen Germersheim und Wörth bedient die S51 sämtliche Haltestellen, die Linie S52 hält als Eilzug in jedem Ort nur einmal.

Rund 50 Millionen Euro kostete das Verkehrsprojekt inklusive der Fahrzeuge. Von den förderfähigen Baukosten in Höhe von 35 Millionen Euro übernimmt der Bund 60 Prozent, das Land Rheinland-Pfalz 25 Prozent. Den Restbetrag, immerhin rund 25 Millionen, tragen der Kreis Germersheim und die Kommunen. "Besonders erfreulich ist, dass wir die Baukosten gegenüber der Vertragsgrundlage mit den Kommunen um sechs Millionen Euro reduzieren konnten", freut sich AVG-Geschäftsführer Walter Casazza.

Sechs komplett neue Haltepunkte - "Wöth Nord" erst ab Ende 2011

Die bestehenden Bahnhöfe Jockgrim", "Rheinzabern, Rülzheim, Bellheim und der Haltepunkt Sondernheim wurden zeitgemäß umgebaut. Komplett neu errichtet hat die AVG die Haltepunkte "Rheinzabern Alte Römerstraße", "Rheinzabern Rappengasse", "Rülzheim Freizeitzentrum", "Bellheim Am Mühlbuckel", "Germersheim Süd/Nolte" und "Germersheim Mitte/Rhein". Der Haltepunkt "Wörth Nord" geht erst Ende 2011 in Betrieb. Alle Bahnhöfe verfügen laut Kreisverwaltung Germersheim über einen barrierefreien Zugang. Außerdem wurden mehrere zusätzliche "Park&Ride"-Flächen sowie "Bike&Ride"-Stellplätze gebaut, wo Pendler ihre Autos oder Motorräder abstellen können.

Insgesamt hat die AVG 3.000 Meter Bahnsteigkanten verbaut, 1.000 Fahrleitungsmasten gesetzt, 60 Kilometer Fahrdraht aufgebaut, der mit Vogelschutzeinrichtungen versehen ist, 2.500 Meter Geländer und Zäune gesetzt, einen elf Kilometer langen Kabelkanal gelegt, 17 Kilometer Kabelkanal instandgesetzt und 100 Kilometer Kabel verlegt. Auch musste die Signal- und Bahnübergangstechnik angepasst werden. In Spitzenzeiten waren dafür 150 Arbeitskräfte gleichzeitig im Einsatz.

"Alle Bürgerinnen und Bürger der Region können die neu gewonnene Mobilität nutzen und zählen dadurch zu den Gewinnern. Die Stadtbahn ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Zukunftsentwicklung unseres Kreises", bilanzierte am Samstag Landrat Brechtel den Neubau. Als kleines Dankeschön war am Samstag ab 12.30 Uhr ein kostenloser Pendelverkehr zwischen Wörth und Germersheim geboten. Im Halbstundentakt konnte bis 20 Uhr die Strecke in der Stadtbahn erkundet werden.

Der Fahrplan für die Strecke ist im Internet unter www.kvv.de abrufbar.
 

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Kommentare (9)
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  • unbekannt
    (379 Beiträge)

    13.12.2010 10:14 Uhr
    Was genau hat
    ein Tunnel mit der neuen Strecke zu tun? Meinen Sie wegen des Mehrverkehs aus der Pfalz?

    Dann müssten Sie doch gegen einen Tunnel sein, denn unterirdisch können weniger Bahnen fahren.
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    13.12.2010 10:03 Uhr
    Vorbild Rheinland-Pfalz
    Rheinland-Pfalz baut den Nahverkehr auf Schienen seit Jahren aus. Undenkbar, dass am Wochenende nur alle 2 Stunden ein Zug fährt, wie z.B. in Hessen von Darmstadt Richtung Aschaffenburg.

