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Karlsruhe Nach tödlicher Messerattacke

Zeichen stummer Trauer am Tatort am Kronenplatz
(Foto: ka-news)
Der Kronenplatz in Karlsruhe am Dienstagmittag. Auf den ersten Blick herrscht geschäftiges Treiben wie jeden Tag. Und doch, es ist anders als sonst. Menschen bleiben schweigend stehen, Kerzen brennen, Blumen bedecken den Ort des schrecklichen Verbrechens. Es ist der hilflose Versuch, mit dem Unfassbaren umzugehen: der tödlichen Messerattacke einer 16-Jährigen auf die fast gleichaltrige Nicole, die am Samstag ihren schweren Stichverletzungen erlag (ka-news berichtete) - zwei Tage nach der Tat.

Die getötete 17-jährige Berufsschülerin Nicole (Foto: privat)
An der Stelle am Kronenplatz, an der die Tragödie um die 17-jährige Nicole ihren Lauf nahm, liegen Blumen, hängen Plakate mit Worten der Trauer und der Anteilnahme. Ein junger Mann sitzt auf dem Boden, er verbirgt sein Gesicht in seiner Kappe und lässt seinen Tränen freien Lauf. Es ist ein Cousin der Getöteten. Seine Trauer kann er nicht in Worte fassen. Eine Freundin von Nicole besucht ebenfalls den Tatort, legt ein Gedicht dazu. Auch sie kann die Tränen nicht verbergen, und sie ist nicht nur traurig, sondern auch wütend, weil auch sie nicht verstehen kann, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte.

Täterin soll Opfer im Vorfeld per SMS bedroht haben

Im Laufe der Zeit gesellen sich Passanten dazu, lesen die Gedichte der Angehörigen, Bekannten und Freunde mit großem Interesse. Einige fragen: "Ist das das Mädchen, das erstochen wurde?" Andere: "Ist es genau hier passiert oder weiter unten?" In dem Meer aus Blumen sind auch Bilder der Getöteten zu sehen. Die Passanten fragen, ob es sich dabei um die 17-Jährige Nicole oder die 16-jährige Täterin handelt. Einige bleiben stehen und versuchen den trauernden Angehörigen mit Worten Trost zu geben. Die Passanten verabschieden sich wieder, neue kommen hinzu. Zwei aber bleiben zurück und mit ihrer Trauer allein, der Cousin und die Freundin der Verstorbenen.

Angehörige, Freunde und Bekannte, aber auch Passanten bringen ihre Trauer und ihre Anteilnahme am Tatort in Form von Blumen, Kerzen und Gedichten zum Ausdruck - hinter allem die Frage: Warum? (Foto: ka-news)

Noch am Freitagabend schien es, als sei die 17-jährige Berufsschülerin außer Lebensgefahr. Letztlich aber waren die Verletzungen, die ihr die 16-jährige Täterin am Donnerstag zugefügt hatte (ka-news berichtete), zu schwer. Nicole verstarb in der Nacht auf Samstag - im gleichen Krankenhaus, in dem sie gerade ein freiwilliges soziales Jahr absolvierte. Der Anlass der Auseinandersetzung war nach bisherigem Kenntnisstand eine banale Meinungsverschiedenheit. Medienberichten zufolge waren Opfer und Täterin miteinander bekannt, aber nicht befreundet. Die Täterin habe dem späteren Opfer per Handy-Textmitteilungen sogar Schläge angedroht, wie die BNN unter Berufung auf Freunde Nicoles berichten.

Ein Cousin und eine Freundin Nicoles (links im Bild) stehen fassungslos am Tatort
(Foto: ka-news)

Polizei: "Neue Dimension der Gewalt", aber "krasser Einzelfall"

Die Täterin, die nach ihrer Festnahme am Donnerstagnachmittag bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt hat, erwarten im Falle einer Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht bis zu zehn Jahre Gefängnis. In der Vernehmung soll sie angegeben haben, bei der Tat "außer sich" gewesen zu sein. Bei der Polizei ist die 16-Jährige keine Unbekannte. Sie ist wegen Körperverletzung und Diebstahls bereits vorbestraft.

Da ein Mädchen mit einem Messer zugestochen hat, sieht die Polizei in dem tragischen Vorfall "eine neue Dimension der Gewalt" für die Fächerstadt. Gleichzeitig wies ein Polizeisprecher darauf hin, dass es sich um einen "krassen Einzelfall" handle.

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