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Karlsruhe Recyclingpapier: Karlsruher Hochschulen alles andere als Vorreiter

Die Grünen-Abgeordneten Gisela Splett und Renate Rastätter weisen darauf hin, dass die Karlsruher Hochschulen in Sachen Recyclingpapier noch großen Nachholbedarf haben. Das ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der beiden Parlamentarierinnen.

Allein Deutschland verbraucht heute mehr Papier als der afrikanische und südamerikanische Kontinent gemeinsam und zählt damit weltweit beim Pro-Kopf-Verbrauch zu den Spitzenreitern. Die Verwendung von Recyclingpapier wäre Teil einer umweltfreundlichen Beschaffung, da bei seiner Herstellung erheblich weniger Ressourcen verbraucht werden (siehe auch: Initiative fordert Recycling). Laut der Pressemitteilung des Landtags sprechen die sachlichen Argumente ohnehin für Recyclingpapier: es ist ökologisch vorteilhafter, in der Regel kostengünstiger und erfüllt - bei richtiger Auswahl - alle Qualitätskriterien. So berücksichtigt das Umweltzeichen "Blauer Engel" bei Papier nicht nur die Herkunft der Rohstoffe, sondern auch weitere Umweltaspekte sowie die Gebrauchstauglichkeit bis hin zu Anforderungen an die Haltbarkeit.

Dass hohe Recyclingpapieranteile problemlos möglich sind, zeigen positive Beispiele wie beispielsweise die Universitäten Konstanz und Freiburg. In Konstanz wird Recyclingpapier nahezu flächendeckend eingesetzt; Ausnahmen bestehen beispielsweise für Urkunden und "Repräsentationsschreiben". In Freiburg hat man den Recyclingpapieranteil innerhalb weniger Jahre auf 75 Prozent erhöht.

Ganz anders ist die Situation in Karlsruhe: Hier liegt der Recyclingpapieranteil in der Druckerei bei nur fünf bis zehn Prozent, im Rechenzentrum sind es zwischen zehn und 15 Prozent, in der pädagogischen Hochschule liegt die Quote bei zirka 15 Prozent und an der Hochschule Karlsruhe wird gar kein Recyclingpapier verwendet. Splett und Rastätter weisen darauf hin, dass Vorschriften wie die Beschaffungsanordnung, die Umweltschutz als allgemein verbindlichen Beschaffungs-und Vergabegrundsatz vorschreibt, auch für die Hochschulen des Landes gelten. "Wir fordern, dass endlich Ernst gemacht wird mit umweltfreundlicher Beschaffung. Es ist ein Armutszeugnis, wenn die Hochschulen hier gegenüber Landesbehörden und anderen Einrichtungen hinterherhinken", so die Parlamentariarinnen.


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  •   tessarakt
    (2356 Beiträge)

    03.04.2009 20:18 Uhr
    Wieso Nachholbedarf?
    Dazu müßte das das Ziel sein.

    Im RZ haben die mal Umweltpapier in den Poolraumdruckern gehabt. Und das war _nicht_ weiß.
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