Karlsruhe "Platz der Grundrechte"

An historischen Gebäuden, bekannten Plätzen oder Straßen, am ehemaligen Standort der Synagoge und an anderen bedeutsamen Orten wird ein Kunstprojekt der Stadt Karlsruhe im Rahmen der Bewerbung für die Kulturhauptstadt 2010 entstehen. Gemeinsam mit dem bekannten Künstler Jochen Gerz soll das Kunstwerk ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Kulturhauptstadt sein. "Wie definiert sich der Begriff 'Recht'?", fragt sich Gerz. Scheinbar eindeutig, aber dennoch gar nicht einfach zu beantworten: Der Künstler will gemeinsam mit den Karlsruhern eine Antwort darauf finden. Seit Anfang 2002 beschäftigt sich Gerz im Auftrag der Stadt Karlsruhe mit dem Projekt.

Gerz stellte zunächst Juristen und prominenten Bürgern der Stadt - wie der ehemaligen Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes Jutta Limbach oder dem Philosophen Peter Sloterdijk - Fragen zum Einfluss von Recht auf die Gesellschaft. Weitere Interviewpartner waren konträr dazu Bürger, die in ihrem Leben bereits straffällig geworden sind. Aber auch Karlsruher, die weder beruflich noch privat in Berührung mit dem Gesetz gekommen sind gehörten zu den Befragten. So entstanden 48 Aussagen, die auf 24 emaillierten Metallschildern zentral auf dem "Platz der Grundrechte" aufgestellt sowie in der Stadt verteilt werden: denn das öffentliche Kunstwerk wird es doppelt geben.

Karlsruher Bürger entscheiden, was passiert

Wo das Schildermeer zu Recht und Gerechtigkeit entstehen wird, entscheidet der Gemeinderat im Spätsommer.Ganz allein die Karlsruher Bürger entscheiden hingegen, wo Aussagen wie "Ihrem Wesen nach sehnt sich die Gesellschaft nach Recht" oder "Ich wollte alles mitmachen, alles kennenlernen, vor allem das Verbotene" die Stadt schmücken werden. In drei verschiedenen Foren versammelten sich Karlsruher in der vergangenen Woche, um jeweils über acht Standorte abzustimmen. Die Idee stammte von Gerz. Er wollte damit den Bürgern die Chance geben, ihre Stadt zu gestalten und den Plätzen neue und persönliche Bedeutung zuzuweisen. Ziel des Kunstprojektes sei es, so der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich "die Grundwerte unserer Gesellschaft in ihrer Bedeutung für jeden einzelnen bewusst zu machen."

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