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Karlsruhe "SmarterCity KA": intelligente Ideen für Karlsruhe

Ein Touchscreen-Bildschirm in der Wohnung, um Einkäufe oder Essen auf Rädern zu bestellen. Eine Notfall-App für das Fest, die dem Besucher ohne Internetverbindung im Notfall die Ausgänge anzeigt. Informationen über Baustellen der Kombilösung, die durch Abfotografieren eines Barcodes abgerufen werden können. All diese Innovationen sollen den Karlsruher Bürgern das Leben erleichtern. Am Montag wurden die drei Projekte der Initative "SmarterCity" ausgezeichnet.

"SmarterCity Karlsruhe". So heißt eine Initiative der Stadt Karlsruhe gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft. Ihr Ziel ist es, "durch den effizienten Einsatz neuester Technologien die Lebensqualität für die Menschen und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen in der Stadt zu steigern", erläuterte Erste Bürgermeisterin Margret Mergen bei einer Pressekonferenz am Montag.

Intelligent und kreativ: Karlsruhe

Bereits vor zwei Jahren habe man diese Ziele zusammen mit Oberbürgermeister Heinz Fenrich formuliert, um bestehende Initiativen zu erweitern und einen größtmöglichen Nutzen für die Bevölkerung zu erzielen. "Smart" verbinde sie mit intelligent und kreativ, was zu Karlsruhe sehr gut passe, so Mergen weiter. "Die Initiative bündelt Projekte für intelligente Dienstleistungen und Infrastrukturen zur Information, Kommunikation und Mobilität sowie innovative Geschäftsmodelle."

Die Stadt und die Partner aus Wirtschaft und Forschung hätten dabei mehrere Konzepte bestimmt, die für mehr Lebensqualität sorgen sollen: Smart House, intelligente Mobilität, Leben in der Stadt, Kombilösung, Energie und Smart Culture. Projekte in diesen Sparten sollen in "lebenden Laboren" am Bürger getestet werden. Diese sechs Sparten habe ein rund 40-köpfiges Gremium beschlossen.  Im Rahmen der Vorstellung ehrte Mergen einige der Projekte und stellte diese vor.

"Alle ausgezeichneten Projekte erfüllen wichtige Kriterien: Bürger- und kommunaler Nutzen, sie sind visionär und innovativ, eine Umsetzung ist innerhalb von zwei Jahren möglich und ihre Finanzierung ist gesichert. Außerdem verfügen sie über Strahlkraft und Nachhaltigkeit", betonte Mergen.

Serviceangebote von der Wohnung aus nutzen

Ausgezeichnet wurde unter anderem das "Mietservice-Portal" der Volkswohnung. Dies sei ein mobiles, altersgerechtes, intuitiv bedienbares Gerät mit Touchscreen, so die Erste Bügermeisterin. Es solle den Kunden den Alltag erleichtern und Information, Kommunikation und Dienstleistungsangebote zusammenzubringen.

"Ausgewählt werden die Dienste zunächst von der Volkswohnung. Neue, sinnstiftende Angebote können auf Wunsch der Bewohner später jederzeit integriert werden", sagte Mergen. Ein zweimonatiger Testlauf habe bereits stattgefunden. Schadensmeldungen konnte man während der Testphase an die Volkswohnung übermitteln, ein Energie-Portal zeigte den Wasser- und Energieverbrauch an - direkt in der Wohnung über eine sichere Internetverbindung.

Hilfe vom Handy im Notfall

Eine Auszeichnung erhielt auch das Projekt "7Cloud - Security EVEnt Notfall Cloud" der Karlsruher Firma Yellowmap, das beim diesjährigen "Fest" getestet werden soll. Mit der "Cloud-Applikation" für das mobile und stationäre Internet sollen (Sicherheits-)Informationen zu Veranstaltungen in einer "Event Guide App" integriert werden. Diese Informationen sollen offline (ohne Internetverbindung) abrufbar sein, falls bei einem Notfall während eines Festivals das Mobilfunknetz ausfalle, so Bernhard Kölmel im Gespräch mit ka-news, Initiator und Projektleiter von Yellowmap.

"Das Programm soll Besucher frühzeitig über Fluchtwege oder aktuelle Sonderfahrpläne der Bahnen informieren", so Kölmel. Aber auch die Verkehrsgesellschaften könnten sich an Reaktionen der Besucher orientieren und einen frühzeitigen Ansturm besser verarbeiten. Außerdem wolle man das Programm auch mit sozialen Netzwerken und Inhalten verbinden.

