Karlsruhe Räumung unausweichlich?

Kottin-Uhl ist gegen die Räumung der Schwarzwaldstraße 79 (Foto: pr)
In einem Brief an Oberbürgermeister Heinz Fenrich fordert Sylvia Kotting-Uhl, Karlsruher Bundestagsabgeordnete, das Stadtoberhaupt auf, die geplante Räumung der Schwarzwaldstraße 79, besser bekannt als Ex-Steffi, noch einmal zu überdenken.

So könne man das autonome Kulturprojekt Ex-Steffi, das aus der "Besetzung" der Liegenschaften der Evangelischen Stadtmission in der Stephanienstraße im Jahr 1990 entstanden ist, politisch durchaus sehr verschieden bewerten.

"Szenarien heraufzubeschwören, die eine öffentliche Gefahr andeuten, trugen in der Vergangenheit nicht gerade dazu bei, sich dem Projekt ohne Vorurteile auch unter anderen Gesichtspunkten zu nähern - zum Beispiel der Tatsache, dass es intern deutliche Bemühungen um eine kulturelle Ausgestaltung gibt und dass einige junge Menschen in diesem Projekt zeitweise einen Bezugspunkt gefunden haben, ohne den sie auf der Straße gelandet wären", gab das Mitglied des Deutschen Bundestags zu bedenken.

"Suche nach Alternativstandort soll fortgesetzt werden"

So wäre eine Zwangsräumung Anfang Februar ein Signal, dass man auch jugendpsychologisch durchaus in Frage stellen könnte, da es sich bei dem Projekt Ex-Steffi für die einzelnen Mitglieder ganz offensichtlich um ein Lebensphasen- und Lebensfindungsprojekt handle. "Nicht nur aus der Erfahrung meiner langjährigen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen heraus räume ich diesem Aspekt eine hohe Bedeutung ein. Ich schließe mich daher den Argumenten der Karlsruher Gemeinderatsfraktion der Grünen an, die sich gegen Vollstreckung des Räumungstitels und Abriss der Gebäude Schwarzwaldstraße 79 ausspricht", machte Kotting-Uhl deutlich.

"Außerdem appelliere ich an Oberbürgermeister Heinz Fenrich, mit dem Verein Selbstbestimmtes Leben weiter zu verhandeln. Des Weiteren sollte die Suche nach einem Alternativstandort fortgesetzt werden. Ein Runder Tisch mit allen an dieser Sache Beteiligten kann dazu beitragen, eine andere Alternative bezüglich des Vereins Selbstbestimmtes Leben und der Liegenschaft Schwarzwaldstraße 79 zu finden und einen liberaleren Umgang der Stadt mit dieser Kultur- und Lebensform zu ermöglichen", erklärte Kotting-Uhl abschließend.

Die Grünen-Fraktion des Karlsruher Gemeinderats hatte in einem offenen Brief einen runden Tisch vorgeschlagen (ka-news berichtete). Das daraufhin anberaumte Gespräch zwischen den Bewohnern der Ex-Steffi und der Stadtverwaltung findet am kommenden Freitag statt. ka-news wird Sie über die neuesten Entwicklungen informieren.

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