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Karlsruhe Schwabenstreich: "Karlsruher Steuergelder werden bei S21 verbuddelt"

Der Protest gegen das umstrittene Bahn-Projekt Stuttgart 21 ist nun auch in Karlsruhe angekommen: Seit Montag solidarisieren sich auf dem Marktplatz abendlich Unterstützer des Protests gegen den Bahnhofsabriss in der Landeshauptstadt - und tröten 60 Sekunden gegen das Bauvorhaben an.

Initiator der Aktion ist der gebürtige Stuttgarter Felix Schmidt-Eisenlohr. Er lebt inzwischen seit 11 Jahren in Karlsruhe und ist der Meinung, dass dieses "unnötige Milliardenprojekt" auch die Badener etwas angeht.

"Kostenprognosen werden gnadenlos gesprengt"

"Das Vorhaben schadet nicht nur den Stuttgartern", betont er. Auch Karlsruher Steuergelder würden dort verbuddelt, denn das Land Baden-Württemberg trägt einen wesentlichen Anteil der Kosten. "Überhaupt werden die Kostenprognosen gnadenlos gesprengt", warnt er.

Kalkuliert war das Mammutprojekt ursprünglich mit 2,8 Milliarden Euro. Im Dezember 2009 musste diese Zahl zum wiederholten Mal nach oben korrigiert werden: Man geht nun von 4,088 Milliarden aus. "Und das wird nicht reichen", meint Schmidt-Eisenlohr. Gemeinsam mit der Neubaustrecke liege der Betrag etwa bei elf oder zwölf Milliarden Euro.

Aber nicht nur die finanzielle Seite erzürnt den Initiator und seine Unterstützer. "Hauptsächlich wird nach dem Bau verkehrstechnisch ein neues Nadelöhr entstehen", erklärt Schmidt-Eisenlohr. Abgesehen davon werde für die Realisierung des neuen Durchgangsbahnhofes das denkmalgeschützte Hauptbahnhofsgebäude abgerissen und auch der Stuttgarter Schlossgarten teilweise durchquert.

Karlsruher kennen das Problem

Die Karlsruher hätten den Protest auf dem Marktplatz bislang mit gemischten Gefühlen aufgenommen, weiß Schmidt-Eisenlohr zu berichten. "Die Passanten reagieren sehr überrascht", erzählt er. Aber dennoch blieben viele stehen und interessierten sich für die Flyer und Ausführungen der Demonstranten. "Viele verstehen unsere Skepsis vor dem Hintergrund der Kombilösungs-Debatte", meint er. Auch die Proteste gegen das Kasig-Projekt seien weitgehend ignoriert worden - genau so gehe es den Stuttgartern.

Auch heute Abend (und noch bis einschließlich Freitag) wollen die "Solidar-Schwaben" auf sich aufmerksam machen: Um 19 Uhr geht es bei der Pyramide auf dem Marktplatz los. Mit im Gepäck haben sie Trillerpfeiffen, Vuvuzelas und Rasseln - eben alles, was Krach macht.

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  • unbekannt
    (33 Beiträge)

    26.08.2010 18:40 Uhr
    schwaben
    naja, kein schwabe kann was dafür, so einschreckliches schicksal zu haben...schwabe zu sein
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  •   Karlsrulez
    (336 Beiträge)

    26.08.2010 15:07 Uhr
    Solidarschwaben.....
    ..bei sowas krieg ich schon beim lesen das kotzen....

    BADEN - sonst nix !!!!
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  • unbekannt
    (1429 Beiträge)

    26.08.2010 15:46 Uhr
    Dummkopf!
    Es wird zeit endlich dieses Dummgelaber abzustellen. Nur weil die es tun müssen wir uns mit denen nicht auf eine Stufe stellen. Geh mal ne runde nachdenken. Du willst doch selber nicht als Hohlbrenner da stehn oder ?

    Achso ja, geh mal Baden - ja zwinkern
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  •   Karlsrulez
    (336 Beiträge)

    26.08.2010 23:47 Uhr
    was bist denn du für einer ??
    ..hast wohl den Knall net gehört....vollpfosten....
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    26.08.2010 14:22 Uhr
    Es gehört wirklich ein Gesetz her
    dass bei Kostenüberschreitungen um mehr als x% die ursprünglich schätzenden Politiker Ämter und passives Wahlrecht verlieren. In vielen Fällen werden die einst planenden dann ohnehin nicht mehr im Amt sein, aber es gibt wohl kaum eine andere Möglichkeit, um nach und nach wieder Vertrauen in Planung und Umsetzung von Großprojekten herzustellen.
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  •   Bonsai
    (444 Beiträge)

    26.08.2010 13:31 Uhr
    Smallwood Kommentar stimmt!!!
    Da zahlen net nur wir Karlsruher mit. Dafür darf jeder einzelne Steuerzahler in diesem land aufkommen....
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  •   Bonsai
    (444 Beiträge)

    26.08.2010 13:24 Uhr
    Demos meinetwegen - es wird sich aber leider...
    Ich halte von den ganzen Demos net viel, da sie nix bringen. So lange es sachlich bleibt, meinetwegen. Es ist aber schon erschreckend, wenn die mit der Planung von S21 tätigen Personen davor warnen das Ding zu bauen. Das sollte eigentlich auch einem Württemberger zu denken geben... Ein zweites Köln brauchen wir nicht unbedingt!!! Aber zurück können se jetzt halt auch net mehr..., sonst könnten die alle ihren Hut nehmen, was aber keiner will, weil sonst die Bezüge gekürzt werden und es der politische Tod bedeuten würde.
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  • unbekannt
    (1401 Beiträge)

    26.08.2010 13:49 Uhr
    Fehler eingestehen
    Also mir wäre ein Politiker, der (sich) einen Fehler eingesteht und dazu steht, lieber als einer, der mit dem Kopf durch die Wand will, koste es was wolle. Warum sollte der also zwangsläufig seinen Hut nehmen müssen?
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  •   Bonsai
    (444 Beiträge)

    26.08.2010 13:54 Uhr
    .
    Mir natürlich auch!!! Aber hat man das in der letzten Zeit von unseren Volksvertretern mal erlebt - NEIN. Bestes Bsp. ist der kleine dicke OB Sauerland aus Duisburg.
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  •   teflon
    (2497 Beiträge)

    26.08.2010 13:01 Uhr
    Was soll das peinliche Demo-Geschrei:
    mit dem Kombi-Tunnel-Tralala-Unsinn bekommt Schilda ja "Stuttgart 21 light" verpasst.

    In Stuttgart schert man sich einen Dreck um die ehemalige Residenz, die langsam aber sicher in der völligen Bedeutungslosigkeit versinken wird...fragt mal einen Auswärtigen z.B. aus den neuen Bundesländern, ob er mit dem Namen "Karlsruhe" was anfangen .. bei "Stuttgart" aber mit 100%tiger Sicherheit ja.

    Zu Glück muß ich in dem Affenstall namens Schilda seit 1996 nicht mehr leben
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