Karlsruhe Sicherheit im Wildpark

Das Verhältnis zwischen Fans und Polizei ist nicht immer leicht (Archivfoto: ka-news)
Die Sicherheit der Zuschauer beim KSC ist nicht erst nach den Spielen gegen Stuttgart oder Dresden ein heiß diskutiertes Thema. Am Sonntag starten die Blau-Weißen in die Saison und das Sicherheitskonzept steht auf dem Prüfstand.

Heute präsentierten die Polizei und der Karlsruher SC im Polizeipräsidium ihr Sicherheitskonzept für die anstehende Spielzeit. Der Leitende Polizeidirektor Roland Lay sprach von "einer bundesweit aktiveren Szene", die "schon in der vergangenen Saison zu schwierigeren Einsätzen der Polizei führte". 40 Prozent mehr Einsätze mussten die Beamten im vergangenen Spieljahr verbuchen, und bei der Partie gegen Cottbus waren mit 520 Einsatzkräften die meisten Beamten vor Ort. Szenen wie in den Spielen gegen Dynamo Dresden (ka-news berichtete) oder jüngst beim Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart (ka-news berichtete) sollen in dieser Saison nicht mehr passieren.

Videoüberwachung im Wildpark muss verbessert werden

Gegen Stuttgart wurden nach der Begegnung über 200 Personen festgenommen. "Wir werden konsequent gegen sogenannte Fans vorgehen, die beispielsweise Leuchtraketen abschießen", versprach Lay. So soll ein neu installiertes Netz zwischen Gästeblock und Gegengerade eine dieser Sicherheitsvorkehrungen sein. Beim KSC-Heimspiel gegen Dresden fehlte dieses Netz noch und es wurden aus beiden Fanlagern Leuchtraketen in die jeweiligen Blöcke abgefeuert. Die Polizei konnte bis heute noch keinen Dresdner ermitteln, der eine Rakete Richtung KSC-Fans schoss. Hierfür waren die Videoaufnahmen nicht aussagekräftig genug.

Der KSC verfügt laut Polizei auch über ein gewaltbereites Spektrum (Foto: ka-news)
Damit zeigt sich schon ein Problem der Sicherheitskräfte. Im Wildparkstadion überwachen drei fest installierte Kameras das Geschehen auf den Rängen. Für den Außenbereich vor dem Stadion fehlt eine Videoüberwachung gänzlich. Hier muss nach Meinung der Polizei etwas geschehen: So ließen sich schon im Vorfeld gewaltbereite Personen aussortieren. In der kommenden Spielzeit sollen vor allem durch konsequentes Handeln - wie beispielsweise Platzverweise und die stärkere Präsenz von Beamten an Brennpunkten wie dem Durlacher Tor oder vor dem Gästebereich - die Einsatzziele der Polizei umgesetzt werden. Zudem werden stark alkoholisierte Fans nicht mehr ins Stadion gelassen.

Der KSC hat rund 200 gewaltbereite Fans

Drei Begegnungen in der kommenden Saison sind jetzt schon sogenannte Problemspiele: die Partien gegen Cottbus, Rostock und Dresden. Auch auf zwei KSC II-Spiele in der Regionalliga Süd hat die Polizei ein gesondertes Auge: gegen Darmstadt und 1. FC Kaiserslautern II. Drei Partien in der zweiten Liga wie zum Beispiel gegen den TSV 1860 München sind kritisch, die weiteren Partien wie am Sonntag gegen die Sportfreunde Siegen gelten als unproblematisch. Allein für die erste Gruppe werden neben den Polizeikräften noch zusätzlich 300 Ordner im Einsatz sein. "Das sind über die gesamte Saison bis zu 70.000 Euro an Mehrkosten für den Verein", bestätigte KSC-Manager Rolf Dohmen.

Für die Polizei gelten zirka 200 Fans der Karlsruher Szene als gewaltbereit. Davon gehören rund 80 der Kategorie C und der Rest der Kategorie B an. Darüber hinaus besteht die KSC-Fanszene aus rund 3.400 sogenannten erlebnisorientierten Anhängern, die sich nach Meinung der Polizei durchaus auch einmal mobilisieren lassen würden, um an Krawallen teilzunehmen. Dann sieht die Karlsruher Polizei noch 10.000 bis 15.000 so genannte friedliche Fans, die vor den "Chaoten" auch beschützt werden müssen. Für Dohmen ist der Großteil der KSC-Fans aber friedlich: "Wenn ist es nur eine kleine Gruppe, die auf Randale aus ist. Auch Supporters-Vorstand Martin Löffler verurteilt Gewalt unter den KSC-Fans". Deshalb darf man auch nicht alle KSC-Fans über einen Kamm scheren.

Umbau oder gleich ein neues Stadion?

Rolf Dohmen: "Der KSC und die Polizei arbeiten sehr gut zusammen"
(Foto: ka-news)
Die Infrastruktur des Wildparkstadions bereitet der Polizei Kopfzerbrechen, und auch Dohmen macht sich so seine Gedanken. Vor allem durch den einzigen Parkplatz, wo beide Fangruppen parken, und den gemeinsamen Weg, entweder über den Schlossgarten oder vom Durlacher Tor aus, kann es zu Zwischenfällen kommen. Doch da sind die Verantwortlichen an die Gegebenheiten im Wildpark gebunden. Dies ändert sich auch nicht mit einem möglichen Umbau des Stadions. "Deshalb muss man sich schon Gedanken machen, ob man sich nicht ein neues Grundstück sucht, wo die Infrastruktur besser ist", so Dohmen. Eine Bauruine "Wildparkstadion" will er aber auf der anderen Seite auch nicht.

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