Browserpush
11  

Karlsruhe Obert: "Die meisten Stadtteile sind eher unterversorgt"

In Oberreut steht seit Ende September der Rohbau eines neuen Nahversorgungszentrums. Doch wie steht es allgemein um die Nahversorgung in den Stadtteilen? Baubürgermeister Michael Obert skizziert im Gespräch mit ka-news die momentane Situation.

Der Bau des Edeka-Markts in Oberreut sei ein "entscheidender Schritt" nach vorne. Der Nahversorgungsgrad würde dadurch verbessert; aber: "Wo früher die Ladenzeile in Oberreut war, ist jetzt nichts mehr". Politische Richtlinien für die Nahversorgung gebe es nicht. Die Politik könne nur planungs- und baurechtlich eingreifen, sonst könne man wenig tun, so Obert. 

Große Unterversorgung in den Höhenstadtteilen

"Die meisten Stadtteile sind eher unterversorgt", sagt der Baubürgermeister und verweist auf die Beispiele Nordweststadt und Waldstadt. Die Läden, die beim Bau der Waldstadt geplant und gebaut worden sind, seien für heutige Verhältnisse zu klein und würden daher nicht mehr genutzt. Das Problem sieht der Politiker im Konsumenten-Verhalten: "Die Leute müssen die ortsnahen Angebote auch nutzen, nicht nur wenn sie etwas vergessen haben." Viele tätigen ihren Einkauf jedoch in der Innenstadt und nicht im eigenen Stadtteil.

Der Bericht "Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2007", der vom Amt für Stadtentwicklung, der Wirtschaftsförderung Karlsruhe und der Stadtplanung herausgegeben wurde, nennt vier Stadtteile, die 2007 eine besonders große Unterversorgung aufweisen würden: Weiherfeld, Stupferich, Hohenwettersbach und Grünwettersbach. Nach einer Bürgerbefragung aus dem Jahre 2006 war ermittelt worden, dass nicht in allen Teilbereichen dieser Stadtteile die fußläufige Nahversorgung (Einkaufsmöglichkeit im Umkreis von 700 Metern) gewährleistet war.

Bald Shuttlebusse zu den Einkaufsmöglichkeiten?

86,7 Prozent der Hohenwettersbacher beurteilten bei der Bürgerbefragung im Jahr 2006 die Einzelhandelsversorgung in ihrem Stadtteil als schlecht oder sehr schlecht. An der unterdurchschnittlichen Versorgungslage hat sich seitdem nichts verändert, so Elke Ernemann, die Ortsvorsteherin von Wettersbach. Die Versorgungslage dieses Stadtteil sei einer der Gründe gewesen, weshalb die SPD einen Antrag für die Erstellung eines Nahversorgungskonzepts für die Stadt Karlsruhe bei der Stadtverwaltung eingereicht habe.

Da die Höhenstadtteile die Anforderungen der Investoren, zum Beispiel mindestens 5.000 Einwohner und genügend Platz für Parkplätze, nicht erfüllen könnten, sollte über andere Möglichkeiten der Nahversorgung nachgedacht werden. Eine Möglichkeit sei Shuttlebusse einzusetzen, die ältere Personen zu den Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung bringen könnten. Eine weitere Idee sei die Errichtung einer Einkaufsmöglichkeit an der Kreuzung Zündhütle, dem Knotenpunkt, der Wolfartsweier, Durlach und die Bergdörfer verbindet, so Ernemann.

Nahversorgungszentrum in der Nordweststadt kommt

In Rintheim gab es im Oktober 2009 nach der Schließung der "Nahkauf"-Filiale im Heinz-Schuchmann-Haus (Staudenplatz, Rintheimer Feld) für viele Rintheimer keine Möglichkeit der fußläufigen Versorgung mehr. Mit Frau Spoljaric wurde eine Betreiberin gefunden, die sich dem für Marktbetreiber schwierigen Standort angenommen hat. Seit dem 29. Juli können nun alle Personen ihre Einkäufe im Stadtteil wieder selbst erledigen. Laut der Wirtschaftsförderung Karlsruhe seien mittel- bis langfristig in Rintheim noch Entwicklungsperspektiven vorhanden, allerdings sei zunächst die Etablierung des Lebensmittelmarktes am Staudenplatz vorrangiges Ziel.

Das Thema Nahversorgung sorgt auch in der Nordweststadt immer wieder für Ärger, da den 12.000 Bewohner des Stadtteils derzeit zum Einkaufen nur zwei Lebensmittelmärkte zur Verfügung stehen, einer davon in einer Randlage des Stadtteils. Im Mai wurde im Gemeinderat der Bau eines Nahversorgungszentrums beschlossen; entlang der Joseph-Schofer-Straße soll nun ein Vollsortimenter und ein Discountmarkt entstehen. "Diese Kombination wird eine optimale Versorgung der Nordweststadt sicherstellen", so Andreas Erlecke von der Bürgergemeinschaft Nordweststadt.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (11)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   ka-news-kommentator
    (2 Beiträge)