Baustelleniformationen durch Abfotografieren aufs Handy

Schließlich wurde die "Kombilösung-Baustelleninformation" ebenfalls durch Mergen ausgezeichnet. "Wir bauen an allen Ecken und Enden", stellte sie fest. Es sei selbst für sie schwer, den Überblick zu behalten. Deshalb wolle man den Bürgern eine transparente Kommunikation bieten. Hierbei solle das Projekt der Kasig helfen. Durch "Mobiles Tagging" auf den Bauzäunen sollen Interessierte mehr Informationen über die Bauarbeiten an der entsprechenden Stelle erhalten.

"Dieses mobile Marketing bietet auf einem Gegenstand in der realen Welt einen Link, der die Nutzung von passenden Internetinhalten auf mobilen Endgeräten, wie Handys, ermöglicht", sagte Mergen. Fotografiere man die notwendigen Barcodes mit seinem Handy ab, übernehmen sie die Rolle eines Internet-Links und biete dem Nutzer Informationen in Form von Videos an. Eine erste Testphase sei für die Baustelle am Europaplatz geplant, bei der die "Deckelbauweise" per Video erklärt werden soll. Peter Lockemann vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sieht schon weiter in die Zukunft: Er könne sich vorstellen, solche Informationen auch über Spracherkennung und Sprachausgabe anzubieten. "Zum Beispiel für Leute, die das nicht lesen können." Das bedürfe aber großer Mittel und vieler Tests.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden außerdem die Projekte "SmartKita Anmeldung" und "eMobilitätszentrum".

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Kommentare (29)
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    08.06.2011 02:12 Uhr
    Witzig,
    da frag ich mich wieder mal wie wir vor 30 Jahren überleben konnten.

    Wenn die Leute ihren Blick weniger auf das Smartphone und mehr auf das richten würden was vor ihren Augen passiert, dann gäbs zB keine Strassenbahnunfälle. Unfälle im Individualverkehr (Fussgänger, Rad, Motorrad, Auto) wirds immer geben. Aber Strassenbahnen tauchen nicht aus dem Nichts auf. Und sie sind an einen gewissen Fahrweg gebunden.

    Jedes dieser bekloppten Apps macht die Leute noch blöder und unaufmerksamer. Starren auf den Bildschirm und wissen nicht mehr was um sie rum passiert. Wenn ich eine Baustelle sehen will, dann geh ich hin und guck. Wenn irgendwo was kontrolliert wird, dann wird ein Riesengeschrei gemacht. Freiheitsberaubung, Polizeistaat, Diktatur! Aber Apps, über die jeder grad gucken kann was wer macht, das wird als bahnbrechende Lösung und super Service verkauft.

    Volldeppen.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    08.06.2011 02:25 Uhr
    Sich beim CSD
    im Lederoutfit und beim Arschraushängen fotografieren lassen und dann rumflennen wenn man montags vom Chef einbestellt wird.
    Auf zig Internetplattformen mit Kreditkarte handeln und sich wundern wenn man gehackt wird.
    In der Kneipe ein Elefantenschnitzel mit fünf Kilo Pommes für 3,50 ordern und sich wundern warum es nicht schmeckt. Und dann noch die Bedienung anmotzen.
    Den ganzen Tag fünf Fernseher, drei Computer und 1000 Watt Licht brennen lassen und sich über die Stromrechnung aufregen.

    Endlos fortsetzbar, dieses Geflenne. Am Schluss sind die Politiker schuld. Immer.

    Worum gings eigentlich?
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  •   silberahorn
    (10546 Beiträge)

    08.06.2011 02:47 Uhr
    .
    Hallo auch schon wach?
    Es ging drum, dass Verbracherschützer immer noch nicht durchgesetzt haben ein Warnschild beim Verkauf von Kühlschränken durchzusetzen:
    Vorsicht! Der angegebene jährliche Stromvebrauch hat ein Haltbarkeitsdatum bis xxx.
    Empfehlung: Kaufen Sie zusätzlich Äpps die darauf hinweisen entweder rechtzeitig ein vorzuschaltendes Stromverbrauchsmessgerät und dessen Preis/Leistungsverhältnis zu
    erfragen oder ein neues Kühlgerät zu kaufen und den Hinweis auf umweltgerechte Entsorgung zu erfahren.
    Neueste Verbesserung der Kommunikation mt unserem Servicecenter:
    sagen sie Ömm, statt die Zahl 2 auf der Telefontastatur zu drücken.
    Vermeiden Sie in dieser Zeit aber bitte altersbedingte Fürzchen von sich zu geben und rülpsen Sie nicht.
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  •   silberahorn
    (10546 Beiträge)