    Übrigens ist in der Schweiz seit einem halben Jahrhundert jede Bahnstrecke elektrifiziert, auch die Nebenbahnen. Und stillgelegt wurde fast gar nichts.
    Germersheim-Graben wird bis Ende 2011 elektrifiziert.
    Rund um Karlsruhe geht es dann nur noch nach Landau mit Diesel. Die Elektrifizierung ist längst geplant. Es lebe der Fortschritt!
    Zur Erinnerung: Vor 20 Jahren ging es noch nach Heilbronn und Freudenstadt mit Diesel und damit verbundenen Abgasen in der Landschaft.
    In weiteren 20 Jahren wird man wohl in Karlsruhe nach mehr Tunneln schreien - weil die Schwobe in Stuttgart mehr davon haben und weiterhin mehr bauen -.
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  •   BadenEnte
    (196 Beiträge)

    12.12.2010 22:01 Uhr
    Perversität des KVV
    Ohne Umsteigen in die Innenstadt.
    Warum ist eigentlich nicht zumutbar? Der KVV bevorzugt die "auswärtigen" Linien zu Lasten der Innenstadtqualität. Mit 3 oder 4 Umsteigeknoten-Punkte könnte man auf die Metro verzichten und das Geld bsp. in die Kindergärten in Ka stecken und nicht schon wieder die Beiträge zu erhöhen!
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  •   janh
    (410 Beiträge)

    13.12.2010 20:56 Uhr
    Außerdem
    darf man das nicht zu schwarz-weiß sehen. Vielleicht ist nicht alles optimal gelöst, aber die meisten Stadtbahnlinien, die in die Innenstadt fahren, binden auch Karlsruher Stadtteile mit an. Die S1/11 Neureut und Dammerstock/Rüppur, die S2 Hagsfeld und Daxlanden, und die S5 Grötzingen und Knielingen. Nur die S4/41 verkehrt im Stadtgebiet aus dieser Sicht komplett als Parallelverkehr (was aber nicht heißt, das sie nicht trotzdem in die Innenstadt fahren sollte).
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  • unbekannt
    (379 Beiträge)

    13.12.2010 07:39 Uhr
    Die Frage ist doch,
    Wie bringt man am meisten Menschen in die Bahn. Und das geht nur mit Komfort. Auch ein Auto mit einfachen Stoffsitzen und 40 PS ist zumutbar. Aber sie verkaufen sich eben schlecht.
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  • unbekannt
    (1456 Beiträge)

    13.12.2010 07:51 Uhr
    x
    > Aber sie verkaufen sich eben schlecht.

    Kein Wunder, denn man bekommt gar keine solchen zu kaufen.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    12.12.2010 23:28 Uhr
    Tja
    warum? Warum kippt das Bild auf einem Ipad, wenn man den ipad selbst kippt? Ist es nicht zumutbar den Ipad einfach richtig herum zu halten?

    Es ist schlicht eine Erfahrungstatsache, dass Umsteigen unbeliebt ist und weniger Umstiege mehr Fahrgäste bringen.

    Wenn sich daraus eine Verschlechterung für die inneren Bezirke ergibt, bleibt das allerdings zu diskutieren. Dabei kann eine Antwort zB lauten, dass die Nachteile für die Anbindung der innerstädtischen Bezirke überkompensiert wird, dass mehr Fahrgäste von außerhalb zumindest teilweise (die Umsteiger) weniger Autos in der Innenstadt und andernteils (die Zusätzlichen) bedeuten dass durch die bessere Erreichbarkeit von außen das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten etc in den Innenbezirken steigen kann.
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    13.12.2010 09:49 Uhr
    gut gekontert
    Ein klasse Konter.

    Sachlich gut begründete Argumente gegen pöbelndes (siehe Überschrift: Perversität), sinnfreies Gezeter.

    Respekt, Respekt!
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    12.12.2010 19:30 Uhr
    Schon wieder dieses Wöth!
    Wo war das noch gleich? zwinkern
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