Karlsruhe Neues Jugendhaus in Durlach

Sachliche Fassade: das KJH Durlach
(Foto: ka-news)
Musikalisch, akrobatisch und sportlich. So könnte man die Eröffnung des Kinder- und Jugendhauses Durlach am vergangenen Samstag beschreiben. Den Anfang bildete eine Rapgruppe bestehend aus vier jungen Herren. Oberbürgermeister Heinz Fenrich lobte diesen Einstieg in die Eröffnungsfeier als "äußerst schwungvoll". Fenrich verdeutlicht zusammen mit den Rappern, dass mit diesem Umbau "ein Domizil für Kinder und Jugendliche" geschaffen wurde.

Das Jugendhaus, das eigentlich schon seit etwa 50 Jahren existiert, wurde mit vielen helfenden Händen und einer ordentlichen Portion „Herzblut“, so Fenrich, am Basler Tor neu eröffnet. Hans Pfalzgraf, Ortschaftsrat von Durlach, blickte nostalgisch in die Vergangenheit des Kinder- und Jugendhauses. Auch er habe dies bereits vor vielen Jahren besucht und dort Freundschaften fürs Leben geschlossen. „Meinen ersten Western habe ich damals für 50 Pfennig im Jugendhaus angesehen“, so Pfalzgraf. Verwunderlich erscheint es aber, dass Pfalzgraf als einziger im Ortschaftsrat vor rund einem Jahr gegen den Standort des Jugendhauses gestimmt hatte, sich schließlich aber der Mehrheit im Ortschaftsrat anschloss.

Barrierefreiheit und "Sparen macht Spaß"

Der barrierefreie Zugang zu sämtlichen Räumen rückte vor und während des Umbaus immer mehr in den Mittelpunkt. Daher war auch ein Fahrstuhl unverzichtbar. Aber ein einsamer Fahrstuhlschacht mitten im Innenhof sieht schon etwas merkwürdig aus. Außer wenn man seiner Fassade eine Funktion gibt. Dazu reicht es aus, ein paar Klettergriffe an die äußere Wand zu schrauben. So kann aus einem Fahrstuhlschacht schnell eine sportliche Herausforderung werden.

Gut gesichert traute sich diese mutige kleine Dame als erstes an die Kletterwand (Foto: ka-news)
Nicht barrierefrei hingegen verlief der Umbau: Undichte Stellen auf der Dachterrasse oder Störungen in der Entwässerungsleitung waren nur wenige Probleme, mit denen Architekten und Hochbauamt zu kämpfen hatten. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es aber allen am Umbau Beteiligten, den finanziellen und zeitlichen Rahmen einzuhalten und zusätzlich der Kreativität Freiraum zu bieten. Für Lars Dragmali, Leiter des städtischen Hochbauamts, verlief der gesamte Umbau unter zwei Leitsprüchen: „Sparen macht Spaß“ und „Die Not macht erfinderisch“. Er musste Wünschenswertes streng von Unverzichtbarem trennen. Recyceln war also angesagt. So wurden zum Beispiel alte Fliesen wiederverwertet, statt neue zu verlegen. Statt einem teuren Estrichboden wurden OSB-Platten verlegt. Mit orangefarbenen Lack können selbst diese groben Holzplatten einen sehr schönen Fußboden ergeben.

"Eine Sache des gegenseitigen Respekts"

Das umgebaute Kinder- und Jugendhaus bietet Platz für viele verschiedene Interessen. Es gibt gleich im Eingangsbereich Kicker und Billardtische. Für besondere Ereignisse stehen ein großer Saal mit Bühne zur Verfügung. Neben Bastel-, Club-, PC- und Tanzräumen gibt es auch eine Kantine mit Mittagstisch. Schon für 2,50 Euro gibt es ein tolles Mittagsangebot. Für kleinere Besucher gibt es einen Toberaum, natürlich mit festen Spielregeln. Für die Älteren steht im Keller ein Fitnessraum zur Verfügung.

Insgesamt waren am neunmonatigen Umbau 35 Firmen beschäftigt. Ortsvorsteherin Alexandra Ries stellte lobend fest, dass "auch Politiker mal vernünftig sind" und hebt die kurze Umbauzeit als "Zeichen für schnelles und kompetentes Arbeiten" hervor.

Befürchtungen der Anwohner gegenüber Krach und Krawallen haben sich bisher nicht bestätigt. Das sei laut Pfalzgraf eine "Sache des gegenseitigen Respekts, der auch in Zukunft wichtig ist". Er schließt seinen Redebeitrag in der Hoffnung, dass das neue Jugendhaus "eine Bindeglied zwischen Alt und Jung" sein kann. Bislang ist der Andrang auf das neue Kinder- und Jugendhaus schon doppelt so hoch wie der auf das Alte.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.