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Karlsruhe Sonntagsfrage S21-Volksabstimmung: Wie werden Sie entscheiden?

Noch eine Woche, dann dürfen die Bürger über die Beteiligung des Landes an dem umstrittenen Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 abstimmen. Wie schon vor einer Woche wollen wir wieder von den ka-news-Lesern wissen: wie würden Sie abstimmen, wenn dieses Wochenende Volksabstimmung wäre?

Am kommenden Montag wird in der Stuttgarter Innenstadt die 100. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 stattfinden. Dennoch sieht es zumindest derzeit so aus, als würden die Bahnhofsgegner bei der Abstimmung den Kürzeren ziehen: nach einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Berliner Meinungsforschungsinstuts Infratest dimap wollen 55 Prozent der Wahlberechtigten gegen das S21-Kündigungsgesetz und damit für den Tiefbahnhof stimmen, gegen den Bahnhof sind 45 Prozent.

Befürworter knapp vorne

Die regionalen Unterschiede sind laut einer in Auftrag gegebenen Studie der Stuttgarter Zeitung, der Universität Stuttgart und der Bertelsmann Stiftung eher gering. Selbst in Stuttgart würde das Ergebnis demnach ähnlich, wenn auch knapper ausfallen. Hier würden der Umfrage nach 51 Prozent für und 49 Prozent gegen das Bahnhofsprojekt stimmen.

Anders das Ergebnis der letzten, nicht repräsentativen ka-news-Sonntagsfrage: hier gaben 61,26 Prozent an, mit "Ja" und damit gegen das Bahnhofsprojekt stimmen zu wollen. 29,91 Prozent gaben an mit "Nein" und damit gegen den Ausstieg stimmen zu wollen. Insgesamt wurde 5.002 Mal abgestimmt.

Als beinahe sicher scheint inzwischen zu gelten, dass am 27. November überhaupt genügend Menschen zur Urne gehen. Ein Indikator hierfür ist, wie viele Abstimmungsberechtigte sich im Vorfeld per Briefwahl am Volksentscheid beteiligen. Sowohl im Landesschnitt als auch in der Region liegt die Beteiligung hier derzeit nur leicht unter der Beteiligung bei der Landtagswahl zum selben Zeitpunkt. Es wird daher davon ausgegangen, dass die Wahlbeteiligung bei bis zu 60 Prozent liegen könnte.

Wahlbeteiligung nahe an der Landtagswahl

Damit der Volksentscheid in Kraft tritt, müssen mindestens 33,3 Prozent der Wahlberechtigten jeweils für "Ja" oder "Nein" stimmen - also rund 2,5 Millionen Menschen. Die Aussagekraft der Abstimmung steigt dabei natürlich mit jeder abgegebenen Stimme. Kommt das Quorum nicht zu Stande, wäre das in der Konsequenz gleichbedeutend mit einem "Nein" zum Ausstieg aus der Finanzierung - es würde also weitergebaut werden.

Wenn an diesem Sonntag Volksabstimmung wäre, wie würden Sie abstimmen?

Aus gegebenem Anlass an dieser Stelle ein Hinweis wegen der Werbung des Bündnisses "Ja zum Ausstieg", die seit einigen Tagen auf ka-news läuft: Hierbei handelt es sich um eine gekaufte Anzeige, die auch als solche gekennzeichnet ist. Mir ist sehr wichtig zu betonen, dass diese Anzeige keinen Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung hat und auch nichts über unsere redaktionelle Linie aussagt. Redaktion und Anzeigenverkauf arbeiten bei ka-news unabhängig voneinander. Auf diese Trennung legen wir großen Wert.

