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Karlsruhe Nordtangente: "Es ist an der Zeit"

Oberbürgermeister Heinz Fenrich sprach in seiner gestrigen Haushaltsrede auch das Thema Nordtangente an. Dazu machte er klare Ansagen, was nun geschehen müsse - und was nicht.

Zunächst stellte Fenrich klar, dass die lange Debatte um die Nordtangente zwar viele gute Argumente hervorgebracht hätte, aber bislang zu keinem Ergebnis geführt habe: "Und sie wird wohl auch in den künftigen Diskussionen zu keinem greifbaren Ergebnis führen, das sehe ich ganz nüchtern", so das Stadtoberhaupt. Daher rief er dazu auf, sich aus der "Starre politischer Stellungsspiele" zu befreien und endlich zu handeln.

Dafür nannte Fenrich drei Günde: Einmal, dass alle "verkehrlichen Szenarien" begutachtet und bewertet seien, weitere Gutachten würden nichts bewirken. Außerdem stünde die Stadt bei den Menschen im Wort, sowohl für Hagsfeld als auch für Knielingen müssten Perspektiven aufgezeigt werden. Drittens müsse die Gunst der Stunde genutzt werden, um vom Konjunkturprogramm von Bund und Land zu profitieren. Er rief die Stadträte dazu auf, Mut zu zeigen und das Verkehrskonzept im Karlsruher Norden neu zu überdenken.

"Darüber können
künftige Generationen diskutieren"

Aus seiner Sicht sei die Nordtangente stets als Entlastungs- und Erschließungsstraße der nördlichen Stadtteile gedacht gewesen. Die Aufgabe der Stadtteil-Umfahrung erfüllten zwei Straßenabschnitte unstrittig am besten: Im Osten der Abschnitt zwischen der Elfmorgenbruchstraße und der Haid-und-Neu-Straße als Netzverbindung zwischen L 560, Autobahn und B 10 sowie im Westen eine Verbindung zwischen der zweiten Rheinbrücke und der B36. Letztere sollte als Nordumfahrung für Knielingen gebaut werden, um die Knielinger Innerortsstraßen und den Westabschnitt der Südtangente zu entlasten.

Zudem sprach sich Fenrich für die Herausnahme der Nordtangente aus dem Bundesverkehrswegeplan aus, um eine schnellere Verwirklichung zu ermöglichen. Seiner Meinung nach könnten künftige Generationen über eine Realisierung des Mittelabschnitts diskutieren: "Wir in den nächsten Jahren nicht mehr!" Die Trassen sollten als Grünzäsur und Erholungsraum freigehalten werden.

Der Oberbürgermeister sei sich bewusst, dass nicht alle im Gemeinderat mit dieser Entscheidung einverstanden sein dürften, auch er habe sich lange für die komplette Nordtangente eingesetzt. "Aber ich bin Realist", erklärt er seine Abkehr von der Idee, "Politik ist die Kunst des Machbaren". Sein Vorschlag solle Stadt und Bürgern dienen und er wünsche sich dafür eine breite Mehrheit im Rathaus. Nach diesen abschließenden Worten bekundete der Saal hörbar seine Zustimmung.

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Kommentare (7)
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    23.01.2009 17:47 Uhr
    Nordtangente
    Die Tangente bis zur Haid- und Neu Straße zu bauen reicht doch völlig aus.
    Für ganz Karlsruhe gibt es die Südtangene, die meiner Meinung nach vollkommen ausreicht.

    Wenn Karlsruhe mal 500 000 Einwohner hat kann man ja über ne Nordtangente nachdenken.
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    22.01.2009 16:52 Uhr
    Fenrich
    wer um Gottes Willen soll denn hinter diesem starrsinnigen,
    rechthaberischen OB denn stehen, der vergrault ja seine
    eigenen Leute (z.B. Wellenreuter).
    Fakt ist: Seit langem nicht mehr einen so schwachen Bürgermeister in KA erlebt.
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  • unbekannt
    (215 Beiträge)

    22.01.2009 16:40 Uhr
    Jammern?
    Wer jammert denn? Wenn alle hinter Fenrich stünden und mal zusammen an einem Strang ziehen würden, würden wir heute dieses Thema nicht diskutieren...
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    22.01.2009 14:29 Uhr
    Immer so in KA
    siehe
    Europabad, Wildparkstadion, Messe, U-Strab, Kombilösung,
    Rheinbrücke, sogen. Filetstück, Ikea, Pfizer usw..

    Immer nur schlechte Lösungen und meist immer zu spät, wenn alles in den Brunnen gefallen ist, nur eines ist dann immer konstant: Jammern, jammern, jammern! über die böse Welt oder über die bösen Schwaben.
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  •   mueck
    (9830 Beiträge)

    21.01.2009 16:23 Uhr
    Nur bis Haid-und-Neu-Str.?
    Das wäre in der Tat famos, weil weiter wird der verkehrliche Nutzen fraglich, weil es da ja den Hirtenweg gibt. Wenn Fenrich dann auch auf die geplante Unterführung der Haid-und-Neu-Str. verzichtet mit Anschluss-Ohren auf der "falschen" Seite (dort wo dann die Tram im Weg wäre...) dann wird's vermutlich halb so teuer, wie es noch die SPD auf ihrer Rechnung hat...

    Wermutstropfen wäre dann bei Fenrichs Idee nur der m.E. auch überflüssige Westteil mit 2. Rheinbrücke und Anschluss an B 36. Mir wäre neu, dass die Knielinger nach 'ner Umgehungsstraße rufen, mir ist nur das Gegenteil bekannt: Proteste gegen die "Zange" aus Nord- und Südtangente.
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  • unbekannt
    (215 Beiträge)

    21.01.2009 14:58 Uhr
    Zustimmung
    Meine Zustimmung hat er, es ist mehr als an der Zeit, dass endlich was passiert. Fenrich wird mir immer sympatischer, das ist alles richtig, was er gesagt hat. Kommt selten vor zwinkern
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  • unbekannt
    (208 Beiträge)

    21.01.2009 13:57 Uhr
    Halbe Sache
    Dieses Dauerthema wird immer mehr zur Witznummer. Herumlaborieren an einer Trasse, deren Grundplanung aus den 20er Jahren stammt, ohne jede Einsicht, daß die Wirklichkeit heute ganz andere Vorraussetzungen aufweist.

    Tangente? Nun, dieses bisschen Geometrie sollte noch jeder beherrschen... jedenfalls sollte solch eine Strassenführung nicht quer durch Stadt-/Wohngebiete schneiden. Die Waldstadt z.B. existierte zum Zeitpunkt der Grundplanung noch gar nicht!

    Warum keine wirkliche NordUMGEHUNG von KA in Höhe Weingarten-Blankenloch-Forschungszentrum...? Dort ist bereits eine gut ausgebaute Strasse vorhanden, man bräuchte einen BAB-Anschluß, der auch die weite Strecke zw. KA-Bruchsal teilen würde. Weiter an und über den Rhein, Platz hat es da genug, ein paar Spargeläcker usw. aber keine eng bebauten Wohngebiete.

    Jetzt wird lieber stückweise weiter gewurschtelt, ohne Blick für eine wirklich überregionale Gesamtlösung.
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