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[AUTOR]Ein Bericht von Nina Dürr[/AUTOR] Salem Salem in Gefahr

Gibt Bernhard Prinz von Baden Salem auf?
(Foto: ka-news)
30 Millionen Euro Schulden lasten auf Schloss Salem, das nun unmittelbar vor dem Verkauf an private Investoren steht. Bernhard Prinz von Baden traue es dem Land Baden-Württemberg nicht mehr zu, das Schloss als öffentlich zugängliches Kulturgut zu erhalten. Seit der Verkauf einiger Kulturschätze aufgrund heftiger Proteststürme gescheitert ist (ka-news berichtete), gibt es wohl keine Chance mehr aus den Schulden rauszukommen, so Bernhard Prinz von Baden gegenüber ka-news.

Das historische Schloss Salem lockt jährlich rund 130.000 Besucher an und beherbergt seit 1920 ein weltbekanntes Internat. Eine Lösung durch politische Hilfe, wie es bis vor kurzem noch angedacht war, sei aus Zeitgründen nicht mehr denkbar, so der Prinz. Er sei fest entschlossen bis zum 31. Dezember dieses Jahres die Schulden abzulösen, was nur noch durch eine Abkoppelung zu erreichen sei. Erstes Ziel, so das Adelshaus, sei ein Stiftungserlös für das Kulturerbe.

Landesregierung wartet Gutachten ab

"Das Land führt zurzeit Gespräche mit dem Haus Baden über das Schloss Salem. Bernhard Prinz von Baden hat ein renommiertes, privates Immobilienunternehmen beauftragt, Schloss Salem zu begutachten, das heißt den objektiven Wert des Kulturdenkmals und der Immobilie festzustellen. Das Gutachten wird in den nächsten Wochen vorliegen. Nach Kenntnisnahme der Expertise wird die Landesregierung über das weitere Vorgehen beraten." so eine Sprecherin des Finanzministeriums heute in Stuttgart.

70 Millionen für großherzogliche Sammlung

Durch einen Vergleich wollte das Land Baden, den Fortbestand des Schlosses sichern (ka-news berichtete). Der Besitz sollte in eine gemeinnützige Stiftung einbracht werden und als Ausgleich für den Verzicht auf die ehemals große Sammlungen vom Land 70 Millionen erhalten. Durch Proteste, die der geplante Verkauf der Handschriften, in Karlsruhe ausgelöst hat, konnte diese Idee nicht verwirklicht werden.

Das Ergebnis, einer vom Land eingesetzten Expertengruppe wurde im Spätherbst erwartet, werde sich nach Angaben der Landesregierung aber noch verzögern, was die Lage noch verzwickter mache. Seit einem Jahr wird versucht, die Eigentumsrechte an Bildern, Handschriften und anderen Kulturgütern, deren Wert insgesamt auf bis zu 300 Millionen Euro geschätzt wird, zu klären. "Das Dilemma ist da, aber es ist nicht alternativlos", so Prinz Bernhard gegenüber ka-news.

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