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Karlsruhe Planfeststellungsbeschluss: Grünes Licht für die Südostbahn

Sie ist ein weiterer Meilenstein im Spatenstich-Marathon der Verkehrsbetriebe (VBK): Die Südostbahn. Nun hat das Regierungspräsidium (RP) grünes Licht gegeben, der Planfeststellungsbeschluss ist erlassen - es kann endlich losgehen. Schon im Februar 2011 fliegt die erste Schaufel Erde, Ende 2012 soll die Strecke dann in Betrieb genommen werden, die Zeit drängt.

Auf rund zwei Kilometer erstreckt sich die neue Anbindung im Südosten der Stadt, vier Haltestellen bringt sie mit: Darunter "Am Schloss Gottesaue" und "Ostendstraße".

"Diese neue Strecke bietet zukünftig eine schnelle Verbindung für Bewohner der Südstadt, Südoststadt und Oststadt, aber auch für die über 2.000 Schüler des Berufsschulzentrums der Friedrich-List-Schule", erklärt Regierungsvizepräsidentin Gabriela Mühlstädt-Grimm bei der Übergabe des Beschlusses an VBK-Geschäftsführer Walter Casazza und Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Sie fungiere außerdem als "Kulturlinie" zum Kreativpark entlang der nördlichen Schlachthausstraße, zur Musikhochschule und zum Staatstheater.

"Wir lassen uns das etwas kosten"

"Das innerstädtische Straßenbahnnetz erfährt mit der Straßenbahn Südost eine Aufwertung, die sicher ganz schnell für viele neue Fahrgäste sorgen wird", ist sich Fenrich sicher. Genau wie der OB blickt auch Walter Casazza vor allem auf die steigende Attraktivität des ÖPNV-Angebotes durch die Südost-Trasse. "Der Anschluss ist nicht so ganz einfach, aber wir lassen uns das trotzdem etwas kosten". Gleisdreiecke müssten sowohl in der Tulla- wie auch in der Baumeisterstraße zu Gleisvierecken ausgebaut werden - rund 30 Millionen Euro kostet das gesamte Projekt. 20 Millionen werden dabei vom Land bezuschusst, das sind weniger als 70 Prozent. "Planungsarbeiten sind eben nicht bezuschussungsfähig, das ist normal", erläutert er.

Der Neubau beginnt im kommenden Jahr in der Baumeisterstraße an der Kreuzung zur Rüppurrer Straße. Über die Philipp-Reis-und die Henriette-Obermüller-Straße, unter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hindurch, führt die Trasse auf die Ludwig-Erhard-Allee. Dort erreicht sie am östlichen Ende den Kreisel, der in einem leichten S-Bogen gequert wird. Schließlich wird die gesamte Schlachthausstraße bis zur Tullastraße durchfahren, deren nördlicher Teil dann künftig nur noch Fußgängern, Radfahrern und der Straßenbahn zur Verfügung steht. Während der Bauarbeiten werde außerdem die "runde Kreuzung", wie der Kreisverkehr bei Stadtplanern genannt wird, zwar beeinträchtigt (ab Juni 2011), bleibe aber durchgehend passierbar. Lediglich die Walze müsse weichen und werde an einem anderen - noch unbekannten - Ort wieder aufgebaut.

Angst vor Kurvenquietschen unbegründet

Rund ein Jahr hat das Planfeststellungsverfahren gedauert. Nachdem es Ende Dezember 2009 durch die Stadt Karlsruhe eingeleitet wurde, mussten zunächst 30 private Einwendungen und 31 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange, Verbänden und sonstigen Stellen eingearbeitet werden. Diese führten zu einer Überarbeitung der Planungsunterlagen: Insbesondere wurden die Rasengleise in den Parkanlagen und verschiedene Kreuzungsbereiche sicherer gemacht.

Zusätzlich überprüfte das RP als Planfeststellungsbehörde Fragen möglicher Lärm- und Erschütterungsbeeinträchtigungen sowie unzumutbare verkehrliche Beeinträchtigungen südlich der Ludwig-Erhard-Allee. Dort befürchten Anlieger unzumutbare Beeinträchtigungen durch Lärm, insbesondere durch Kurvenquietschen. Dies soll jedoch durch moderne Schienenbefeuchtungsanlagen auf ein Minimum reduziert werden - es bestehe kein Grund zur Sorge, versicherte Casazza. Der Planfeststellungsbeschluss liegt übrigens vom 7. bis zum 21. Dezember beim Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe, Lammstraße 7, 1. OG, Zimmer D114, während der allgemeinen Dienststunden für jedermann zur Einsichtnahme aus.

 
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Kommentare (43)
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    07.12.2010 23:27 Uhr
    Weil da
    viele Linien lang führen und man die Züge so morgens ohne Anfahrtsverlustzeit in die Umlaufbahn bringen kann.