    08.06.2011 03:10 Uhr
    a u
    es fehlen ein "a" und ein "u".
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  •   abakus
    (1066 Beiträge)

    07.06.2011 21:31 Uhr
    Baustelleninfo
    Am Euro kann ich dann also nachlesen, wie es in der Theorie gehen sollte und kann sofort vergleichen, wie es in der Praxis läuft. Da kann ich mir auch die App vom nordkoreanischen Staatsfernsehen runterladen. Nach 14 Monaten Bauzeit hat man da schon 12 Monate Verspätung. Ich wär für ne neue Baustellenampel, die anzeigt ob der Bau im Finanz- und Zeitplan ist.
    Und die 7Cloud scheint eher eine weitere Überwachungsfunktion zu sein: wenn die Verkehrsgesellschaften früher die Reaktionen der Besucher kennen, dann kann dies ja eigentlich nur über eine Positionsbestimmung passieren. Und das übermittelt man danna uch noch an soziale Netzwerke. Was hat das mit Sicherheit zu tun? Große Schilder bringen da wohl mehr. Man stelle sich nur bildlich 10.000 Leute vor, die auf ihrem Handy den Notausgang suchen...
    Aber egal, die Projekte nützen Bürgern und der Kommune und sie haben Strahlkraft und Nachhaltigkeit... Oh Mann, mir kommt das K****
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  • unbekannt
    (8066 Beiträge)

    07.06.2011 20:03 Uhr
    Ich
    hätte noch eine intelligente Idee für Karlsruhe(r)( Innen). zwinkern

    Das "Frühwarn-App", nein nicht den Wecker..... zwinkern

    - Achtung es fahren Bahnen in KA
    - Achtung es fahren Autos in KA
    - Achtung es fahren Radfahrer in KA
    - Achtung, Ampeln haben Sinn
    - Achtung es gibt Leute die euch ärgern wollen
    - Achtung, Fenrich ist immer noch Bürgermeister
    - Achtung, die U-Strab wird gebaut
    - Achtung: Sie leben in Karlsruhe

    Erst wenn diese Apps angekommen sind sollte der "gemeine" Karlsruher sich Gedanken über neue "intelligente" Apps machen.

    Wer Ironie gefunden hat, hat nicht lange suchen müssen.
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  •   ALFPFIN
    (7400 Beiträge)

    07.06.2011 17:10 Uhr
    Habe ich das richtig verstanden,
    ich stelle mich an den Bauzaun, in denen ja heute Durchblicke extra angeordnet sind, kann zusehen, was gerade an der Baustelle läuft, fotografiere die Barcodes vom Zaun, um dann zu Hause über Internet zu schauen, was gerade gelaufen ist, als ich dagestanden bin, und geguckt hab, was gerade läuft. Fällt mir nix mehr dazu ein. grinsen
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  •   silberahorn
    (10546 Beiträge)

    07.06.2011 16:33 Uhr
    .
    Spracherkennung und Sprachausgabe grinsen
    Ist zwar schon ein Weilchen her, dass ich mir das Tippen sparen wollte. Ich hoffe doch, dass in der Zwischenzeit die Qualitäten besser sind.
    Aber lustig war es, wie das Programm ganz einfache Wörter immer in militärische Begriffe umwandelte. Man hat sofort gemerkt, wo das entwickelt wurde.
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    07.06.2011 16:51 Uhr
    Ja, ja...
    ganz militärisch: Und aus "Maustreiber" wurde "masturbiere"... zwinkern Jungs halt.
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  •   silberahorn
    (10546 Beiträge)

    07.06.2011 17:17 Uhr
    joka,
    ist dir Lewis Mumford ein Begriff? Der hatte in seinen Werken tatsächlich manchmal auch ein Frauenbild bei dem ich platt war. Erkennbar aus einer anderen Zeit.

    Dessen Schriften habe ich in so ein Programm eingelesen. grinsen Was da rauskam und WARUM das Programm mich bei der fünften Korrektur noch nicht verstanden hat - das war schon fast Sabotage eines ernsthaften Umgangs mit dem Thema Technikgeschichte. grinsen
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