Karlsruhe So war das also

Damals war die Welt noch in Ordnung: Richtfest für das Freizeitbad im April (Foto: ka-news)
Hohe Wellen schlug in der letzten Zeit das Freizeitbad in Karlsruhe. Egal ob unglückliche Namenswahl, Baumängel, überzogener Zeitrahmen oder höhere Kosten als erwartet - das Projekt kam nicht aus den Schlagzeilen. "Zeit, die Wellen zu glätten", befand Erster Bürgermeister Siegfried König und lud am gestrigen Freitag zum Pressegespräch, um die neue Strategie zur Namensfindung vorzustellen (ka-news berichtete) und über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

"Aquatika", diesen Name sollte das Freizeitbad zuerst tragen. Doch der Vorschlag wies nach einigen Recherchen nicht in eine strahlende Zukunft, sondern in dunkle pornografische Gassen (ka-news berichtete). König wiegelt ab: "Es ist nicht möglich, einen Namen zu finden, der frei ist von anderen Verwendungen." So hätten andere Einrichtungen, wie zum Beispiel ein Unterwasserlabor, keinerlei Probleme, sich mit der Bezeichnung zu schmücken. Dennoch: "Die Aufregungen haben mich erreicht", erklärt der Bürgermeister. Man dürfe die negative Stimmung in der Bevölkerung keinesfalls ignorieren.

"Keine Hinweise, dass die Kosten aus dem Ruder laufen"

Wie es zu der unglücklichen Namenswahl kam? Dafür bietet König eine einfache Erklärung: Die zuständige Agentur hatte demnach ganz einfach ein Schutzprogramm gegen Pornografie auf ihren Computern installiert, wodurch bei der Recherche über Google die schlüpfrige Verbindung nicht angezeigt wurde. "Die Assoziation ist für das Erlebnisbad nicht gut", gesteht König ein, "es hat keinen Sinn, das Bad in negative Schlagzeilen zu bringen." Die Lösung für die Misere besteht nun aus einem Gewinnspiel, bei dem die Bürger aus sechs Namensvorschlägen selbst ihren Favoriten wählen dürfen, der dann den Freizeittempel schmücken wird (ka-news berichtete): "Aqua Pamina", "Aquarando", "Badinka", "Europabad Karlsruhe", "Karuba" und "Kaskada". Die vier Bürger, die bei der ersten Namenssuche "Aquatika" vorschlugen, sollen trotz des Trubels nicht leer ausgehen, verspricht Johannes Schmitz, Leiter des Sport- und Bäderamtes: "Wir werden uns etwas Adäquates ausdenken."

So soll das Freizeitbad bei seiner verspäteten Eröffnung im März aussehen (Foto: pr)

Für große Aufregung in der Fächerstadt sorgte auch die Ankündigung, der Bau des Bades werde die geplanten Kosten von 25 Millionen Euro überschreiten (ka-news berichtete). Konkrete Zahlen kann König noch nicht nennen, allerdings gebe es "keine Hinweise, dass die Kosten aus dem Ruder laufen", versucht er seine Kritiker zu beruhigen. Es habe zudem keine Änderungen am Baukonzept des Bades gegeben, die den Preis in die Höhe getrieben hätten. Er habe lediglich eine technische Verbesserung bei der Lüftungsanlage mitgetragen, sagt König, um den Energieverbrauch sowie den CO2-Ausstoß zu senken. Trotzdem würde dadurch die Grenze von 25 Millionen Euro nicht überschritten. Die voraussichtlichen Mehrkosten sollten demnächst benannt werden und die Stadt wolle Schadensersatzforderungen bei den beteiligten Firmen prüfen.

"Von Baumängeln zu reden ist nicht gut"

Aus dem Gemeinderat tönte vor kurzem der Vorwurf, das Bad sei von Baumängeln geplagt. "Die Fliesen sind zum Teil unsauber verlegt", gibt König zu. Die zuständige Firma müsse da "natürlich nachbessern", es dürfe nicht sein, dass scharfe Kanten aus dem Boden ragen. Das wäre dann aber auch schon alles, ansonsten habe er keine Kenntnisse von weiteren Baumängeln, so der Bürgermeister, weshalb er die Diskussion wenig hilfreich findet: "Von Baumängeln zu reden, wo es keine gibt, ist nicht gut." Sorgen bereite ihm vielmehr die Tatsache, dass die Fassade des Bades noch nicht rings herum geschlossen ist. Dadurch könnten die Arbeiten im Inneren des Gebäudes im Winter äußerst ungemütlich werden.

Laut Schmitz liegt man mit den Bauarbeiten zumindest "weitgehendst im Zeitplan". So seien zum Beispiel die Dusch- und Sanitäranlagen fast fertig. Anfang Januar sollen die ersten Tests laufen, im Februar geht das Bad dann angeblich für das Schul- und Vereinsschwimmen in Betrieb - an der mittlerweile auf März verschobenen Eröffnung ändert das alles aber natürlich nichts.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.