    Die Bewohner dort haben zum Ausgleich eben auch das gute ÖPNV-Angebot.

    Es ist wie bei der Autobahn. Bei der muss der nächste Punkt zum eigenen Häsuchen auch eine Auffahrt sein und genau so weit aber nicht weiter entfernt sein, dass man in einer lauen Sommernacht bei offenem Fenster keinen Lärm mehr vernehmen kann; bei Abweichungen wird brutalstmöglich gemotzt.

    Und so ist es auch bei den großen innerstädtischen Straßen.

    Die Lösung für vieles, weil flexibel, günstig, schnell auf innerstädtischen Distanzen und lärmfrei wäre das Fahrrad. Aber das nutzen ja nur Terroristen und deren Sympathisanten. Wobei... günstig... wenn ich alles aufliste an Aufwänden, um mit dem Fahrrad mobil zu sein, komme ich an die 10 Cent/km ran. Damit ist das Rad nicht viel günstiger als der KVV.
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  •   Sput
    (1023 Beiträge)

    07.12.2010 14:27 Uhr
    Und nochmal hm...
    ... das Gleisviereck in der Rüppurrerstraße ist doch schon fast fertig, und die Baumaßnahmen beginnen natürlich nicht in der Baumeisterstraße, sondern in der Phillip-Reis-Straße... *klugscheiß*
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  •   mueck
    (12410 Beiträge)

    07.12.2010 16:40 Uhr
    !
    Wobei diesem Gleisviereck leider eine Kurve fehlt ...
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  •   Sput
    (1023 Beiträge)

    08.12.2010 10:02 Uhr
    Ich...
    ... hatte mich gefragt, ob man das wegen des großen alten Baumes weggelassen hat, der dieser Kurve im Wege stehen würde...

    Hat man eigentlich für die nördliche Kurve auch einen der großen Bäume fällen müssen? Mir war als wäre da auch einer im Weg gestanden, habe aber von Fällarbeiten nichts mitbekommen und leider auch versäumt, die Bäume vorher/nachher zu zählen...
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  •   bergdoerfler
    (1692 Beiträge)

    07.12.2010 12:52 Uhr
    Schade dass hier keien tunnellösung geplant wurde,...
    könnte man den Kreisel unterfahren.
    @mueckle Ist eine Verlängerung der Strecke in Richtung Ottostraße, Auerstraße, dort Verbidung mit Trasse der Tram 2, geplant? Wäre auch für die Autohäuser in dieeser Gegend ein Novum.
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  •   mueck
    (12410 Beiträge)

    07.12.2010 16:40 Uhr
    !
    Es ist ein optionales Gleisdreieck im Plan drin, das zielt aber Richtung Gleisbauhof. Das ist noch ein Relikt aus einer Zeit, als man noch die S31 Bruchsal-Durlach-Gleisbauhof-EttlingerTor-Bahnhofsvorplatz-Rüppurr-Erbprinz-Bruchhausen-Rastatt führen wollte...
    Wer erkennt den kleinen Haken, warum das nicht mehr gehen wird?
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1401 Beiträge)

    07.12.2010 16:51 Uhr
    Haken
    Bruchsal-Durlach-Gleisbauhof-EttlingerTor-Fahrstuhl nach unten-Bahnhofsvorplatz-Rüppurr-Erbprinz-Bruchhausen-Rastatt
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    07.12.2010 13:15 Uhr
    ajo
    So ist's beschlossen
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    07.12.2010 12:34 Uhr
    tsss
    Mir deucht Du nimmst das nicht ernst genug.

    Aber erstklassig oben. So leicht kann man ein Dutzend Posts a priori von Gemotze zu Satire machen. :D
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (24 Beiträge)

    07.12.2010 09:14 Uhr
    Naja...
    Mag sein, dass diese Trasse als Umleitung während der Kombi-Bauarbeiten notwendig ist, einen großen darüber hinausgehenden Nutzen bringt sie jedenfalls nicht. Die Haltestellen enstehend allesamt an Orten, wo sich in unmittelbarer Nähe bereits heute Haltestellen befinden. Und das Märchen, für die Bewohner der Südoststadt werde nun endlich die Anbindung an den ÖPNV besser, wird durch ständige Wiederholung auch nicht wahrer. Die meisten müssen weiterhin einmal quer durch ihr neues Viertel laufen, um zur Straba zu kommen. Ok, zugegeben, für die wenigen Bewohner in unmittelbarer Nähe zur LBBW wird der Weg minimal kürzer. Und von der Musikhochschule zum Hbf kommt man wohl auch schneller. Das war's aber auch. Die sinnvollere Strecke wäre von der Musikhochschule entlang der Stuttgarter Straße zum Tivoli gewesen. Damit hätte man auch wirklich neue Gebiete erschlossen. Soll der Kreisel eigentlich beampelt werden oder wie stellt man sich das vor?
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