Karlsruhe "Nicht nachvollziehbar"

Nicht sehr begeistert war man beim KSC über die per Sonderpressedienst veröffentlichten Äußerungen des Karlsruher Oberbürgermeisters Heinz Fenrich zu den Verhandlungen in Sachen "Umbau Wildparkstadion" (ka-news berichtete). "Die Presseerklärung des Oberbürgermeisters steht in deutlichem Widerspruch zu den Verhandlungen und den Ergebnissen der mit Vertretern der Stadt und des KSC besetzten Verhandlungskommission", heißt es nun von Seiten des Sportclubs.

"Wir haben in den Verhandlungen immer deutliche und verbindliche Aussagen gemacht", erklärte KSC-Präsident Hubert H. Raase. "Uns jetzt im Rahmen einer öffentlichen Verlautbarung genau das Gegenteil zu unterstellen, ist für uns nicht nachvollziehbar und sehr befremdend." In der Stellungnahme des Karlsruher SC heißt es weiter, dass "durch die mittlerweile mehrfach getätigten öffentlichen Äußerungen des Oberbürgermeisters der Stadt Karlsruhe in der jüngeren Vergangenheit beim KSC der Eindruck entstanden ist, dass die Umsetzung des Stadionumbaus von der Verwaltung als notwendiges Übel angesehen wird."

Für den KSC nicht nachvollziehbar

"Die Verwaltung ihrerseits ist gefordert, diesen Eindruck zu widerlegen und den Gemeinderatsbeschluss zum Umbau des Stadions konsequent umzusetzen. Die Verlautbarungen und Pressemitteilungen mit letztlich fragwürdigen Inhalten lassen keinen eindeutigen Schluss zu", so KSC-Präsident Hubert H. Raase. "Wir sind eigentlich davon ausgegangen, nach wie vor am Verhandlungstisch zu sitzen. In unseren Augen braucht die Stadt Karlsruhe das neue Stadion ebenso wie der KSC und die Leute in der Region." Grundsätzlich wolle der KSC ein vermarktbares Stadion. Ebenso ziehe der Verein aber die Kosten jeder einzelnen angedachten Maßnahme in Betracht und werde deren Umsetzung nur befürworten, wenn sich diese wirtschaftlich darstellen lasse. Der KSC nahm nun zu den im Rahmen der Presseinformation der Stadt Karlsruhe thematisierten Bereichen ausführlich Stellung:

Einen Umbau hätte die alte Gegentribüne mehr als nötig (Foto: ka-news)

"Die Parkplätze wurden von der Stadt aus Kostengründen aus dem Stadion herausgenommen und auf den Birkenparkplatz verlegt. Diese Parkplätze sind für die Vermarktung der Business-Seats, mit denen 80 Prozent der Stadioneinnahmen erwirtschaftet werden, von entscheidender Bedeutung. Der KSC hat auf Nachfrage der Stadt, wie sich der Verein die Durchführung vorstelle und ob eine Befestigung des Birkenparkplatzes vonnöten sei, hierzu klar Stellung bezogen. Aus Sicht des Vereins ist aus Vermarktungsgründen eine Befestigung notwendig, für die Umsetzung des Projekts aber final nicht entscheidend." Für den KSC sei aber nicht nachvollziehbar, wieso Oberbürgermeister Fenrich hier von "zusätzlichen Überlegungen" mit "Mehrkosten zwischen vier und acht Millionen Euro" gesprochen habe.

Veränderungen relevant für eine Lizenzerteilung

Zu den "Steuerlichen Fragen und Mehrflächen" erklärt der Verein: "Aus Kostengründen gab der KSC sein Einverständnis zur Reduzierung der Nutzflächen von 5.000 auf 500 Quadratmeter. Unabhängig davon wurde der KSC im Rahmen der Vertragsverhandlungen darüber informiert, dass er auf die Unterbringung des vereinseigenen Jugendinternats verzichten müsse. Als Grund hierfür wurden steuerliche Aspekte genannt, die in Händen der Stadt liegen. In weiteren diesbezüglichen Gesprächen wurde dem Verein als Auskunft gegeben, die so frei werdenden Flächen kostenneutral als Lager- und Büroflächen zu nutzen. Hier davon zu sprechen, der Verein würde dies 'seit kurzem für notwendig halten' und dies darüber hinaus mit Kosten von rund 700.000 Euro zu beziffern, ist sachlich unrichtig."

Aufgrund neuer DFB-Bestimmungen muss der KSC II ab der kommenden Spielzeit im Wildparkstadion selbst spielen. In der Verhandlungskommission wurde, so der KSC, über die Verteilung der Mehrkosten einige Einigung erzielt. "Die Veränderung der derzeit nicht bundesligatauglichen Medienarbeitsbereiche auf der bestehenden Haupttribüne ist unabhängig von einem Umbau relevant für eine Lizenzerteilung in der ersten und zweiten Bundesliga", heißt es. Somit sei diese weder eine Forderung des Vereins noch habe dies eine Kostenerhöhung zur Folge. "Dies ist der Stadt bekannt."

Verhandlungskommission sei sich einig

Schlicht "befremdlich" hält es der KSC, dass Fenrich aus dem Hinweis, den der Verein bei den Verhandlungen gemacht habe, "dass für einen Mehraufwand von rund 90.000 Euro das Stadiondach durchlässiger für UV-Licht gestaltet werden könnte, um dadurch die Kosten der Rasenpflege dauerhaft zu reduzieren", eine Forderung macht und dies per Sonderpressemitteilung kommentiere, der KSC würde "eine lichtdurchlässigere Gestaltung von Teilen des Daches" seit kurzem für notwendig halten.

Des Weiteren teilte der Sportclub mit, dass die Mitglieder der Verhandlungskommission sich in der Konzeption und den wichtigen Fragen des Vertrages einig seien. Man sei davon überzeugt, auch hinsichtlich der restlichen Punkte, bei denen auf Seiten der Stadt noch Vorfragen zu klären sind, eine Einigung zu finden. Garantien würden nicht gefordert. Es solle "das gelten, was im Gesetz steht".

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