Das Sonderthema Stuttgart 21, in dem wir unsere Berichterstattung rund um die Bahnhofsdiskussion sammeln, gibt es bereits seit über einem Jahr, genau so lange wird in diesem Umfeld auch Werbung eingeblendet. Dass sich nun erstmals auch das Bündnis "Ja zum Ausstieg" entschieden hat, hier Werbung zu machen, ist in meinen Augen nachvollziehbar, da hier natürlich am ehesten interessierte Leser angesprochen werden. Die Möglichkeit bei ka-news zu werben hatten und haben aber genau so die Befürworter des Bahnhofsprojekts.  Felix Neubüser, Redaktionsleiter.

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  •   dipfele
    (5866 Beiträge)

    24.11.2011 12:20 Uhr
    Geht uns doch was an
    bei 5- 6 Milliarden ist die Finanzierung leider kein lokales Problem mehr, wie der Neubau eines Kinderspielplatz- Sandkastens in Hinterwasweisichwo. Hier ist jeder Steuerzahler gefragt, wenn eine funktionierende Infrastruktur zersteurt werden soll, nur weil sich einige
    Immobilienhaie eine goldenen Nase verdienen wollen. Im Land gäbe es genug defekte Gleise und Bahnhöfe, die erst mal saniert werden müssten!
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  •   exsued
    (430 Beiträge)

    24.11.2011 13:11 Uhr
    Bahnfahren
    Fahren Sie eigentlich mit der Bahn? Also so lange man noch dieses unendliche Fahrgewürge durch den Stuttgarter Kopfbahnhof von Karlsruhe nach München ertragen muss ist auf jeden Fall das Auto trotz Staugefahr vorzuziehen.
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  •   dipfele
    (5866 Beiträge)

    24.11.2011 12:13 Uhr
    Es geht alle an
    Warum muss ein gut funktionierender Bahnhof für Milliarden zerstört werden, währedn andernorts die Bahnanlagen verrotten und Fahrzeiten immer länger werden. So fährt der TVG K 21 - München aktuell 20 Minuten langsamer als der IC anno 1978 ! Mit S 21 verkürzen sich die Fahrzeiten überhaupt nicht. Und wenn unsere Obrigkeit den Untertanen eine schnelle Bahn über die Alb ernsthaft spendieren wollte, dann hätten die da oben die NBS schon längst bauen können.So geht es bei S 21 nur um Immobilien - Spekulation und Profit.
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  •   LaCage
    (2158 Beiträge)

    20.11.2011 00:56 Uhr
    ach wen schert's was in Stuagat passiert
    da gang i eh nie no...

    aber mal echt, das geht uns gute Karlsruher doch nichts an, was da mit den Juchtenkäfern und Edel-ökos so passiert
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  •   Herbert-119
    (1164 Beiträge)

    19.11.2011 15:39 Uhr
    Seien Sie mal ehrlich.......
    Zuerst wahren doch alle Parteien für S21.
    Aber als man merkte das man damit Wahlkampf machen kann und es noch dazu um sehr viel dabei ging.
    Landtag BW
    Mußte man wie auch bei anderen Themen wieder dagegen sein.
    Die Grüne Glaubwürdigkeit bei Stuttgart 21 und anderem lässt sehr zu wünschen übrig.
    Die Grüne Glaubwürdigkeit bei Stuttgart 21 Youtube http://tinyurl.com/32b7sgz
    ein sehr interesanntes Video mit Marbit Illner.

    Ausserdem würde der Ausstieg auss S21 sinnlos Geld verschwenden.
    Warum nicht etwas neuer Schöner und besser machen.
    Für die Bäume kann man neue Pflanzen.
    Wir haben jetzt schon 5% Wald als zur zeit des Zweiten Weltkrieges.
    Ausserdem kommt der Sauererstoff zum Atmen eh mehr aus den Meeren.

    NEIN zum Ausstieg. Am 27.11.2011
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  •   abakus
    (1066 Beiträge)

    19.11.2011 20:24 Uhr
    Wen interessieren die Bäume?
    Oder der Juchtenkäfer? Wir verschwenden kein Geld für den Ausstieg, weil die Angaben der Bahn - 1,5 Mrd Euro - keine Kosten sind. Die Rückabwicklung des Grundstückgeschäftes mit der Stadt Stuttgart sind keine Kosten, die Planung für die Schnellbaustrecke hat mit dem Tiefbahnhof nix zu tun und vergebene, aber nicht gebonnen Aufträge, sind auch keine Kosten. Bleiben maximal 320 Mio übrig. Wenn der Bahnhof wirklich rentabel ist, dann kann die Bahn ihn ja bauen, nur ist er das halt nicht. Wir stimmen nur über die finanzielle Beteiligung des Landes am Bahnhof ab. Die Befürworter von S21 haben dafür keine Argumente, sie erzählen immer, dass man schneller in München ist, aber das macht die Neubaustrecke. Sie erzählen von der Rheintalbahn, die gar nix mit dem Stuttgarter Bahnhof zu tun hat. Sie wollen Verträge einhalten, aber nur in S, international zahlen wir schon Strafen, weil wir den Anschluss in die Schweiz nicht rechtzeitig hinbekommen, da sind Verträge dann wohl egal.
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  •   abakus
    (1066 Beiträge)

    19.11.2011 20:28 Uhr
    Bahn beim Stresstest manipuliert
    Ausserdem hat die Bahn beim Stresstest mehr als nur getrickst: Bahn manipulierte Stresstest
    Wie die Bahn es geschafft hat den Test zu bestehen und warum dies mit der Realität im normalen Fahrbetrieb nix zu tun hat ist auf der obigen Seite ausführlich erklärt. Es gibt übrigens seit der Veröffentlichung kein Dementi nur Bahn, nur im Vorfeld der Veröffentlichung hat die Bahn den Wissenschaftlern gedroht, danach nicht mehr.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (5 Beiträge)

    20.11.2011 12:56 Uhr
    Wahrhaftigkeit und Klarheit
    Die Schweizer Firma SMA wurde von den Projektgegnern für den Stresstest vorgeschlagen und führte ihn durch. Jetzt ist das Ergebnis nicht so wie gewollt oder von den Projektgegnern erhofft - jetzt wird es angezweifelt - oder es ist manipuliert. Wäre das Ergebnis wie gewünscht ausgefallen - was dann.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (8 Beiträge)

    19.11.2011 12:00 Uhr
    Seien Sie mal ehrlich.......
    Die Argumente wurden lange ausgetauscht. Die Bahn scheint mit allen Tricks gearbeitet zu haben und dieser Skandal darf sicher nicht durchgehen. Letztlich bleibt die Erkenntnis, dass es wiedermal ein Immobilien und Bauskandal ist der da von den Politiker durchgesetzt wird. Aber warum sind so viele Politiker gegen die Abschaffung des Quorums? Haben die so grosse Angst davor, dass ihre Vetternwirtschaft nicht mehr durchgehen könnte?
    Denken Sie bitte daran, wie sie empfinden würden, wenn in Biberach die Menschen entscheiden dürften, dass in Pforzheim die Stadt grün angemalt wird. So geht es den menschen in Stuttgart. Die einzige grüne Lunge, der Schlossgarten. Von Königin und König wurde er an die Menschen geschenkt. Und die Bahn will das alles Betonieren. Nicht etwa um Familienfreundlichen Wohnraum zu schaffen. Es entstehen Banken, Versicherungen und Wohnungen ab 2000 Euro Miete.
    Helfen Sie den Menschen in Stuttgart. Sagen Sie JA zum Ausstieg aus Lug und Betrug.

    JA am 27.11.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (24 Beiträge)

    20.11.2011 15:09 Uhr
    Den Stuttgarter wird mehr geschenkt...
    ...als genommen; nämlich eine riesige Reservefläche für ihre Stadtentwicklung. Und sie sollten sich wirklich mal dran gewöhnen, dass eine fürs ganze Land wichtige Schnellbahntrasse nicht reduzeirt werden kann auf ihre schwäbische Befindlichkeiten.
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