    10.10.2010 01:04 Uhr
    Schlecht recherchiert
    Lieber Verfasser des Artikels,
    wenn ich als ersten Satz lese "In Oberreut gibt es seit Ende September ein neues Nahversorgungszentrum", dann höre ich gleich auf zu lesen. Denn dann sind alle weiteren Aussagen wahrscheinlich ebenso falsch wie diese. Also bitte: Das nächstemal etwas besser recherchieren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kampion
    (1296 Beiträge)

    09.10.2010 21:07 Uhr
    falsch!
    "In Oberreut gibt es seit Ende September ein neues Nahversorgungszentrum"

    toll, die Fenster sind jetzt drin, aber von fertig kann doch keine Rede sein! Es werden noch mind. 6 Monate vergehen bis man da einkaufen kann. Wie kann man nur so etwas Falsches schreiben?!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   NeubueserF
    (674 Beiträge)

    11.10.2010 09:00 Uhr
    korrigiert
    Ein Missverständnis zwischen Verfasserin und derjenigen, die den Artikel redigiert hat - der Fehler wurde korrigiert.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (181 Beiträge)

    09.10.2010 20:30 Uhr
    Knielingen
    Und wie siehts hier aus ? Wer in "alt" Knielingen wohnt (z.B Untere Strasse usw.) hat Pech, der kann mit dem Auto zum Einkaufszentrum auf der EX-Ami Siedlung geigen, oder nur Im Penny einkaufen bzw. in den Marktkaufcenter nach Wörth fahren.

    Zum Lidl / Aldi in Mühlburg nur mit Auto usw, , ist fast so wie wenn man auf dem Land lebt , nur das der Lärm und die Schlechte Luft hier Standart ist !!!

    Knielingen ist sowieso der am stärksten vernachlässigter Stadtteil von der Stadt Karlsruhe !!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tessarakt
    (2356 Beiträge)

    09.10.2010 18:18 Uhr
    7Eleven
    soll hier aufmachen. Der hat wenigstens gescheite Öffungszeiten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (8066 Beiträge)

    09.10.2010 17:38 Uhr
    Sorry,
    das liest sich fast wie 3.Welt Status...

    @ralf, du hast sowas von recht.

    Zitat von Obert "Die meisten Stadtteile sind eher unterversorgt"
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   landei
    (6123 Beiträge)

    09.10.2010 14:44 Uhr
    Rohbau
    das Nahversorgungszentrum in Oberreut ist noch im Rohbau, da war ja erst Richtfest vor 2 oder 3 Wochen. Von "gibt es seit September" kann also noch keine Rede sein. Es öffnet erst (laut Plan) Ende 2011. Nur der Form halber.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ralf
    (3745 Beiträge)

    09.10.2010 14:39 Uhr
    Wo ist das Problem?
    Ist es wirklich so schwierig, mal zwei Haltestellen mit der Straßenbahn zu fahren? In Karlsruhe geht das dank ausgezeichnetem ÖPNV und kurzer Entfernung zum nächsten Stadtteil.

    In manchen Dörfern sieht es schlimmer aus - weit und breit kein Supermarkt und Menschen können sich nur selbst versorgen, wenn sie in den nächstgrößeren Ort fahren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   taina
    (315 Beiträge)

    09.10.2010 18:15 Uhr
    Och gehen tut das,
    Aber es gibt viele ältere Leute die nicht mal eben zwei Haltestellen fahren können, und nicht jeder hat ne Fahrkarte, nicht überall stehen Fahrkartenautomaten, nicht jeder hat Zeit und Lust auf ne Bahn zu warten,oder die Einkäufe zu schleppen.
    Versteh sowieso nicht wo das Problem ist, wenn ein Nahversorgungszentrum gebaut wird. Aber Hauptsache jammern jammern jammern. *Schnarch*
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ralf
    (3745 Beiträge)

    10.10.2010 02:38 Uhr
    -
    Naja, es gibt ja die Karte ab 60, welche recht preisgünstig zu haben ist. Die wird sich doch in KA für alle Leute ab 60, die nicht nur um den Kirchturm herum unterwegs sind lohnen. Trotzdem wäre es natürlich überlegenswert, die Karte (bei KFZ-Verzicht) kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ich weiß auch nicht, was die Forderung nach Shuttle-Bussen für ältere Menschen soll. Meiner Meinung nach muss das ÖPNV-Netz, welches ja alle Bürger nutzen können an die Einkaufsmöglichkeiten angepasst werden. Es gibt auch jüngere mobilitätseingeschränkte Menschen. Wer in den Shuttle-Bus einsteigen kann, sollte mit dem Linienbus oder der Straßenbahn auch kein Problem haben.

    Ich habe nichts gegen neue Supermärkte oder "Nahversorgungszentren". Dennoch möchte ich zu bedenken geben, dass als langfristige Auswirkung häufig an anderer Stelle ein Supermarkt schließen wird. Man sollte gut überlegen, wo eine Eröffnung sinnvoll ist und ob dafür öffentliche Gelder fließen oder Festplätze aufgegeben werden sollen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen